Diaea variabilis

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Diaea variabilis

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Familie: Krabbenspinnen (Thomisidae)
Gattung: Diaea
Art: Diaea variabilis
Wissenschaftlicher Name
Diaea variabilis
L. Koch, 1875

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:030336]

Diese Spinnenart Diaea variabilis gehört innerhalb der Familie der Krabbenspinnen (Thomisidae) zur Gattung Diaea. Im Englischen wird diese Art flower spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Diaea variabilis erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 4 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 Millimeter. Im Gegensatz zu den anderen Arten der Gattung Stephanopsis und Tharpyna aus der Familie der Krabbenspinnen (Thomisidae) sind diese nicht hell gefärbt, stattdessen weisen sie eine schwarze, braune und weiße Körperfärbung auf, die je nach Lebensraum wie Baumrinde oder Blattlaub sich harmonisch der Umgebung anpassen. Diaea variabilis hält sich vorwiegend auf hellen Blüten auf und wird aufgrund der guten Tarnung vom Betrachter leicht übersehen und bekommt diese Spinnenart somit nur selten zu Gesicht. Die Spinne weist glatte, glänzende Körperstellen mit kurzen, ungleichen Beinen und ein großes, mehr oder weniger verkürztes Opisthosoma auf, das von einer transparenten weißlichen bis gelblichen Färbung ist. Ferner zeigen das Prosoma, die Augenregion sowie die Beine ebenfalls eine transparente weißliche bis gelbliche Tönung. Die acht Augen befinden sich in zwei Reihen im Bereich der Stirn. Insgesamt sind der Vorder- und Hinterkörper auffallend abgeflacht und die Beine sind flach seitlich ausgebreitet. Im Unterschied zu den ansonsten ähnlichen Laufspinnen (Philodromidae) sind die beiden vorderen Beinpaare deutlich länger, stark bestachelt und kräftiger als die übrigen Beinpaare. Diese Stacheln dienen im Wesentlichen der Orientierung.

Lebensweise

Diaea variabilis weist meist dieselbe Färbung wie die Blütenblätter der Blume, die sie bewohnt, auf. In der Regel sind es gelbe oder weiße Farben. Diese variable Färbung schützt die Spinne nicht nur vor Vögeln (Aves), sondern sie dient auch gleichzeitig als Tarnung, um aus dem Hinterhalt oder Versteck Beutetiere zu fangen. Diese Art ist tagaktiv und hält sich meist auf in Australien vorkommenden blütentragenden Pflanzen oder Bäumen, wie Grevilleen oder Silbereichen (Grevillea) und wie die Langblättrige Akazie (Acacia longifolia), auf. Die Art ist territorial, die nur eine Blüte bewohnt. Nur zur Paarungszeit kommen die Tiere zusammen und dulden den Partner in ihrem Revier. Die Spinne sitzt oft auf einer Blüte bis die Blütenblätter welken und wechselt dann auf eine andere Blüte. In der Nacht verbirgt sie sich unter den Blütenblättern.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Diaea variabilis befindet sich in Queensland und in Neusüdwales. Sie bewohnt meist blütentragende Pflanzen und Bäume wie Grevilleen oder Silbereichen (Grevillea) und wie die Langblättrige Akazie (Acacia longifolia). Je nach Farbe der Blüte paßt sie dementsprechend ihre Körperfarbe an und ist somit vor ihren natürlichen Feinden bestens geschützt und dient auch zugleich als Tarnfarbe für den Beutefang.

Ernährung

Diaea variabilis ist eine blütenbewohnende Spinne, die die Fähigkeit besitzt ihre Tarnung sowohl für den Schutz als auch für den Beutefang optimal einzusetzen. Die Spinne baut kein Netz, sondern überwältigt die Beute, die sie bereits über eine beachtliche Entfernung ausmachen kann. Häufig ändert die Spinne je nach Beutetier ihre Jagdmethode und wendet gelegentlich für den Fang von Beutetieren auch eine Sitz-und-Warte-Strategie an. Zu den Beutetieren zählen vor allem Honigbienen (Apis), Schmetterlinge (Lepidoptera), Fliegen (Brachycera) wie zum Beispiel Bremsen (Tabanidae) und Käfer (Coleoptera). Sie packt das Opfer mit ihren stacheligen Vorderbeinen und durch einen Biss im Kopfbereich wird das schnellwirkende Gift injiziert. Verdauungssäfte verflüssigen das interne Gewebe des Opfers und die Spinne saugt es dann anschließend aus, so dass nur noch eine leere Hülle übrigbleibt.

Fortpflanzung

Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen zu interessanten Kommentkämpfen. Mit gespreizten Vorderbeinen stehen sich die Männchen gegenüber und vollführen tänzelnde Kämpfe, bei denen sie immer wieder mit den Köpfen zusammenstoßen und zurückweichen. Ein paarungsbereites Weibchen seilt sich an einem Faden herab. Anders als bei vielen anderen Spinnenarten, lebt das Männchen dieser Spinnenart nicht ganz so gefährlich. Das Männchen begibt sich unter den Hinterleib des Weibchens und führt seine Begattungsorgane, den sogenannten Bulben, in die Geschlechtsöffnung des Weibchens ein. Es erfolgt somit eine innere Befruchtung. Unmittelbar nach der Kopulation sucht das Männchen das Weite. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen ihre etwa 45 Eier in einen kugelförmigen, dicht gewebten Kokon ab. Der Eikokon wird meist an Blättern befestigt. Bis zum Schlupf der Spiderlinge bewacht das Weibchen den dicht gewebten Eikokon. Während dieser Zeit nimmt sie auch keine Nahrung zu sich. Ist die Schlupfzeit erreicht, so öffnet sie den Kokon und entlässt die Jungspinnen der mütterlichen Fürsorge. Kurz danach stirbt das Weibchen und wird, wenn die Nahrung knapp ist, von den Spiderlingen verspeist. Die männlichen Spiderlinge migrieren während der Sommermonate zuerst. Die weiblichen Spiderlinge verbleiben noch einige Zeit in dem Netz des Weibchens bevor sie dann auch migrieren.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 18. Juni 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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