Cormura brevirostris

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Cormura brevirostris
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae)
Gattung: Cormura
Art: Cormura brevirostris
Wissenschaftlicher Name
Cormura brevirostris
(Wagner, 1843)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Cormura brevirostris zählt innerhalb der Familie der Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae) zur Gattung Cormura. Im Englischen lautet der Name Chestnut Sac-winged Bat oder Wagner's Sac-winged Bat. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach nicht bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Unter den Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae) verfügt ausschließlich Cormura brevirostris über einen Flügelsack im Bereich des mittleren Unterarms, der nach außen offen ist und sich fast bis zum Ellbogen erstreckt. Alle anderen Arten, auch die sympatrischen wie die Sackflügelfledermäuse (Saccopteryx) haben den Flügelsack nahe am Körper. Von Vertretern der Gattung Peropteryx kann Cormura brevirostris aufgrund der kleineren Füße unterschieden werden. Die familientypischen dorsalen Streifen fehlen der Art (Bernard, 2003).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Cormura brevirostris ist eine eher kleine Art der Glattnasen-Freischwänze. Die Geschlechter weisen unterschiedliche Größenmerkmale auf. Männchen erreichen eine Körperlänge von 58 bis 71 (66,3) mm, eine Schwanzlänge von 9 bis 17 (14,1) mm, eine Hinterfußlänge von 6 bis 9 (7,8) mm, eine Ohrlänge von 13 bis 16 (14,7) mm, eine Unterarmlänge von 45 bis 49 (47,2) mm, eine Jochbeinbreite von 9,64 bis 10,36 (10,02) mm, eine Schädellänge von 15,1 bis 15,8 mm, eine Condylobasallänge von etwa 14,7 mm sowie ein Gewicht von 6,8 bis 11,0 (8,9) g. Weibchen erreichen eine Körperlänge von 58 bis 72 (69,1) mm, eine Schwanzlänge von 9 bis 17 (14,1) mm, eine Hinterfußlänge von 6 bis 9 (7,9) mm, eine Ohrlänge von 13 bis 16 (14,5) mm, eine Unterarmlänge von 44,5 bis 48 (46,3) mm, eine Jochbeinbreite von 9,85 bis 10,16 (10,03) mm, eine Schädellänge von 15,1 bis 15,8 mm, eine Condylobasallänge von etwa 14,7 mm sowie ein Gewicht von 7,3 bis 9,0 (8,1) g. Das Fell ist dorsal tief schwarzbraun gefärbt. Es ist dicht, weich und wirkt glänzend. Die behaarte Flughaut ist schwarz. Die Flügelsäcke sind bei beiden Geschlechtern rudimentär entwickelt, die Interfemoralmembran ist gut entwickelt. Der Calcar ist etwas kürzer als die Tibia. Das Gebiss verfügt über 32 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i1/3, c1/1, p2/2, m3/3. Die oberen und unteren Schneidezähne sind eher klein, P1 ist klein und von rundlicher Form. Der Scheitelkamm ist gut entwickelt (Bernard, 2003).

Lebensweise

Die Ruheplätze liegen zumeist in Baumhöhlen, unter umgestürzten Bäumen, in flachen Hohlräumen in Bodennähe sowie in der Nähe des Menschen auch unter Brücken und anderen menschlichen Strukturen. Nicht selten treten Vergesellschaftungen mit verwandten Arten wie der Großen Sackflügelfledermaus (Saccopteryx bilineata), Peropteryx kappleri, Peropteryx macrotis und Peropteryx leucoptera auf. Die Kolonien von Cormura brevirostris bestehen meist aus 2 bis 5 Individuen. Die Tiere halten sich dabei sehr dicht beieinander auf. Die aktive Zeit beginnt kurz nach Sonnenuntergang. Die Orientierung erfolgt durch Echolokation, Die emittierten Signale liegen im Frequenzbereich von 24,4 bis 26,1 (25,4) kHz und weisen eine Länge von 7,0 bis 11,3 (9,3) ms auf. Nachfoolgende Tone liegen bis zu 3 kHz höher als die vorangegangenen Signale. Zu den bekanntesten Ektoparasiten gehören Fledermausfliegen (Streblidae ) wie Strebla cormurae (Bernard, 2003).

Verbreitung und Lebensraum

Cormura brevirostris ist im südlichen Mittelamerika sowie im nördlichen und zentralen Südamerika östlich der Anden verbreitet. Die Vorkommen erstrecken im Einzelnen sich über Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Französisch-Guayana, Guyana, Nicaragua, Panama, Peru, Suriname und Venezuela. In der Regel wird das Tiefland besiedelt, lokal auch Höhenlagen bis in Höhen von gut 1.000 m über NN. Cormura brevirostris besiedelt den tropischen Regenwald und ähnlich feuchte Habitate (Bernard, 2003; IUCN, 2014).

Ernährung

Cormura brevirostris ist ein reiner Insektenfresser. Die Nahrungssuche erfolgt aufgrund der Nachtaktivität ausschließlich in der Nacht. Beutetiere werden mittels Echolokation geortet (Bernard, 2003).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Cormura brevirostris gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten und wird daher in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Die Art ist im gesamten Verbreitungsgebiet noch häufig anzutreffen. In Zukunft kann sich die Vernichtung der natürlichen Lebensräume negativ auf die Population auswirken (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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