Dachsammer

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Dachsammer

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Ammern (Emberizidae)
Gattung: Zonotrichia
Art: Dachsammer
Wissenschaftlicher Name
Zonotrichia leucophrys
Forster, 1772

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Dachsammer (Zonotrichia leucophrys) zählt innerhalb der Familie der Ammern (Emberizidae) zur Gattung Zonotrichia. Im Englischen wird diese Ammer White-crowned Sparrow genannt.

Die Dachsammer kann leicht mit der Weißkehlammer (Zonotrichia albicollis) und der Kronenammer (Zonotrichia atricapilla) verwechselt werden. Die Weißkehlammer ist jedoch an der deutlich weiß gefärbten Kehle zu erkennen, die Kronenammer weist keine weißen Linien im Bereich des Oberkopfes auf.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Dachsammer erreicht eine durchschnittliche Größe von gut 16 Zentimeter eine Flügelspannweite von 22 bis 24 Zentimeter sowie ein Gewicht von 25 bis 30 Gramm. Die Geschlechter weisen in der Gefiederfärbung keinen Geschlechtsdimorphismus auf, jedoch bleibt das Weibchen etwas kleiner als das Männchen. Das Gefieder weist eine unauffällige graubraune Färbung auf.
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Im Flügelbereich kann sich an den Federn ein weißlicher Saum zeigen. Die Flügel weisen insgesamt eine leicht dunklere Färbung auf als das restliche Gefieder. Je nach Unterart kann die Färbung und Zeichnung der Flügel leicht abweichend sein.

Markantes Erkennungsmerkmal sind die zwei schwarzen Streifen an jeder Kopfseite. Ein schmaler schwarzer Streifen verläuft dabei in Höhe des Augen vom Schnabelansatz bis in den Nacken. Der zweite, deutlich breitere Streifen verläuft oberhalb der Augen. Die Gefiederbereiche zwischen den schwarzen Streifen und auf dem Oberkopf sind weißlich gefärbt. Der kräftige Schnabel und die Extremitäten weisen eine fleischfarbene Färbung auf. Juvenile Vögel sind etwas mehr bräunlich gefärbt. Zudem sind bei ihnen die Streifen auf dem Oberkopf braun und nicht schwarz.

Verhalten

Dachsammern leben außerhalb der Paarungszeit strikt einzelgängerisch. Nur auf den Zügen in die Winterquartiere finden sich gelegentlich kleinere Gruppen zusammen. Ansonsten treffen sich die Geschlechter nur zur Balz- und Brutzeit. Im Frühjahr kommen die Männchen vor den Weibchen in den Brutgebieten an und besetzen sogleich ein Revier. Sie sind sehr territorial und verteidigen es gegenüber Artgenossen und Eindringlingen. Drohgebärden schließen Aufplustern, Aufstellen der Federhaube auf dem Oberkopf und lautstarken Gesang mit ein.

Unterarten

Verbreitung

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Das natürliche Verbreitungsgebiet der Dachsammern erstreckt sich über ganz Nordamerika. Das Verbreitungsgebiet reicht vom nördlichen Kanada bis ins nördliche Mittelamerika. Die Brutgebiete liegen in den nordwestlichen Bundesstaaten der USA sowie in weiten Teilen von Kanada. Im Osten reichen die Brutgebiete bis nach Neufundland. Die Winterquartiere liegen in der unteren Hälfte der USA und Mexiko. Einige Populationen ziehen auch bis in die Karibik. Meist beginnen die Wanderungen in die Winterquartiere im zeitigen Herbst. Der Rückflug in die Brutgebiete beginnt im März oder im April. Dachsammern leben bevorzugt im bewaldeten Hügelland, in Wäldern der Ebene, in Sumpfgebieten der halboffenen Tundra und in lichten Nadelwäldern. Gelegentlich, vor allem während der Reifezeit von Beeren, tauchen Dachsammern auch an Waldrändern auf.

Ernährung

Dachsammern gehören zu den Allesfressern und ernähren sich sowohl von Insekten und deren Larven als auch von pflanzlicher Kost wie Sämereien, Früchte, Knospen, Beeren und Körner aller Art. Der Anteil an tierischer Nahrung ist im Frühjahr und Sommer mit gut 90 Prozent deutlich höher als der pflanzliche Anteil. Im Winter nimmt eine Dachsammer tierische und pflanzliche Kost etwa zu gleichen Teilen zu sich. Der Nachwuchs wird ausschließlich mit Insekten versorgt. Die Nahrungssuche erfolgt auf dem Waldboden und im Geäst von Büschen und Bäumen. Auf Nahrungssuche gehen Dachsammern vorzugsweise in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Jungvogel
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Jungvogel

Fortpflanzung

Die Dachsammer erreicht die Geschlechtsreife mit 10 bis 12 Monaten. Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr, meist Ende März oder im April. Es kommt zu einer Jahresbrut, wobei ein Nachgelege durchaus möglich ist, falls das erste Gelege verloren geht. Nur in südlichen Verbreitungsgebieten kann es zu einer zweiten Jahresbrut kommen. Die napfartigen Nester werden in dichtem Buschwerk am Boden angelegt. Es wird vom Weibchen alleine aus Pflanzenfasern, Halmen und anderen weichen Materialien errichtet. Ein Gelege besteht meist aus drei bis vier, selten auch bis sechs Eier, die eine grünlichblaue Färbung und eine leicht bräunliche Sprenkelung aufweisen.

Das Weibchen brütet die Eier über einen Zeitraum von 12 bis 13 Tagen alleine aus. Sie wird während dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Beim Schlupf sind die Küken noch nackt und blind, sie werden in den ersten Tagen von der Mutter gehudert. Gefüttert wird der Nachwuchs mit nahrhaften Insekten. Bereits im Alter von 14 bis 16 Tagen sind die Küken flugfähig, bleiben aber noch ein bis zwei Wochen bei den Eltern. Während der Nestlingszeit kümmern sich beide Elternteile um die Versorgung mit Nahrung. Die Lebenserwartung einer Dachsammer liegt unter günstigen Umständen bei sieben bis neun Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978

Links

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