Dickschnabel-Würgerkrähe
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| Dickschnabel-Würgerkrähe | |
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| Systematik | |
| Klasse: | Vögel (Aves) |
| Unterklasse: | Neukiefervögel (Neognathae) |
| Ordnung: | Sperlingsvögel (Passeriformes) |
| Unterordnung: | Singvögel (Passeri) |
| Familie: | Rabenvögel (Corvidae) |
| Unterfamilie: | Eigentliche Raben (Corvinae) |
| Tribus: | Artamini |
| Gattung: | Würgerkrähen (Strepera) |
| Art: | Dickschnabel-Würgerkrähe |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Strepera graculina | |
| Shaw, 1790 | |
| IUCN-Status | |
| Least Concern (LC) - IUCN
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Die Dickschnabel-Würgerkrähe (Strepera graculina) gehört innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zur Gattung Würgerkrähen (Strepera). Im Englischen wird dieser Rabe Pied Currawong oder Scrub Currawong genannt.
Die Dickschnabel-Würgerkrähe kann mit der Schlankschnabel-Würgerkrähe (Strepera versicolor) und der Tasmanwürgerkrähe (Strepera fuliginosa) verwechselt werden. Die Schlankschnabel-Würgerkrähe ist jedoch nur im südlichen Australien verbreitet, die Tasmanwürgerkrähe ausschließlich auf Tasmanien. Beiden Arten fehlt zudem die weißen Gefiederteile im Bereich des Schwanzes. Eine leichte Ähnlichkeit besteht auch mit dem Flötenvogel (Gymnorhina tibicen), der an den weißen Gefiederteilen im Bereich des Rückens leicht zu erkennen ist.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Die Dickschnabel-Würgerkrähe erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Körperlänge von 44 bis 50 Zentimeter sowie ein durchschnittliches Gewicht von 280 bis 300 Gramm. Bei den Geschlechter zeigt sich kein nennenswerter Dimorphismus. Das Gefieder ist überwiegend schwarz gefärbt und schimmert je nach Lichteinfall leicht bläulich. Der Schwanz weist an der Unterseite eine weißliche Basis auf. Die Spitze des Schwanzes ist ebenfalls weiß gefärbt. Im Bereich der Flügelspitze zeigt sich ebenfalls eine weiße Markierung, die eine sichelartige Form aufweist. Markant ist die leuchtend gelb gefärbte Iris, die Pupille weist eine dunkle Färbung auf. Der sehr kräftige und massige Schnabel ist schwarz gefärbt. Die Extremitäten sind bis zu den Oberschenkeln befiedert. Sie weisen eine dunkelgraue bis fast schwarze Färbung auf. Die Füße enden in vier Zehen, wovon drei Zehen nach vorne und eine Zehe nach hinten weisen. Juvenile Vögeln ähneln den Erwachsenen, jedoch sind sie etwas stumpfer gefärbt.
Lebensweise
Die Dickschnabel-Würgerkrähe lebt einzelgängerisch, paarweise oder in kleinen Familiengruppen. Außerhalb der Paarungszeit kann es durchaus auch zur Bildung größerer Gruppen kommen. Während der Paarungszeit ziehen sich einzelne Paare in ihre Brutreviere zurück und legen eine territoriale Lebensweise an den Tag. In den meisten Regionen sind Dickschnabel-Würgerkrähen ganzjährig in ihren Lebensräumen anzutreffen. Im südlichen Australien kann es jedoch zu saisonalen Wanderungen kommen. Dies trifft im Süden vor allem auf die Höhenlagen zu. Hier ziehen die Vögel im Winter in tiefere Lagen.
Unterarten
- Strepera graculina graculina - Shaw, 1790 - Lord-Howe-Insel/Australien
- Strepera graculina robinsoni - Mathews, 1912 - Queensland/Australien
- Strepera graculina ashbyi - Mathews, 1913 - Victoria/Australien
- Strepera graculina crissalis - Sharpe, 1877 - Lord-Howe-Insel/Australien
- Strepera graculina nebulosa - Schodde & Mason, 1999 - New South Wales, Victoria/Australien
- Strepera graculina magnirostris - White, 1923 - Queensland/Australien
Verbreitung
Dickschnabel-Würgerkrähen sind in Australien endemisch. In Australien sind die Vögel vor allem von Queensland im Nordwesten bis nach Viktoria im Südwesten anzutreffen. Zwei Unterarten sind auch auf der Lord-Howe-Insel vor der westlichen Küste Australiens verbreitet. Zu den natürlichen Lebensräumen zahlen lichte Wälder, deren Ränder, Buschland und in der Nähe des Menschen auch größere Parks. Die Nähe zum Menschen wird dabei keineswegs gemieden.
Ernährung
Dickschnabel-Würgerkrähen gehören zu den Allesfressern. Auf der Speisekarte stehen neben Insekten (Insecta), Larven und Raupen auch kleinere Wirbeltiere (Vertebrata) wie Jungvögel (Aves), Vogeleier, Eidechsen (Lacertidae) oder Skinke (Scincidae). Aber auch Beeren und reife Früchte werten den Speiseplan durchaus häufig auf. Die Jagd auf Beutetiere erfolgt sowohl einzelgängerisch als auch paarweise oder in der Gruppe. Wird Nahrung nicht sofort gefressen, so legt die Dickschnabel-Würgerkrähe temporäre Vorratslager an.
Fortpflanzung
Die Geschlechtsreife erreicht die Dickschnabel-Würgerkrähe gegen Ende des ersten, spätestens im Laufe des zweiten Lebensjahres. Die Brutzeit erstreckt sich in Australien von Juli bis Dezember, selten auch bis Januar. Dieser Zeitraum fällt in Australien in das Frühjahr und in den Sommer. Dickschnabel-Würgerkrähe leben in einer monogamen Einehe, die in der Regel ein Leben lang hält. Die Nester entstehen in Astgabeln hoher Bäume und bestehen aus kleinen Zweigen, Reisig und ähnlichem. Das napfartige Nest wird mit weichen Materialien wie Federn und Tierhaaren ausgepolstert. Am Bau eines Nestes sind beide Geschlechter involviert. In das fertige Nest legt das Weibchen meist drei Eier, die ausschließlich vom Weibchen über einen Zeitraum von gut 21 Tagen gewärmt werden. Während dieser Zeit wird das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt. Der Nachwuchs wird von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt. Verfüttert werden in der Regel Insekten in passender Größe sowie deren Larven. Die Nestlingszeit endet Anfang der fünften Lebenswoche.
Brutparasitismus
Der Fratzenkuckuck ist ein reiner Brutparasit. Das heißt, das Weibchen legt ein bis zwei Eier in ein Nest fremder Vögel. Dabei werden die im Nest vorhandenen Eier allerdings nicht angetastet. Üblicherweise werden ähnlich große Vögel ausgewählt. Dazu gehören unter anderem der Flötenvogel (Gymnorhina tibicen), die Dickschnabel-Würgerkrähe, die Schlankschnabel-Würgerkrähe (Strepera versicolor) und andere Vögel ähnlicher Größe. Nach dem Schlupf sind die Küken der Fratzenkuckucke derart dominant, dass die anderen Küken meist verhungern.
Gefährdung und Schutz
Dickschnabel-Würgerkrähen gelten als noch nicht gefährdet und kommen im westlichen und südlichen Australien noch zahlreich vor. Besonders häufig sind sie in der Nähe des Menschen anzutreffen. Da verwundert es nicht, dass Dickschnabel-Würgerkrähen vor allem in städtischen Regionen wie Gärten und Parks anzutreffen sind. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet geführt.
Anhang
Literatur und Quellen
- Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
- Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
- Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
- Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

