Doppelband-Rennvogel

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Doppelband-Rennvogel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Brachschwalbenartige (Glareolidae)
Unterfamilie: Rennvögel (Cursoriinae)
Gattung: Rhinoptilus
Art: Doppelband-Rennvogel
Wissenschaftlicher Name
Rhinoptilus africanus
(Temminck, 1807)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Doppelband-Rennvogel (Rhinoptilus africanus) zählt innerhalb der Familie der Brachschwalbenartigen (Glareolidae) zur Gattung Cursorius. Im Englischen wird der Doppelband-Rennvogel double-banded courser genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Doppelband-Rennvogel erreicht eine Körperlänge von etwa 22,0 bis 24,0 Zentimeter. Ferner beträgt die Flügellänge 12,6 bis 16,1 Zentimeter, die Schwanzlänge 5,0 bis 7,0 Zentimeter, die Tarsuslänge 4,8 bis 5,6 und die Schnabellänge 1,2 bis 1,6 Zentimeter. Beide Geschlechter gleichen sich in der Gefiederfärbung. Das Obergefieder ist überwiegend braun gefärbt. Der Kopf und der Hals sind etwas dunkler getönt und die übrigen Partien sind mit schwarzen Federn umsäumt, distal etwas bräunlich, gelblich und schwarz gezeichnet. Die Kehle ist ebenfalls braun gefärbt. Des Weiteren zeigen sich zwei schwarze Bänder im unteren Hals- und oberen Brustbereich. Die Flügel und die Rückenfedern sind am dunkelsten in der Mitte markiert. Zusätzlich zeigen sich noch helle kontrastierende Streifen. Der Schnabel weist eine schwarze Färbung auf und die langen Extremitäten sind mehr weißlich-gelb geschönt. Im Flug schimmert eine weiße Färbung der versteckten Schwanzfedern durch. Die Jugendlichen ähneln den Altvögeln. Normalerweise ist der Doppelband-Rennvogel schweigsam, aber wenn er in die Flucht geschlagen wird, dann hört man ein lautes "Pee Wee" und während des Fluges in der Nacht hört man auch solche Rufe etwa wie "chik-kee, Kee-chik, chik-kee-kee-kee-kee".

Lebensweise

Der Doppelband-Rennvogel ist ein kleiner Vogel, der in den westlichen Teil des südlichen Afrikas lebt. Gelegentlich ist der Doppelband-Rennvogel endemisch ansässig. Der Doppelband-Rennvogel lebt in kleinen Gruppen von bis zu 10 Vögeln. Er ist eher schüchtern, läuft schnell weg, wenn der Doppelband-Rennvogel gestört wird und ergreift die Flucht, wenn er sich bedroht fühlt. Obwohl der Doppelband-Rennvogel als Watvogel eingestuft wird, hält er sich im trockenen, offenen, kurzen Gras- und Buschland auf, vorzugsweise in Halbwüsten, wo er normalerweise seine Beute, vor allem große Insekten jagt, die sich auf dem Boden befindet. Er ist am Tag und in der Nacht aktiv und scheinbar gleichgültig gegenüber heißen klimatischen Verhältnissen. Der Doppelband-Rennvogel läuft vielmehr als das er fliegt.

Unterarten

Doppelband-Rennvogel
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Doppelband-Rennvogel

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Doppelband-Rennvogel in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Angola, Botswana, Äthiopien, Kenia, Namibia, Somalia, Südafrika, Vereinigte Republik Tansania und Simbabwe. Der Doppelband-Rennvogel bevorzugt unter anderem subtropisches und tropisches Buschland mit Trockenwald, Busch-Vegetation mit Mittelmeer-Typ, subropisches und tropisches Grünland mit Trockenwald und heiße Wüstengebiete.

Ernährung

Der Doppelband-Rennvogel ernährt sich hauptsächlich von Insekten durch Picken an der Erdoberfläche oder durch Graben mit dem Schnabel in weicher Erde oder im Sand. Selten nimmt der Doppelband-Rennvogel Samen zu sich. Gelegentlich ernährt er sich auch von Larven und kleinen Reptilien. Auffällig sind seine geschickten Täuschungsmanöver bei der Jagd.

Fortpflanzung

Aufgrund der rauen, trockenen Umgebung legt das Weibchen statt drei Eier pro Saison nur ein Ei dreimal im Jahr. Dies bedeutet, dass ein großes Gelege für den Doppelband-Rennvogel in diesen trockenen und heißen klimatischen Bedingungen zu stressig wäre und riskiert lieber den Verlust eines Eies und kann dann wieder ein Ei legen ohne dabei viel Energie zu verlieren. Das Nest wird ungepolstert in einer Bodenmulde angelegt. Das Ei wird abwechselnd von beiden Geschlechtern bebrütet. Das Weibchen oder das Männchen sitzt auf dem Sand über dem Ei, um das Ei vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Des Weiteren wird vermieden, dass das Ei während der Mittagsglut nicht austrocknet. In der Nacht bleibt das Ei für eine kurze Zeit unbedeckt. Nach dem Schlupf folgt das Küken als Nestflüchter sofort den Altvögeln. Nach kurzer Zeit kann der Jungvogel schon bald selbständig nach Nahrung suchen. Droht Gefahr wird das Dunenjunge von seinen Eltern vollständig mit Sand zugeschüttet. Bei zu starker Hitze wird das Nest bzw. wird der Jungvogel mit hochgewürgtem Wasser oder mit den wassergetränkten Bauchfedern der Altvögel befeuchtet.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Doppelband-Rennvogel heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd von über 160.000 Quadratkilometern. Der Doppelband-Rennvogel ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Doppelband-Rennvogel selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Doppelband-Rennvogel als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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