Dybowski-Hirsch

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Dybowski-Hirsch
Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Gattung: Edelhirsche (Cervus)
Art: Sikahirsch (Cervus nippon)
Unterart: Dybowski-Hirsch
Wissenschaftlicher Name
Cervus nippon hortulorum
Swinhoe, 1864

Der Dybowski-Hirsch (Cervus nippon hortulorum) ist eine Unterart des Sikahirsches (Cervus nippon) und zählt innerhalb der Familie der Hirsche (Cervidae) zur Gattung der Edelhirsche (Cervus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Dybowski-Hirsch erreicht eine Körperlänge von 150 bis 180 Zentimeter, eine Schwanzlänge von sieben bis dreizehn Zentimeter, eine Schulterhöhe von 70 bis 80 Zentimeter sowie ein Gewicht von 30 bis 80 Kilogramm. Der Dybowskihirsch bildet die größte Unterart des Sikahirsches (Cervus nippon). Weibchen bleiben immer deutlich kleiner und leichter als Männchen. Das Fell dieser schönen Tiere ist rötlich bis rotbraun gefärbt. Der Rücken ist mit einigen Längsreihen heller Punkte übersät. Im Winter verblassen diese Punkte vorübergehend und es ist deutlich eine sichtbare Halsmähne zu erkennen. Auf dem Rücken erstreckt sich ein dunkel gefärbter Aalstrich. Die Ohren sind leicht abgerundet und recht lang, das Gesicht wirkt spitz zulaufend. Das Geweih, über das nur Männchen verfügen, kann eine Länge von 70 Zentimeter erreichen und hat durchschnittlich zehn Enden.

Die überwiegend nachtaktiven Hirsche leben in kleineren Gruppen von bis zu fünfzehn Tieren, wobei die Gruppen nur aus Weibchen und deren noch nicht geschlechtsreifen Nachwuchs bestehen. Adulte Hirsche leben einzelgängerisch, die die Nähe zu den Weibchen nur zur Paarungszeit suchen. Die Gruppen sind recht standorttreu, die Männchen unternehmen zum Teil größere Wanderungen. In ihren natürlichen Lebensräumen bilden Wölfe, Tiger, Leoparden, Luchse und andere große Räuber neben dem Menschen die einzigen Feinde. Der Dybowskihirsch heute lebt nur noch in Wildgehegen oder in Zoos.

Verbreitung

Einst über weite Teil Ostasiens verbreitet, so lebt der Dybowski-Hirsch heute nur noch in wenigen größeren Wildgehegen und in Zoos. Das größte Vorkommen erstreckt sich in Wildgehegen in Primorskiy Kray auf der Russischen Halbinsel Krim. Kleinere Populationen leben noch im Nordosten von China und auf der koreanischen Halbinsel. Ursprüngliche Habitate waren lichte Mischwälder der Niederungen, meist entlang von Flußläufen bis in Höhen von 500 Metern über NN.

vergrößern

Nahrung

Auf Nahrungssuche gehen die Tiere vor allem nachts, in der Zeit zwischen der Abend- und Morgendämmerung. Dybowski-Hirsche leben rein vegetarisch und ernähren sich von Gräsern und Kräutern, jungen Trieben und Wurzeln. Im Winter kann es auch vorkommen, daß sie die Rinde von vereinzelten Laubbäumen schälen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird durchschnittlich mit 18 Monaten erreicht. Die Brunftzeit erstreckt sich über die Monate November und Dezember. In diesen Monaten stoßen die einzelgängerisch lebenden Männchen zu den Weibchen und bilden ein Revier, daß ein Harem von bis zu zehn Tieren umfassen kann. Zwischen einzelnen Männchen kann es dabei zu erbitterten Machtkämpfen kommen. Nach einer Tragezeit von etwa 220 bis 230 Tagen bringt das Weibchen ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Die Kälber sind auffällig hell gefleckt. Die Jungtiere werden etwa für acht bis zehn Monate gesäugt. Dybowski-Hirsche können in Freiheit ein Alter von bis zu 14 Jahren erreichen. In Gefangenschaft auch bis 21 Jahre.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X
'Persönliche Werkzeuge