Dohle

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Dohle

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Tribus: Corvini
Gattung: Raben und Krähen (Corvus)
Art: Dohle
Wissenschaftlicher Name
Corvus monedula
(Linnaeus, 1758)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Dohle (Corvus monedula), auch unter dem Synonym Coloeus monedula bekannt, zählt innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zur Gattung der Raben und Krähen (Corvus). Im Englischen wird die Dohle jackdaw, eurasian jackdaw, european jackdaw oder western jackdaw genannt.

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) haben die Dohle zum Vogel des Jahres 2012 gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Dohle erreicht eine Körperlänge von gut 35,0 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 64,0 bis 68,0 Zentimeter sowie ein Gewicht von 200,0 bis 250,0 Gramm. Das Gefieder ist schwarz und wirkt bei Lichteinfall glänzend. Der Nacken und der Wangenbereich sind leicht gräulich bis silbrig gefärbt. Der relativ kurze aber kräftige Schnabel weist eine dunkelgraue Färbung auf. Die Iris der Augen ist weißlich. Diese Färbung läßt sie schon von weitem leicht erkennen. Die kraftvollen Beine sind gräulich bis schwärzlich gefärbt und enden in vier Zehen, die mit kräftigen Krallen versehen sind. Eine Zehe zeigt nach hinten, die anderen vier Zehen nach vorn. Insgesamt zeigt sich bei der Dohle kein Geschlechtsdismorphismus.

Lebensweise

Außerhalb der Brutzeit leben Dohlen durchaus gesellig in kleineren Gruppen oder Schwärmen. Während der Brutzeit ziehen sie sich paarweise zurück, bleiben dabei aber in engem Kontakt zu Artgenossen. Im Herbst und im Winter kann man diese Vögel in durchaus großen Schwärmen beobachten. In den gemäßigten Verbreitungsgebieten sind Dohlen Standvögel. In den nördlichen Verbreitungsgebieten sind sie zumeist Zugvögel.

Unterarten

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Dohle

Verbreitung

Die Dohle ist in weiten Teilen Europas sowie im vorderen Orient und bis nach Sibirien in den Osten Asiens verbreitet. Man kann sie meist in offenen Landschaften wie leicht bewaldete Steppen, in lichten Wäldern und deren Rändern sowie in Parks und Gärten beobachten. Auch Agrarflächen werden gerne besiedelt. Die nördlichen Populationen ziehen im Winter nach Mittel- und Südeuropa.

Ernährung

Als Allesfresser (Omnivoren) fressen Dohlen alles was sich erbeuten läßt. Dazu gehören neben Aas, Abfällen, Jungvögeln, Eiern, kleinen Wirbeltieren und Schnecken auch Sämereien und Früchte. Man kann auch oft beobachten, dass sie anderen Tieren ihre Beute abjagen. Als Kulturfolger scheuen sie auch die menschliche Nähe nicht. Müllkippen gehören ebenfalls zu ihren bevorzugten Nahrungsplätzen.

Fortpflanzung

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Die Dohle erreicht die Geschlechtsreife bereits mit einem Jahr. Zur ersten Paarung kommt es aber erst im dritten Lebensjahr, also im Alter von zwei Jahren. Die Vögel leben in einer monogamen Einehe, die meist ein Leben lang hält. Je nach Verbreitungsgebiet erstreckt sich die Brutzeit über die Monate April bis Mai. In sehr gemäßigten Verbreitungsgebieten kann es bereits im März zu ersten Bruten kommen. Die Dohle brütet nur einmal im Jahr. Bei Gelegeverlusten kommt es dabei zu keinem Nachgelege. Als Brutplätze kommen meist Baumhöhlen in mittlerer Höhe oder auch verlassene Spechthöhlen in Frage. Gelegentlich werden auch Nistkästen angenommen. Das Weibchen legt meist vier bis fünf, selten auch bis sechs Eier, die über einen Zeitraum von 18 Tagen ausgebrütet werden. Bereits im Alter von gut vier Wochen kommen die Jungvögel erstmals aus ihrer Bruthöhle. Eine Woche später sind sie Flügge. Das Jugendgefieder ist deutlich matter als das der Altvögel. Eine Dohle kann unter günstigen Umständen ein Alter von zehn bis fünfzehn Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Dohle heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Dohle selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072
  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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