Cyclosa oculata

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Cyclosa oculata

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Kreisspinnen (Cyclosa)
Art: Cyclosa oculata
Wissenschaftlicher Name
Cyclosa oculata
(Walckenaer, 1802)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:015670]

Die Spinnenart Cyclosa oculata zählt innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung der Kreisspinnen (Cyclosa). Der Gattungsname nimmt Bezug auf die ziemlich regelmäßig kreisförmigen Netze.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Diese Kreisspinne bleibt mit einer Körperlänge von etwa 4 Millimeter Körperlänge als Männchen und mit 5 bis 6 Millimeter Körperlänge als Weibchen etwas kleiner als die Konusspinne (Cyclosa conica). Der Hinterkörper von Cyclosa oculata ist am Ende in vier spitze Fortsätze ausgezogen, die am Hinterende oben, unten und seitlich jeweils etwa in der Mitte angeordnet sind. Diese auffällige Bildung stehen in Zusammenhang mit dem zum Teil verblüffenden Tarnverhalten dieser Spinne. Die Färbung ist unscheinbar braun mit hellerer Fleckung. Die reifen Tiere findet man im Mai und Juni.

Lebensweise

Cyclosa oculata baut ihr kleines Radnetz stets in Bodennähe, gern zum Beispiel zwischen Heidekraut. Die Radienzahl ist niedriger als bei der Konusspinne (Cyclosa conica), etwa 30 Radien. Der Klebfadenabstand beträgt zwei bis drei Millimeter. Über und unter der Netzmitte findet sich ein Stabiliment in Form eines jeweils etwa zwei Zentimeter langen, flächigen Seidenbandes. Bei Netzen, die schon länger in Gebrauch sind, ist es in der Regel mit Pflanzenteilen, Beuteresten u. ä. bedeckt. Die Spinne sitzt mit angezogenen Beinen kopfunter stets in der Netzmitte, zwischen den beiden Teilen des Stabiliments. Wird sie gestört, etwa durch Antupfen mit dem Finger, läßt sie sich fallen oder versetzt ihren Körper und damit auch das Netz in schnelle, zitternde Bewegungen und ist inmitten des weißen, nur noch verschwommen erkennbaren Stabiliments nicht mehr genau zu lokalisieren. Ebenso ist die Spinne im mit Beuteresten behängten Gespinst oft kaum zu finden. Die braunen Eikokons werden im deutlichen Unterschied zu den übrigen Arten dieser Gattung der Kreisspinnen (Cyclosa) ebenfalls am Stabiliment befestigt.

Verbreitung

Cyclosa oculata lebt vorwiegend auf sonnigem, trockenem Ödland, besonders in Sandgebieten. In Mitteleuropa ist die Spinne ziemlich selten anzutreffen, meist ist sie in klimatisch begünstigten Gebieten zu finden. Nach der Roten Liste in Deutschland ist Cyclosa oculata gefährdet.

Ernährung

Cyclosa oculata ernährt sich von Insekten (Insecta). In der Regel sind dies Geflügelte Insekten (Pterygota), die sie mit ihrem Netz erbeutet. Dies können Fliegen (Brachycera) und Mücken (Nematocera), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera) sowie verschiedenste Hautflügler (Hymenoptera) sein. Aber auch kleinere Beutetiere wie Blattläuse (Aphidoidea) werden keineswegs verschmäht. Hat sich ein Beutetier im Netz verfangen, so spinnt sie das Opfer mit ihrer Seide ein. Ausgelöst wird dieser Reflex durch die Erschütterung, die von einem Beutetier ausgeht.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht Cyclosa oculata mit der Imaginalhäutung (Reifehäutung) und die Paarungszeit liegt in den Monaten zwischen Mai und Juni. Vor allem Anfang Mai hält sich das Männchen neben dem Weibchen in dem Gespinst auf. Das Männchen webt einen Paarungsfaden, um auf diesem sein Sperma zu lagern. Auf diesem Paarungsfaden findet auch die Paarung statt. Das Sperma nimmt das Männchen dann mit den Bulben auf, um es später dem Weibchen zu überreichen. Die Bulben liegen an den Pedipalpen. Im Zuge der folgenden Kopulation, die nur wenige Sekunden dauert, führt das Männchen seine Bulben in die Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) des Weibchens ein und injiziert das Sperma. Wenige Wochen nach einer erfolgreichen Paarung legt das Weibchen in mehrere braune Kokons ihre Eier ab. Ein Kokon wird mit einigen Dutzend Eiern gefüllt. Die braunen Eikokons werden im Unterschied zu den übrigen Arten dieser Gattung der Kreisspinnen (Cyclosa) ebenfalls am Stabiliment befestigt.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Mai 2008 <1>

Cyclosa oculata
vergrößern
Cyclosa oculata
Cyclosa oculata
vergrößern
Cyclosa oculata

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge