Dunkler Tigerpython

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Dunkler Tigerpython

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Pythons (Pythonidae)
Gattung: Eigentliche Pythons (Python)
Art: Tigerpython (Python molurus)
Unterart: Dunkler Tigerpython
Wissenschaftlicher Name
Python molurus bivittatus
Kuhl, 1820

Der Dunkle Tigerpython (Python molurus bivittatus) ist eine Unterart des Tigerpython (Python molurus) und zählt innerhalb der Familie der Pythons (Pythonidae) zur Gattung der Eigentlichen Pythons (Python).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Dunkle Tigerpython kann ca. drei bis acht Meter lang werden. Der Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab. Der Körper ist sehr muskulös und massig gebaut. Das durchschnittliche Gewicht eines ausgewachsenen Tieres liegt zwischen 50 und 90 kg. Das Höchstalter liegt zwischen 20 bis 30 Jahren. Vom Auge aus verlaufen drei keilförmige Streifen nach vorne, hinten und nach unten. Auf der Kopfoberseite zeigt ein pfeilförmiges Gebilde in Richtung Maul. Diese Bereiche sind dunkelbraun mit einem grünen Schimmer und schwarz umrandet. In den Zwischenbereichen sind die Schuppen cremefarben bis weiß gefärbt. Der ganze Körperrücken ist mit unregelmäßigen dunkelbraunen Flecken bedeckt, die cremefarben umrandet sind. An den Flanken setzen sich die Flecken vom Rücken fort. Als nachtaktives Tier hat der Dunkle Tigerpython geschlitzte Pupillen. Die Männchen unterscheiden sich von den weiblichen Tieren durch ihre kleinere Größe, den ausgeprägten Aftersporen und die dickere Schwanzwurzel.

Lebensweise

Der Dunkle Tigerpython ist durch die Waldrodung und die immer dichter werdende Besiedelung, den Fang für die Herstellung von Schlangenhautartikeln, wie Handtaschen, Schuhe, Ledergürtel etc. und Souvenierartikeln vom Aussterben bedroht. Aus diesem Grund ist er im Washingtoner Artenschutzübereinkommen im Anhang II eingeordnet.

Dunkler Tigerpython
vergrößern
Dunkler Tigerpython

Verbreitung

Der Dunkle Tigerpython kommt in Hinter-Indien, Burma sowie Süd-China bis Indonesien, Java und Sumbawa vor. Sie leben sowohl in stark bewaldeten Gegenden als auch in Buschlandschaften. Jedoch immer in Wassernähe.

Ernährung

Der Tigerpython frisst alles was er überwältigen kann, bevorzugt aber Säugetiere und Vögel. Er jagt selten aktiv, sondern wartet lieber energiesparend ab, bis ein Tier in die unmittelbare Nähe kommt. Durch schwingungswahrnehmende Rezeptoren auf der Bauchseite kann die Schlange beurteilen, ob es sich um ein in Größe und Art passendes Beutetier handelt oder nicht. Durch die Temperaturunterschiede wahrnehmenden Sinnesorgane und die gespaltene Zunge, mit der die Schlange kleinste Duftpartikel in der Luft wahrnehmen kann, ortet sie die Beute. Sie legt ihren Hals in eine S-Form. Sobald das Beutetier in Reichweite des blitzschnell ausstrecktbaren Halses ist, schlägt sie zu. Sie beisst in das Beutetier und umschlingt es mit ihrem Körper. Bei jedem Ausatmen des Beutetieres zieht die Schlange die Schlinge weiter zu, bis das Tier erstickt ist. Die Schlange frißt das Tier mit dem Kopf voran und ränkt dafür den Unterkiefer aus. Dadurch kann sie Beutetiere, die einen viel größeren Umfang als die Schlange haben, verschlingen. Je nach Größe des Beutetieres kann die Schlange mehrere Tage bis mehrere Monate ohne weitere Nahrung auskommen.

Fortpflanzung

Dunkler Tigerpython
vergrößern
Dunkler Tigerpython

Mit etwa drei Jahren ist der Dunkle Tigerpython geschlechtsreif. Beim Zusammentreffen zweier geschlechtsreifer Tiere wird das Männchen das Weibchen verfolgen, und mit den Aftersporen kratzen, was stimulierend auf das Weibchen wirkt. Daraufhin schlingt er sein Schwanzende um das des Weibchen und führt seinen Penis in die Analspalte zu dem Geschlechtsorgan des Weibchens. Nach drei bis vier Monaten legt das Weibchen an einem geschützten Ort 20 bis 100 Eier. Fast einzigartig unter den Reptilien ist die Brutpflege, die sie dann betreibt. Sie umschlingt das Gelege und kontrolliert die Bruttemperatur, indem sie durch rhythmische Muskelkontraktionen die Bruttemperatur um bis zu 7°C erhöhen kann. In der Zeit der Brutpflege verlässt sie das Nest nicht und nimmt auch keine Nahrung zu sich. Nach einer Brutzeit von 60 bis 70 Tagen schlüpfen die Jungschlangen mit einer Länge von 50 bis 60 cm und einem Gewicht von 100 bis 150 Gramm.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge