Rautenkrokodil

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Rautenkrokodil

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Krokodile (Crocodilia)
Unterordnung: Vollkrokodile (Eusuchia)
Familie: Echte Krokodile (Crocodylidae)
Gattung: Crocodylus
Art: Rautenkrokodil
Wissenschaftlicher Name
Crocodylus rhombifer
Cuvier, 1807

IUCN-Status
Endangered (EN) - IUCN

Das Rautenkrokodil (Crocodylus rhombifer) zählt innerhalb der Familie der Echten Krokodile (Crocodylidae) zur Gattung Crocodylus. Im Englischen wird das Rautenkrokodil Cuban Crocodile genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Rautenkrokodil erreicht eine durchschnittliche Größe von etwa 250 Zentimeter, selten auch Längen von über 400 Zentimetern. Männchen werden dabei deutlich größer und schwerer als Weibchen. Der Körper ist überwiegend dunkelgrau bis fast schwarz gefärbt. Hier und da sind goldgelbe Fleckungen erkennbar. Lateral und ventral geht die Färbung der Schuppen in ein Cremefarben bis Weiß über. Jungtiere sind überwiegend goldbraun gefärbt und weisen typische schwarze Musterungen und Bänder auf. Die Schnauze ist relativ kurz. Die Nasenlöcher, Ohren und Augen liegen weit oben auf dem Kopf. Hinter den Augen zeigen sich verknöcherte Vorsprünge, die für diese Art charakteristisch sind. Die Zähne im Gebiss sind ausgesprochen groß und messerscharf. Mit ihnen können sie auch harte Rückenpanzer von Schildkröten mühelos zerquetschen. Die Anzahl der Zähne liegt bei etwa 68. Die dorsalen Schilde sind stark ausgeprägt und setzen sich bis zum Schwanzende fort. Die kräftigen Extremitäten weisen ebenfalls große Schuppen auf, die vor allem an den Hinterbeinen stark gekielt sind.

Gefährdung, Schutz

Das Rautenkrokodil gehört zu den gefährdetsten Krokodilen überhaupt. Aufgrund des sehr kleinen Verbreitungsgebietes ist die Art ausgesprochen anfällig. Das Rautenkrokodil hat keine natürlichen Feinde. Schwer zu schaffen macht ihm lediglich der Mensch. In der Vergangenheit stark bejagt steht die Art heute kurz vor der Ausrottung. Mittlerweile wird die Art in Zuchtfarmen nachgezüchtet um den Handel zu bedienen. Nachgefragt sind dabei vor allem die Krokodilhäute. Auch das sehr helle und zarte Fleisch des Schwanzes ist bei der einheimischen Bevölkerung heiß begehrt. In Freiheit leben zur Zeit nur noch drei- bis viertausend Exemplare. Aber auch die fortschreitende Trockenlegung, insbesondere im Sumpf von Zapata, setzt den Tieren zu. In den Sümpfen von Lanier stehen sie in Nahrungskonkurrenz zu anderen Krokodil- und Kaimanarten. In der Roten Liste des IUCN wird die Art als stark gefährdet geführt.

Verbreitung

In der Vergangenheit war das Rautenkrokodil in der Karibik weit verbreitet. Heute ist es nur noch in zwei kleinen Gebieten auf Kuba edemisch. Zum einen lebt es in den Sümpfen von Zapata auf Kuba sowie in den Sümpfen von Lanier auf Isla de la Juventud (Insel der Kiefern). Sie sind meist in Frischwassersümpfen anzutreffen, nur selten auch in Brackwasser.

Nahrung

Das Rautenkrokodil ist ein reiner Fleischfresser. Zur bevorzugten Beute gehören Fische, Wasservögel, Schildkröten und Säugetiere in passender Größte. Das Gebiss eines Rautenkrokodils ist optimal geeignet um einen Schildkrötenpanzer zu zerquetschen. Zum Kauen ist das Gebiss allerdings nicht geeignet. Die Beute wird im Ganzen verschlungen. Jungtiere ernähren sich anfangs überwiegend von Insekten, kleinen Fischen und anderen kleinen Tieren.

Fortpflanzung

Rautenkrokodil
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Rautenkrokodil

Die Weibchen der Rautenkrokodile erreichen die Geschlechtsreife mit rund zehn Jahren, Männchen erst sehr viel später mit etwa sechszehn Jahren. Die Paarungszeit beginnt mit dem Ende der Regenzeit, fällt also in die beginnende Trockenzeit. Rautenkrokodile bauen keine Hügelnester, sondern Grubennester. Dazu gräbt ein Weibchen im lockeren Sand nahe des Wassers eine Grube und legt zwischen 30 und 60 Eier hinein. Auf diese Eier legt sie dann schichtweise Pflanzenteile und ähnliches organisches Material. Durch den Fäulnisprozess entsteht nun Wärme, die die Eier ausbrütet. Die Inkubationszeit beträgt rund 60 bis 70 Tage. Während dieser Zeit wacht das Weibchen über das Gelege. Beim Schlupf ist sie den Jungtieren behilflich und trägt sie auch ins Wasser. Junjtiere sind überwiegend goldbraun gefärbt und weisen typische schwarze Musterungen und Bänder auf. Sie ernähren sich anfangs von Insekten und kleinen Fischen. Das Rautenkrokodil hat eine Lebenserwartung von gut 100 Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Reinhard Radke, Krokodile. Expeditionen zu den Erben der Dinosaurier, Taschenbuch, Lübbe; Auflage: 1 (Oktober 2002) - ISBN 3785721056
  • Gunther Köhler, Krokodile Schildkröten Echsen, Herpeton; Auflage: 1. Aufl. (2000) - ISBN 3980621405
  • Günther Nietzke, Die Terrarientiere, Bd.3, Krokodile und Schlangen, Ulmer (Eugen); Auflage: 4., (Januar 2002) - ISBN 3800174596
  • Barbara Taylor, Krokodile, Franckh-Kosmos Verlag (2001) - ISBN 3440085481
  • Ludwig Trutnau, Krokodile, Taschenbuch, Westarp Wissenschaften, 2005 - ISBN 3894324201
  • Charles A. Ross, Krokodile und Alligatoren. Entwicklung, Biologie und Verbreitung,
    Bassermann; Auflage: 1 (Januar 2002) - ISBN 3572013194

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