Dornteufel

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Dornteufel

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Familie: Agamen (Agamidae)
Gattung: Dornteufel (Moloch)
Art: Dornteufel
Wissenschaftlicher Name
Moloch horridus
Gray, 1841

Der Dornteufel (Moloch horridus), auch Wüstenteufel genannt, zählt innerhalb der Familie der Agamen (Agamidae) zur Gattung der Dornteufel (Moloch).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Dornteufel erreicht eine Körperlänge von etwa 18 bis 20 Zentimeter. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und schmächtiger als Männchen. Der Körper weist eine überwiegend hellbraue Färbung auf. Rotbraune Muster überziehen dabei den gesamten Körper bis hin zum Schwanz. Dornenartige Fortsätze zeigen sich zudem auf der gesamten Körperoberfläche. Auch der Schwanz und die Extremitäten sind mit Dornen besetzt. Die Augen liegen sehr weit vorne am Kopf. Zwei große Dornen liegen dabei über den Augen. Im Nackenbereich zeigen sich zwei große Fettwülste, die ebenfalls je einen Dorn aufweisen. Der so dornenbesetzte Körper dient insbesondere der Tarnung und soll zudem Fressfeinde abschrecken. Er ist weder gefährlich noch giftig. Er ist ein völlig harmloser Wüstenbewohner. Der Dornteufel ist ausgesprochen gesellig und ist in der Regel in keiner Gruppe anzutreffen. Wie alle Echsen, so sonnt sich der Dornteufel an exponierter Stelle ausgesprochen gerne. Im Laufe der Evolution haben sich die Beine deutlich verlängert, um so seinen Körper nicht mit dem sehr heissen Boden in Berührung zu bringen. Er bewegt sich insgesamt sehr langsam. Fast könnte man meinen, er würde sich im Zeitlupentempo fortbewegen. Eine ruckartige und zuckelnde Bewegung ist dabei arttypisch.

Verbreitung

Der Dornteufel ist über weite Teile Australiens verbreitet. Er kommt nur im Nordosten und an der Ostküste nicht vor. Selbst das heiße und extrem trockene Zentralaustralien wird bewohnt. Er besiedelt für gewöhnlich trockene Gebiete wie Wüsten, Steppen und Savannen.

Ernährung

dorsale Ansicht
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Dornteufel sind Nahrungsspezialisten. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Ameisen und Termiten, die mit der klebrigen Zunge eingesammelt werden. Dabei kann eine Mahlzeit aus über 1.000 Einzeltieren bestehen. Trotz der geringen Größe der Beutetiere geht die Nahrungsaufnahme ausgesprochen schnell vonstatten. Untersuchungen haben ergeben, daß der Dornteufel bis zu 3.000 Ameisen am Tag verspeisen kann. Auch auf das Vorhandensein von Trinkwasser ist der Dornteufel nicht angewiesen. Während der Nacht sammelt sich auf dem gesamten Körper des Tieres Tau. Über Rinnen und Furchen wird der Tau zum Mund geleitet, wo er aufgenommen wird. Die Kapillarkräfte lassen das Wasser dabei sogar senkrecht emporsteigen.

Fortpflanzung

Der Dornteufel erreicht die Geschlechtsreife mit zweieinhalb bis drei Jahren. Die Balz ist beim Männchen gekennzeichnet durch heftiges Kopfnicken, Armwinken und Stampfen mit Beinen sowie Imponiergehabe. Ist ein Weibchen paarungsbereit verbeisst sich das Männchen in den Nacken des Weibchens und führt seine Schwanzwurzel an die des Weibchens. Dabei drückt er seine Kloake an die des Weibchens. Der Paarungsakt kann durchaus mehrere Minuten dauern. Nach einer Tragezeit von zwei bis drei Monaten legt das Weibchen zwischen vier und zehn Eier in eine selbstgegrabene Höhle oder Grube, die sich an geschützter Stelle befindet. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungtiere nach 90 bis 130 Tagen. Je kühler die Temperatur desto länger die Inkubationszeit. Die durchschnittliche Inkubationstemperatur liegt bei rund 29 Grad. Mittels ihres Eizahnes befreien sich die Jungechsen aus den Eiern. Der Eizahn fällt noch während des Schlupfvorganges ab. Die Jungechsen ernähren sich von Kleinstinsekten wie Ameisen und Termiten. Die Dornen sind bei ihnen bereits voll ausgebildet. Dornteufel können in Gefangenschaft ein Alter von bis zu achtzehn Jahren erreichen. Die Lebeserwartung in Freiheit dürfte deutlich darunterliegen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
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