Degenschnabel-Baumsteiger

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Degenschnabel-Baumsteiger

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Schreivögel (Tyranni)
Teilordnung: Tyrannides
Überfamilie: Furnarioidea
Familie: Baumsteiger (Dendrocolaptidae)
Gattung: Drymornis
Art: Degenschnabel-Baumsteiger
Wissenschaftlicher Name
Drymornis bridgesii
(Eyton, 1849)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Degenschnabel-Baumsteiger (Drymornis bridgesii), auch unter dem Synonym Nasica bridgesii bekannt, zählt innerhalb der Familie der Baumsteiger (Dendrocolaptidae) zur Gattung Drymornis. Im Englischen wird der Degenschnabel-Baumsteiger scimitar-billed woodcreeper genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Degenschnabel-Baumsteiger erreicht eine Körperlänge von etwa 30,0 bis 31,0 Zentimeter. Zwischen den Geschlechtern besteht kein nennenswerter Dimorphismus. Markantes Merkmal ist bei dieser Art der lange, schlanke und nach vorn abwärts gebogene Schnabel und ähnelt eher in seiner Form einer Sichel. Der Schnabel weist eine schwärzliche Färbung auf. Ferner ist die Krone von einer kastanienbraunen Tönung. Im Gesicht zeigt sich ein langer weißer Überaugenstreif und über den Wangen zieht sich ebenfalls ein langer weißer Streif, letzterer wird unterhalb der Wange durch einen rotbraunen Submalar-Streifen begrenzt. Das Obergefieder weist eine sandfarbene bis braune Färbung auf. Die Flügel, der Rumpf sowie der Schwanz sind von einer rotbraunen Tönung. Der Hals weist eine weiße Färbung auf und die Unterseite ist hellbraun gefärbt und mit auffällig breiten schwarz gesäumten weißen Streifen besetzt. Des Weiteren verfügt der Degenschnabel-Baumsteiger über scharfe Krallen und über kräftige Beine und Füße. Diese Eigenschaft war für die Art auch namensgebend. Aufgrund ihrer scharfen Krallen und der steifen Schwanzfedern kann der Degenschnabel-Baumsteiger hervorragend an den Bäumen entlanglaufen. Diese Eigenschaft war für die Art auch namensgebend.

Lebensweise

Der Degenschnabel-Baumsteiger kommt im Süden von Bolivien (südwestlich von Santa Cruz bei Estancia Perforación), westlich von Paraguay (westlich des Río Paraguay), südlich von Brasilien (südwestlich des Rio Grande do Sul), im Westen von Uruguay und nördlich sowie zentral von Argentinien (südlich von La Pampa und südwestlich von Buenos Aires) vor. Ferner trifft man den Degenschnabel-Baumsteiger in einer Höhe von etwa 500 Meter an. Gelegentlich trifft man den Degenschnabel-Baumsteiger im Chaco Wald und im Buschland an, manchmal hält er sich auch in der Nähe von Waldlichtungen auf, aber er entfernt sich nie zu weit aus der Deckung. Seine Nahrung, die überwiegend aus Insekten (Insecta) besteht, sucht er sowohl an den Baumstämmen als auch auf dem Boden, wobei er sich auf dem Boden mehr unbeholfen mit gespreiztem Schwanz hüpfend bewegt. Mit seinem langen Schnabel stochert er auf dem Boden in der lockeren Erde nach Insekten (Insecta). Der Degenschnabel-Baumsteiger tritt meist einzeln oder paarweise auf und ist in der Regel unabhängig von gemischten Gruppen. Die markanteste Stimmgebung ist eine schnelle Serie von lauten, kreischenden Noten, die in einem Wust enden und klingen etwa wie "wreey! wreey! wreé-wreé-wree-wree-jehjehjeh."

Verbreitung

Degenschnabel-Baumsteiger
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Degenschnabel-Baumsteiger

Laut der Roten Liste der IUCN weist der Degenschnabel-Baumsteiger ein großes Verbreitungsgebiet auf, darunter zählen unter anderem Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Der Degenschnabel-Baumsteiger hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Subtropische und tropische trockene Wälder, Trockensavannen, Feuchtsavannen, subtropische und tropische trockene Heideflächen sowie ländliche Gärten.

Ernährung

Bei der Suche nach Insekten klettert der Degenschnabel-Baumsteiger an den Baumstämmen entlang und stochert mit seinem langen Schnabel zwischen der Rinde nach Larven und Raumpen. Ferner sucht er auch auf dem Boden nach Insekten, indem er ebenfalls mit seinem langen Schnabel in der lockeren Erde nach Ameisen stochert.

Fortpflanzung

Der Degenschnabel-Baumsteiger baut keine Nester, sondern bezieht verlassene Baumhöhlen, die oft von Spechten angelegt werden. Das Weibchen legt zwei bis drei Eier, die eine weiße Färbung aufweisen. Die Inkubation dauert etwa 14 bis 18 Tage. Die Jungen werden bis zum Ausfliegen etwa 23 bis 26 Tage mit Nahrung in Form von Insekten (Insecta) versorgt. Nach dem Ausfliegen bleiben die Jugendlichen noch für etwa sechs Monate im elterlichen Territorium. Beide Geschlechter kümmern sich um die Inkubation und um die Fütterung der Nestlinge.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Degenschnabel-Baumsteiger heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Der Degenschnabel-Baumsteiger ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Degenschnabel-Baumsteiger selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Degenschnabel-Baumsteiger als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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