Dreizehen-Dosenschildkröte

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Dreizehen-Dosenschildkröte

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae)
Gattung: Dosenschildkröten (Terrapene)
Art: Carolina-Dosenschildkröte (Terrapene carolina)
Unterart: Dreizehen-Dosenschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Terrapene carolina triunguis
Agassiz, 1857

Die Dreizehen-Dosenschildkröte (Terrapene carolina triunguis), eine Unterart der Gewöhnlichen Dosenschildkröte (Terrapene carolina), gehört innerhalb der Familie der Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae) zur Gattung der Dosenschildkröten (Terrapene). Im Englischen wird dieser Schildkröte Three-toed Box Turtle genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Panzer der Dreizehen-Dosenschildkröte ist gleichmäßig hoch gewölbt, glatt und länglich oval. Mit durchschnittlichen Carapax-Länge von 11 bis 13,5 Zentimeter gehört sie zu den eher kleineren Arten. Rekordgrößen von bis zu 17 Zentimeter sind möglich und dokumentiert. Ausgewachsene Tiere können bis zu 500 Gramm auf die Waage bringen. Männchen bleiben dabei ein wenig kleiner und leichter als Weibchen. Die Färbung ist sehr variabel, und reicht von fast olivbraun oder olivgrün bis gelblichbraun. Gelegentlich ist der Carapax auch leicht gemustert. Die Weichteile sind gleichmäßig braun bis fast schwarz gefärbt und orange oder orangegelb getupft. Der Name Dosenschildkröte kommt von dem Scharnier, welches die Tiere im vorderen und hinteren Teil des Bauchpanzers besitzen. Dies ermöglicht der Dreizehen-Dosenschildkröte bei Gefahr die Extremitäten einzuziehen. Dabei klappen die beiden Bauchplatten hoch und bieten somit keine Angriffsfläche mehr, da der Panzer nun vollkommen verschlossen ist. Bei der Dreizehen-Dosenschildkröte liegt ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus vor.
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Bei den Männchen ist der Bauchpanzer konkav geformt, also einwärts gewölbt, die Hinterbeine weisen längere Krallen auf, um sich bei den Weibchen bei der Paarung festzukrallen. Die Weibchen hingegen haben einen glatt geformten Bauchpanzer. Der Kopf ist zierlich und dreieckig gebaut. Der Schnabel ist papageienartig geformt. Die Augen sitzen seitlich am Kopf. Die hinteren Füße weisen drei Zehen auf. Diese Eigenart war für die Art namensgebend.

Lebensweise

Die Dreizehen-Dosenschildkröte gehört zwar zu den Sumpfschildkröten, sie lebt aber terrestrisch und zieht sich in ein Gewässer zurück, um sich bei extremer Hitze abzukühlen. Ihr Vorkommen reicht von offenen Waldlandschaften, über Waldränder bis zu feuchten und sumpfigen Wiesen. Sie ist hauptsächlich in der Dämmerung aktiv. Bei regnerischem Wetter können sie auch tagaktiv sein. Die Dreizehen-Dosenschildkröte ist ein Allesfresser, jedoch wechselt ihre Ernährung in den verschiedenen Entwicklungsstadien gravierend. Im Jugendstadium wird der größte Teil der Nahrung mit tierischer Kost abgedeckt und nur zu einem geringen Teil mit pflanzlicher Nahrung. Je älter die Tiere werden, desto mehr ändert sich das Verhältnis ins Gegenteil. Erwachsene Schildkröten leben hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung. Während der kalten Jahreszeit halten die Tiere eine mehrmonatige Winterruhe.

Verbreitung

Die Dreizehen-Dosenschildkröte kommt im Süden der USA vor. Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom östlichen Texas bis ins nördliche Florida. Nördlich ist sie bis nach Missouri anzutreffen. Sie ist ein typischer Bewohner des offenen Waldlandes, kommt aber auch auf Weiden und sumpfigen Wiesen vor. Gewöhnlich befinden sich aber in der nähe Seen, Teichen, Flüssen oder Feuchtgebieten wie Sümpfen.

Ernährung

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Die Dreizehen-Dosenschildkröte ist ein opportunistischer Allesfresser. Auf dem Speiseplan stehen neben pflanzlicher Nahrung wie Gräser, Kräuter, Früchten und Beeren auch tierische Nahrung wie Eier von Vögeln (Aves), Insekten (Insecta) und deren Larven, Schnecken (Gastropoda) und Regenwürmer (Lumbricidae). Pilze (Fungi) werden ebenfalls nicht verschmäht.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht die Dreizehen-Dosenschildkröte mit gut acht Jahren. Zu diesem Zeitpunkt sind die Tiere nahezu ausgewachsen. Die Paarungszeit erstreckt sich für gewöhnlich über das Frühjahr. Das Männchen steigt auf das Weibchen auf und klammert sich mit den Hinterbeinen an dem Panzer des Weibchens fest. Nach Beginn der Paarung lässt das Männchen sich nach hinten auf ihren Panzer gleiten. In der Stellung verharrt das Männchen teilweise mehrere Stunden und es erfolgt die Kopulation. Das Weibchen legt ihre Eier, verteilt auf mehrere Gelege, in selbstgegrabene Gruben im lockeren Sand. Pro Gelege legt sie zwischen zwei und acht Eier, die eine durchaus harte Schale aufweisen. Nach erfolgreicher Ablage der Eier wird die Grube sorgsam verschlossen. Nach etwa 50 Tagen schlüpfen die Jungentiere, die sich in den ersten Tagen vom Dottersack ernähren. Die Jungen weisen eine Länge von etwa drei Zentimeter auf und ernähren sich in der ersten Zeit hauptsächlich von Kleinstinsekten. Ihre Lebenserwartung liegt bei 50 bis 70 Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ignaz A. Basile: Faszinierende Schildkröten. Sumpfschildkröten. Naglschmid, 1995 ISBN 3927913812
  • Fritz J. Obst: Die Welt der Schildkröten. Müller Rüschlikon, Auflage 2, (1988). ISBN 3275008552
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