Ecuador-Baumsteiger

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Ecuador-Baumsteiger

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: Echte Frösche und Verwandte (Ranoidea)
Familie: Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae)
Gattung: Ameerega
Art: Ecuador-Baumsteiger
Wissenschaftlicher Name
Ameerega bilinguis
(Jungfer, 1989)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Ecuador-Baumsteiger (Ameerega bilinguis), auch unter dem Synonym Epipedobates bilinguis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) zur Gattung Ameerega. Im Englischen wird der Ecuador-Baumsteiger ecuador poison frog genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Ecuador-Baumsteiger erreicht eine Körperlänge von etwa 10,0 bis 25,0 Millimeter und ein Gewicht von etwa 0,3 bis 1,3 Gramm. Dieser Frosch weist einen körnigen roten Rücken auf und einen blauen und schwarzen gefleckten Bauch auf. Der Grad der Marmorierung und die Tiefe der blauen Farbe variiert von Individuum zu Individuum. Die meisten Ecuador-Baumsteiger besitzen einen gelben Fleck am oberen Rand der vorderen und hinteren Beine. Die Größe und das Ausmaß der Flecken sind wiederum variabel. Die dorsalen Flächen der Glieder sind dunkel, während die ventralen Oberflächen einen variablen Blauton haben. Ferner zeigt sich ein weißer Streifen, der von der Oberseite der Vorderbeine verläuft und entlang der oberen Lippe bis zur Schnauze reicht. Die Jungfrösche weisen noch nicht den körnigen roten Rücken auf, sondern er ist in diesem Stadium erst schwarz gefärbt. Die rote Farbe erscheint dann, wenn die Jungfrösche die Geschlechtsreife erreicht haben. Ein goldfarbener Canthal-Streifen (Schnauzenkante) kann bei den Jungfröschen sichtbar sein. Der Ecuador-Baumsteiger kann leicht mit dem Blut-Baumsteiger (Allobates zaparo) verwechselt werden, jedoch ist der Bauch der Erwachsenen und der Jugendlichen nicht blau und schwarz gesprenkelt. Des Weiteren sind die Erwachsenen auch größer und kräftiger gebaut als die adulten Ecuador-Baumsteiger.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN lebt der Ecuador-Baumsteiger in der Blattstreu in der Nähe von Gewässern, die sich in den Primär- und Sekundärwäldern befinden. Auch in saisonal überschwemmten Wäldern ist der Ecuador-Baumsteiger anzutreffen. Häufig hält sich der Ecuador-Baumsteiger in Ameisennestern auf Bananen-Plantagen auf. Die Eier werden im Blattlaub abgelegt und dort schlüpfen auch die Kaulquappen. Nach dem Schlupf trägt das Männchen die Kaulquappen auf dem Rücken zu kleinen temporären oder permanenten Pools, wo sich die Kaulquappen in diesen Pools zu Erwachsenen entwickeln. Es sind nicht alle anthropogenen Lebensräume bekannt.

Verbreitung

Ecuador-Baumsteiger
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Ecuador-Baumsteiger

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Ecuador-Baumsteiger im ecuadorianischen Amazonasbecken in der Provinz Napo in den feuchten Wäldern und in den östlichen tropischen Höhenlagen verbreitet. Des Weiteren kommt der Ecuador-Baumsteiger auch in Putumayo zwischen Alto Río Caquetá in Kolumbien vor. Der Ecuador-Baumsteiger hält sich in Höhen zwischen 200 und 700 Meter über dem Meeresspiegel auf. Präsent ist der Ecuador-Baumsteiger auch in Peru.

Ernährung

Ecuador-Baumsteiger sind überwiegend Insektenfresser, die sich von Ameisen, Termiten, Käfern und Fliegen in passender Größe ernähren. Hier und da werden auch Spinnentiere und kleinere Gliederfüßer erbeutet. Die Frösche fangen ihre Beutetiere mit Hilfe ihrer klebrigen Zunge. Die Larven und Jungfrösche ernähren sich zudem auch von Plankton und Kleinstlebewesen wie Insektenlarven.

Fortpflanzung

Generell sind Ecuador-Baumsteiger tagsüber aktiv, wo sie innerhalb der Laubstreu auf dem Waldboden gefunden werden. Die Männchen hört man rufen und die Jungfrösche sind das ganze Jahr über anzutreffen. Dies steht im Einklang mit dem Nachweis, dass die Reproduktion kontinuierlich während des ganzen Jahres über stattfindet. Die Paarung erfolgt durch die Umklammerung des Weibchens (Amplexus). Die Eiablage und die äußere Besamung finden parallel statt. Das Weibchen legt 6 bis 16 Eier auf die Oberseite der Blätter in niedrigem Niveau (0 bis 30 Zentimeter) ab und werden vom Männchen bewacht. Manchmal werden die Eier auch im Blattlaub abgelegt. Nach 18 bis 22 Tagen schlüpfen die Kaulquappen und das Männchen trägt sie auf dem Rücken zu kleinen temporären oder permanenten Pools, wo sich die Kaulquappen zu Erwachsenen entwickeln können.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Ecuador-Baumsteiger heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Ecuador-Baumsteiger selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Die lokalisierten Bedrohungen dieser Art sind die Zerstörung von Lebensräumen und der Abbau. Die natürliche Vegetation von 27,2 Prozent des Verbreitungsgebietes wird seit 1996 zusehends zerstört. Der Ecuador-Baumsteiger ist eine weit verbreitete Art in Primärwäldern und wird in einer geringen Dichte auch in Sekundärwäldern gefunden. Die Populations-Entwicklung ist unbekannt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798

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