Dünnschwanz-Schlafbeutler

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Dünnschwanz-Schlafbeutler
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Überordnung Australidelphia
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Bilchbeutler (Burramyidae)
Gattung: Schlafbeutler (Cercartetus)
Art: Dünnschwanz-Schlafbeutler
Wissenschaftlicher Name
Cercartetus concinnus
(Gould, 1845)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Dünnschwanz-Schlafbeutler (Cercartetus concinnus) zählt innerhalb der Familie der Bilchbeutler (Burramyidae) zur Gattung der Schlafbeutler (Cercartetus). Im Englischen wird die Art Western Pygmy Possum genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Dünnschwanz-Schlafbeutler sind sehr kleine Beuteltiere. Sie erreichen eine Körperlänge von rund 8 cm, eine Schwanzlänge von 8,5 cm sowie ein Gewicht von 12 bis 13 g. Der lange Schwanz dient im Geäst von Büschen als Kletterhilfe. Das dichte und weiche Fell weist dorsal eine rötlichbraune Grundfärbung auf, ventral zeigt sich eine weißliche Färbung. Der Schwanz ist im Wesentlichen nackt. Die rundlichen und im Vergleich zum Kopf sehr großen Augen sitzen seitlich am Kopf. Die Ohren sind dünn und abgerundet. Im Bereich der Nasenspitze und rund um das Maul zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen. Sie dienen dem Dünnschwanz-Schlafbeutler in der Nacht der Orientierung.

Lebensweise

Aufgrund der nachtaktiven, einzelgängerischen und aborealen (baumbewohnend) Lebensweise ist über die Lebensweise und die Ökologie der Dünnschwanz-Schlafbeutler nur wenig bekannt. Wie bei allen Schlafbeutlern (Cercartetus) sind die Sinne, insbesondere der Sehsinn, das Gehör sowie der taktile Sinn gut entwickelt. Während der Paarungszeit spielt wahrscheinlich der Geruchssinn eine große Rolle. Man geht daher von einer Kommunikation über chemische Signale aus.

Verbreitung

Der Dünnschwanz-Schlafbeutler ist im südlichen Australien endemisch. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südlichen Westaustralien bis in den Südwesten von Victoria. Kleinere Vorkommen konnten auch im südlichen New South Wales und auf den Kangaroo Island nachgewiesen werden. Die Tiere leben in Heide- und Buschlandschaften sowie in der Vegetationsform des Mallee. Die Lebensräume zeichnen sich durch ein dichtes Dickicht aus.

Biozönose

Prädatoren

Aufgrund der geringen Größe stehen Dünnschwanz-Schlafbeutler auf der Speisekarte zahlreicher räuberisch lebender Tiere. Hier sind insbesondere Schlangen (Serpentes) und verwilderte Hauskatzen (Felis catus) zu nennen. Durch die strikte Nachtaktivität sind Dünnschwanz-Schlafbeutler jedoch vor den meisten natürlichen Feinden geschützt.

Ernährung

Dünnschwanz-Schlafbeutler ernähren sich hauptsächlich von Nektar und Insekten (Insecta). Nachgewiesen wurden die weichen Körper von Gliederfüßern (Arthropoda), insbesondere die Puppen und Larven von Insekten. Diese Art von Nahrung ist leicht verdaulich und kaum im Kot nachzuweisen. An pflanzlicher Kost konnten im Kot der Tiere die Pollen von verschiedenen Banksien (Banksia) nachgewiesen werden. Zu einem kleinen Teil werden wahrscheinlich auch Eidechsen und andere kleine Reptilien gefressen.

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten der Dünnschwanz-Schlafbeutler ist nur wenig bekannt. Nach einhelliger Meinung (insbesondere Pestell, 2006 und Harris, 2009) pflanzen sich die Tiere 2 bis 3 mal im Jahr fort. Wenn die klimatischen Bedingungen günstig sind, können sich die Tiere das ganze Jahr über fortpflanzen. Ein Wurf besteht aus 1 bis 6 Jungtieren. Die Tragezeit ist unbekannt, jedoch kann sich bei ungünstigen Bedingungen – beispielsweise bei niedrigen Temperaturen oder zu geringen Nahrungsressourcen - eine verzögerte Entwicklung einstellen. Aufgrund der polygamen Lebensweise kümmert sich ausschließlich das Weibchen um die Aufzucht des Nachwuchses. Die Bruttasche verfügt im Gegensatz zu anderen Arten der Bilchbeutler (Burramyidae) über 6 statt 4 Zitzen. Die Unabhängigkeit erreicht der Nachwuchs nach bereits 25 Tagen. Die Lebenserwartung ist unbekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Tasmanische Schlafbeutler gehören heute noch nicht zu den gefährdeten Species und werden daher in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie LC, als nicht gefährdet (least concern) geführt. Die Art kommt im Verbreitungsgebiet häufig vor. Die größten Gefahren gehen von verwilderten Hauskatzen, Buschfeuern und der Landwirtschaft aus (IUCN, 2009).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Jamie M. Harris: Western Pygmy-possum (Cercartetus concinnus). The American Society of Mammalogists, 2009 - engl.
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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