Grauweihe

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Grauweihe
Grauweihe im Flug

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Weihen (Circinae)
Gattung: Weihen (Circus)
Art: Grauweihe
Wissenschaftlicher Name
Circus cinereus
Vieillot, 1816

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Grauweihe (Circus cinereus) zählt innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Weihen (Circus). Im Englischen wird die Grauweihe cinereous harrier genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Männchen weist eine Gesamtkörperlänge von etwa 40,0 Zentimeter auf, während das Weibchen größer erscheint und eine Gesamtkörperlänge von etwa 50,0 Zentimeter erreicht. Auch die Gefiederfärbung der Geschlechter ist leicht unterschiedlich. Das männliche Gefieder ist oben dunkelgrau und ist mit schwarzen Flügelspitzen und einem weißen Bürzel versehen. Die Unterseite weist eine hellgraue Färbung auf und der Bauch ist rotbraun gestreift. Das weibliche Gefieder ist oben braun. Der Bürzel ist von einer weißen Färbung und die Unterseite erscheint cremefarben, während der Bauch ähnlich wie bei dem Männchen rotbraun gestreift ist.

Lebensweise

Die Grauweihe ist ein Teilzieher. Während der Brutsaison ziehen die Vögel von Feuerland bis in die südlichen Teile Südamerikas. Die südlichen Populationen aus dem Norden wandern bis in die gemäßigten Regionen von Zentral-Chile und Argentinien oder auch bis nach Peru und Bolivien. Die Grauweihe bewohnt die hohen Berge in Kolumbien, Ecuador und Peru. Des Weiteren trifft man sie regelmäßig auf offenen Flächen wie Grasland und Savannen an.
Torres del Paine National Park in Chile's Patagonia Region
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Torres del Paine National Park in Chile's Patagonia Region
Ferner besiedelt die Grauweihe auch die Sümpfe im Flachland und die Küstengebiete in den südlichen Teilen. In der Regel lebt die Grauweihe einzeln oder paarweise. In Ecuador findet man die Grauweihe in den zentralen Anden, wo sie auf offenem Grasland oberhalb von 3.200 Metern auftritt. Vor allem hält sie sich in Gebieten mit geringem Niederschlag (63 bis 82 Millimeter pro Monat) auf. Sie bevorzugt eine sehr krautige Vegetation mit Bodenbedeckung und eine lineare Erhöhung bis zu 3.700 Metern. In Chile im Nationalpark Torres del Paine bewohnt die Grauweihe sumpfige Gebiete, Wiesen und Buschland. Sie wird auch regelmäßig an Teichen gesichtet.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Grauweihe in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Falklandinseln (Malvinas), Paraguay, Peru, Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln und Uruguay. Die Grauweihe bewohnt folgende Lebensräume: Subtropisches und tropisches Buschland in höher gelegenen Regionen, gemäßigtes Grünland, subtropisches und tropisches Grünland in höher gelegenen Regionen, Feuchtgebiete (Inland) wie Moore, Sümpfe, Torf-Moor-Landschaften, landwirtschaftliche Nutzflächen sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

Nationalpark Torres del Paine
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Nationalpark Torres del Paine

Die Grauweihe ernährt sich von Nagetieren, kleinen Vögeln, Fröschen und von Insekten, die sie am Boden erbeutet. Gelegentlich nimmt sie auch Aas zu sich. Sie fliegt sehr niedrig über Sümpfe und Steppen, wie andere Weihen, mit einem langen Gleitflug zwischen kurzen Serien von Flügelschlägen. Selten verweilt die Grauweihe auf exponierten Stellen. Auf den Falkland-Inseln erbeutet sie Weichtiere und Insekten. Gelegentlich kommt es auch vor, dass die Grauweihe Kaninchen jagt.

Fortpflanzung

Der Horst wird im Gras oder auf einer Plattform unter Schilf im Sumpf angelegt. Das Gelege besteht aus drei bis vier Eiern. Sie weisen eine hellblaue oder bläulich-weiße Färbung mit Markierungen auf. Die Größe der Eier beträgt 46 x 35 Millimeter. Diese Art ist territorial und die Männchen sind polygam. Das Weibchen bebrütet allein über einen Zeitraum von 34 bis 38 Tagen die Eier. Bei Gelegeverlust ist ein Nachgelege möglich, jedoch kommt es in der Regel nur zu einer Jahresbrut. Nach etwa 35 Tagen verlassen die Jungvögel das erste Mal ihren Horst. Weitere 10 Tage später erreichen sie die Flugfähigkeit.

Bedrohung, Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Grauweihe heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Sie ist in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Grauweihe selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Grauweihe als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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