Coloradokröte

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Coloradokröte

Systematik
Klasse: Amphibien (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Kröten (Bufonidae)
Gattung: Echte Kröten (Bufo)
Art: Coloradokröte
Wissenschaftlicher Name
Bufo alvarius
Girard & Baird, 1859

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Coloradokröte (Bufo alvarius), auch Sonora-Netzkröte genannt, zählt innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae) zur Gattung der Echten Kröten (Bufo).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Coloradokröte erreicht eine Körperlänge von elf bis neunzehn cm. Weibchen werden deutlich größer und kräftiger als Männchen. Oberseits ist die Coloradokröte olivgrün bis graubraun gefärbt. Hier und da kann auch ein orangener Schimmer und Flecken erkennbar sein, der beim Weibchen meist stärker ausgeprägt ist. Die Bauchseite ist hellgrau bis cremefarben und ist mit einigen dunklen Sprenkeln übersät. Der Rücken, insbesondere der Nacken ist mit warzigen Hautdrüsen versehen. Der Körper wirkt recht plump. Dieser Eindruck wird durch die sehr kurzen Hinterbeine noch verstärkt. Der Kopf ist breit und massig, er endet in einer stumpfen Schnauze. Die Augen treten relativ weit aus dem Kopf hervor, die Pupillen sind waagerecht geschlitzt. Die Iris ist rotbraun gefärbt.

Durch die kurzen Hinterbeine erscheint der Gang der Coloradokröte wie ein Schreiten. Und in der Tat bewegen sie sich auf allen Vieren fort. Zu ansatzweisen kleineren Sprüngen kommt es dabei eher selten. Die Vorderbeine der Männchen sind deutlich länger als die der Weibchen. Das hat den Grund, daß sich die Männchen in der Fortpflanzungspaarung an das Weibchen klammern müssen. Eine Schallblase wie bei anderen Krötenarten haben die Männchen der Coloradokröte nicht.

Nach der Trockenzeit beginnt ihre Aktivitätsphase, die meist nur drei Monate andauert. Sie halten sich während der Trockenzeit in Erdbauten oder an ähnlichen Rückzugspunkten auf. Coloradokröten sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie halten sich tagsüber meist in Gebüschen, Erdbauten oder unter Laub auf. In gewissen Zeiträumen, die sich anscheinend an dem Wachstum orientieren, müssen sich Coloradokröten häuten. Dabei versuchen sie sich ihrer alten Haut durch Winden und Aufreissen des Maules zu entledigen. Die alte Haut scheint ihnen zu schmecken und wird von ihnen gefressen.

Coloradokröten gehören zu den giftproduzierenden Kröten. Insbesondere über ihre warzigen Drüsen im Nackenbereich sondern sie ein Sekret ab, das unter anderem Substanzen wie Bufadienolide, Catecholamine, Dopamin, Epinin, Adrenalin und Noradrenalin enthalten. Das Bufotenin ist ein halluzinogenes Alkaloid. Das Sekret dient zum einen der Abwehr von Fressfeinden und verhindert zum anderen den Befall von Parasiten und anderen Mikroorganismen. Bei Fressfeinden, die nicht allzu groß sind, kann dieses Gift auch zum Tode führen. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen Räuber wie Schlangen, Greifvögel und Raubtiere wie Marder, Katzen und Waschbären.

Verbreitung

Die Coloradokröte lebt im nördlichen Mexiko und in südlichen Teilen des Landes von Arizona und New-Mexico. Streckenweise reicht ihr Verbreitungsgebiet bis nach Kalifornien. Sie leben bis in Höhen von gut 1.500 Metern in Halbwüsten, Steppen und ähnlichen Habitaten. Aber auch Wiesen und Waldränder werden besiedelt. Während der Trockenzeit halten sie sich bis zu neun Monaten meist in Nagerbauten verborgen. Erst mit Beginn der Regenzeit werden sie munter.

Nahrung

Als dämmerungs- und nachtaktiver Jäger ernähren sich die Coloradokröten räuberisch. Sie fressen dabei alles was in ihr Maul passt. Zu ihrer Hauptnahrung gehören neben Schnecken, Würmer, Spinnentiere und sonstige Insekten in passender Größe. Sie machen ihre Beute über die Bewegung der potentiellen Mahlzeit aus. Tiere, die sich regungslos verhalten können nicht ausgemacht werden. Da Coloradokröten nicht zu den schnellsten Jägern gehören, müssen sie die Beute relativ nah heran kommen lassen, bevor sie sie mit ihrer hervorschnellenden Zunge ergreifen können. Beutetiere werden grundsätzlich im Ganzen verschlungen.

Fortpflanzung

Coloradokröte
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Coloradokröte

Die Coloradokröte erreicht die Geschlechtsreife mit rund drei Jahren, gelegentlich kann es auch vier oder fünf Jahre dauern, bis die Gechlechtsreife erreicht wird. Dei Paarunsgzeit beginnt mit dem Beginn der Regenzeit. Dies ist meist ab November der Fall. Zu dieser Zeit kommen die Coloradokröten für rund drei Monate aus ihren Verstecken um sich zu paaren. Hat ein Männchen ein Weibchen gefunden, so klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich mit seinen sehr langen Vorderbeinen am Körper des Weibchens fest. Nach einigen Tagen kommt es im Wasser zur Eiablage. Das Weibchen stößt Stränge von Eiern durch Muskelkontraktion aus. Das Männchen bemerkt diese Muskelkontraktion und gibt gleichzeitig sein Sperma ab, um die Eier zu befruchten. Die Laichstränge weisen eine Dicke von einem halben bis fast einem cm Dicke auf und können einige Meter lang sein. Die bräunlichen Eier, die einen Durchmesser von bis zu zwei Millimeter aufweisen, liegen dicht an dicht in dem Strang und sind in einer gallertartigen Masse eingebunden.

Damit die Laichstränge nicht abtreiben, werden die von beiden Geschlechtern in einer gemeinsamen Arbeit an Ästen oder ähnlichem befestigt. Die Anzahl der Eier variiert stark mit dem Alter des Weibchens. Meist werden einige Tausend Eier (2500 bis 5000) in mehreren Schüben abgelegt. Nach rund zwei Wochen der Embryonalentwicklung schlüpfen die Kaulquappen, die eine durchschnittliche Länge von etwa dreieinhalb bis vier Zentimeter sowie eine bräunliche Färbung aufweisen. Die Kaulquappen leben gesellig und schwimmen meist in größeren Schwärmen umher. Dabei halten sie sich wegen der Wärme meist in den oberen Wasserschichten auf. Sie ernähren sich hauptsächlich von Algen und totem organischem Material sowie von Kleinstlebewesen. Sie verschmähen dabei selbst Aas nicht. Auch gestorbene Artgenossen bleiben nicht verschont. Die Metamorphose zum Jungfrosch ist nach rund 30 bis 40 Tagen abgeschlossen. Zu diesen Zeitpunkt begeben sich die Jungfrösche dann an Land und geben ihr amphibisches Leben auf. Die Coloradokröte kann in Freiheit ein Alter von acht bis zehn Jahren erreichen, in Gefangenschaft können sie durchaus auch über 15 Jahre alt werden.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798
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