Drosselstelze

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Drosselstelze
Weibchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Unterfamilie: Drongos (Dicrurinae)
Tribus: Monarchini
Gattung: Grallina
Art: Drosselstelze
Wissenschaftlicher Name
Grallina cyanoleuca
Latham, 1801

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Drosselstelze (Grallina cyanoleuca) gehört innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zur Gattung Grallina. Im Englischen wird dieser Drongo Magpie-lark genannt. Der englische Name beinhaltet die Namensteile "Marpie" (Elster) und "Lark" (Lerche). Die Bezeichnung Marpie-lark ist jedoch irreführend, da die Drosselstelze weder mit den Elstern noch mit den Lerchen verwandt ist.

Die verwandtschaftliche Einordnung innerhalb der Taxonomie ist bis heute umstritten. Ursprünglich ordnete man die Drosselstelzen der Familie Grallinidae zu und sah sie verwandtschaftlich in der Nähe der Drosselhäher (Corcoracidae) und Flötenwürger (Cracticidae). DNA-Analysen konnte diese Tatsache jedoch nicht erhärten. Aufgrund der Ergebnisse ergab sich eine Verwandtschaft mit den Drongos (Dicrurinae) innerhalb der Rabenvögel (Corvidae). Auch wenn die Ergebnisse eindeutig erscheinen, so wird die Meinung nicht von allen Forschern geteilt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die mittelgroße Drosselstelze erreicht eine Körperlänge von 26 bis 30 Zentimeter sowie ein Gewicht von 85 bis 110 Gramm. Die durchschnittliche Größe liegt bei einem Gewicht von 90 Gramm bei einer Körperlänge von 28 Zentimeter. Ähnlich der in Europa weit verbreiteten Elster ist das Gefieder der Drosselstelze gefärbt. Dies ist sowohl bei den Männchen und Weibchen als auch bei den juvenilen Vögeln der Fall. Dennoch kann man die Geschlechter leicht voneinander unterscheiden. Beim Weibchen ist der vordere Teil des Gesichtes und die Kehle weiß gefärbt, beim Männchen sind diese Bereiche schwarz. Oberhalb der Augen zeigt sich beim Männchen ein weißlicher Überaugenstreif. Dieser fehlt dem Weibchen. Die Kehle der juvenilen Vögel ist weiß, das Gesicht ist schwarz. Zudem zeigt sich bei den Jungvögeln auch der charakteristische weiße Überaugenstreif. Die Extremitäten der adulten Vögel sind schwarz, die der Weibchen sind gräulich gefärbt. Drei Zehen der Füße weisen nach vorne, eine Zehe nach hinten. Die Zehen enden jeweils in kleine schwarze Krallen. Der relativ schmale und zierliche Schnabel weist eine hellgraue bis leicht hornfarbene Färbung auf. Die Iris der Augen ist weißlich, die runde Pupille ist dunkel gefärbt.

Lebensweise

Ähnlich wie die Elster lebt auch die Drosselstelze überwiegend am Boden. Sie ist meist paarweise, seltener auch in kleinen Trupps anzutreffen. Am Boden geht die Drosselstelze auch auf Nahrungssuche. Außerhalb der Paarungszeit ist die Drosselstelze eher gesellig, während der Paarungs- und Brutzeit legt sie jedoch ein ausgesprochen territoriales Verhalten an den Tag. Drosselstelzen gehen dabei recht aggressiv gegen Eindringlinge vor. Als Waffe wird vor allem der kräftige Schnabel eingesetzt. Zu den Drohgebärden gehört lautstarker Gesang. Das beanspruchte Revier eines Paares weist in der Regel eine Größe von etwa 10 Hektar auf. Drosselstelzen gehören zu den Singvögeln. Daher verwundert es nicht, dass sie sich vor allem während der Paarungszeit durch den Gesang bemerkbar macht. Beide Geschlechter singen, wobei der Gesang vom Männchen angestimmt wird.

Unterarten

Männchen
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Männchen

Verbreitung

Drosselstelzen kommen in Australien, dem südlichen Neuguinea und auf einigen Inseln der Kleinen Sunda-Inseln wie Timor vor. Auf Tasmanien ist sie relativ selten anzutreffen. Es liegen jedoch Sichtungen vor. Die Drosselstelze ist ein Lebensraumgeneralist. Bis auf tropische Regenwälder und reine Wüstengebiete werden zahlreiche Lebensräume besiedelt. Im Grunde gehört die Drosselstelze zu den Standvögeln. Außerhalb der Paarungszeit kommt es jedoch zu größeren, aber regional begrenzten Wanderungen. Während der Wanderungen gesellen sich die Vögel in großen Schwärmen von durchaus einigen Tausend Vögeln zusammen. Ähnliches gilt während der Paarungszeit für Nichtbrüter und juvenile Drosselstelzen. Die Nähe zum Menschen wird keineswegs gemieden. So sind Drosselstelzen auch häufig in menschlichen Siedlungen anzutreffen. Für gewöhnlich befindet sich immer ein Gewässer, gleich welcher Art, im Lebensraum der Vögel. Drosselstelzen bauen ihre Nester aus Schlamm, der am Gewässerrand gesammelt wird.

Ernährung

Die Drosselstelze ernährt sich am Boden hauptsächlich von allerlei Insekten (Insecta) und deren Larven. Unter den Insekten stehen vor allem Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Käfer (Coleoptera) und Wanzen (Heteroptera) auf der Speisekarte. Aber auch andere kleine Gliederfüßer (Arthropoda) sowie Regenwürmer (Lumbricidae) stehen weit oben auf der Speisekarte.

Fortpflanzung

Jungvögel
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Jungvögel

Drosselstelzen führen eine monogame Ehe, die ein Leben lang hält. Stirbt ein Partner, so kommt es jedoch zu einer Neuverpaarung. Während der Paarungszeit ziehen sich Drosselstelzen paarweise zurück und beanspruchen ein recht großes Revier, dass gegenüber Artgenossen und Eindringlingen energisch verteidigt wird. Die Balz ist durch einen ausgefeilten Gesang geprägt, der von beiden Geschlechtern gleichermaßen vorgetragen wird. Der duettartige Gesang geht mit Heben und Senken der Flügel einher. Die Paarungszeit erstreckt sich in einigen Regionen über das ganze Jahr, die Hauptbrutphase erstreckt sich jedoch über das Frühjahr und den Sommer. In der Regel kommt es in einer Saison zu ein bis zwei Gelegen. Das Nest, eine napfartige Konstruktion, entsteht aus Schlamm, der am Gewässerrand gesammelt wird. Es entsteht in einem Baum in relativ großer Höhe, meist in einer Astgabel. Hier sind die Nester vor den meisten Fleischfressern in Sicherheit. Der Nestbau wird von beiden Geschlechtern bewerkstelligt. Das Innere des Nestes (Durchmesser rund 15 Zentimeter) wird mit feinen Gräsern und Federchen ausgepolstert. In das fertige Nest legt das Weibchen zwischen drei und fünf Eier. Auch am Wärmen der Eier sind beide Geschlechter beteiligt. Die Jungen schlüpfen nach knapp drei Wochen, die Nestlingszeit erstreckt sich über weitere drei bis vier Wochen. Nach dem Schlupf werden die Küken von dem Männchen und von dem Weibchen reichlich mit Nahrung in Form von Insekten (Insecta) und deren Larven versorgt. Die Lebenserwartung ist nicht bekannt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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