Eichenkröte

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Eichenkröte

Systematik
Klasse: Amphibien (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Kröten (Bufonidae)
Gattung: Echte Kröten (Bufo)
Art: Eichenkröte
Wissenschaftlicher Name
Bufo quercicus
Holbrook, 1840

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Eichenkröte (Bufo quercicus) zählt innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae) zur Gattung Echte Kröten (Bufo).

Möglicherweise war für diese Art das Aussehen namensgebend, weil die Eichenkröte in ihrer Erscheinung einem vertrockenten Eichenblatt ähnelt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Eichenkröte ist die kleinste Krötenart in Nordamerika und erreicht höchstens eine Körperlänge von zwei bis drei Zentimeter. Sie ist so klein, daß die adulte Eichenkröte häufig als Jungfrosch der Karolina-Kröte (Bufo lentiginosus) eingestuft wird. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus, in dem das Weibchen größer wird als das Männchen. Die Eichenkröte hat einen auffallend kleinen Kopf mit einer spitzen Nase, ovale oder längliche Ohrdrüsen und stets eine weißliche, gelbliche, bräunliche bis orangefarbene Längslinie auf der Rückenmitte und daneben vier bis fünf Paar schwarzer oder brauner Flecke. Manche Warzen sind rot, rotbraun oder orangefarben. Die Grundfarbe des flachen Körpers ist perlgrau oder fast schwarz, so dass sich nur noch die helle Längslinie auf dem Rücken abhebt. Die Körperoberfläche ist aufgrund der zahlreichen Warzen ziemlich rauh beschaffen. Die Unterseite weist eine gräuliche bis weißlich Färbung auf und zeigt keine Flecken, ist aber mit einigen Tuberkeln bedeckt. Die Eichenkröte besitzt verlängerte teardrop-geformte Paratoid-Drüsen (externe Hautdrüsen auf der Rückseite, dem Ansatz und der Schulter) die sich auf jeder Seite befinden. Diese Drüsen enthalten ein giftiges Sekret, das zur Abschreckung der Fleischfresser dient.

Des weiteren wird die Eichenkröte durch ihre ausgezeichnete Tarnfärbung kaum von den Fleischfressern entdeckt. Das Männchen unterscheidet sich von dem Weibchen durch seine dunkel gefärbte Kehle. Die Eichenkröte ist vielmehr ein Tagtier und ist aktiver als andere Kröten, gelegentlich ist sie auch, wenn die Reproduktionszeit beginnt, in der Nacht aktiv. Außer in der Paarungszeit lebt die Eichenkröte einzelgängerisch. Sie wendet die meiste Zeit des Tages beim Graben von Verstecken im Sand auf oder sucht Unterschlupfe unter Blättern und zwischen Felsen oder ist auf der Jagd nach Insekten. Durch ihren mit einer Schneide ausgerüsteten Fersenhöcker scheint die Eichenkröte zum Graben angepaßt zu sein, doch macht sie davon offenbar kaum Gebrauch. Die Eichenkröte nimmt das Klima durch den Sehsinn, Gehörsinn und durch den Tastsinn wahr. In der Zeit der Fortpflanzung hört man aus flachen Tümpeln und Teichen die Stimme der Eichenkröte, die wie das Flöten eines Vogels oder das Piepsen eines Kükens klingt und im Chor laut und weiter als 200 Meter zu vernehmen ist. Diese Balzrufe werden in schneller Reihenfolge wiederholt. Dabei bläst das Männchen die nierenförmige Schallblase an der Kehle sehr stark auf. Die Lebenserwartung der Eichenkröte ist nicht bekannt.

North Carolina
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North Carolina

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet der Eichenkröte liegt in den Küstenebenen der südöstlichen Vereinigten Staaten von Amerika. Des weiteren findet man die Eichenkröte in der südlichen Spitze von Florida und im südlichen Teil von Virginia sowie im gesamten Küstengebiet von North Carolina und in den Teilen von Ost-Louisiana, die Key-Inseln eingeschlossen. Die Eichenkröte hält sich vorwiegend in feuchten, grasartigen Regionen in der Nähe von Kiefernwäldern oder in Savannen mit sandigem Boden auf. Aber nicht, wie man vermuten sollte, in Eichenwäldern. Während der Reproduktionszeit sucht die Eichenkröte Wasserlachen, Abzugsgräben sowie Teiche in Sumpfgebieten auf.

Ernährung

Die Eichenkröte ernährt sich hauptsächlich von terrestrischen Insekten und anderen kleinen Gliederfüßern. Obgleich die Eichenkröte kleiner als andere Kröten ist, so spielt sie doch eine entscheidende Rolle in der Vertilgung von Insekten.

Prädatoren

Zu den natürlichen Fleischfressern der Eichenkröte zählen die Schlangen, insbesondere die Östliche Hakennasennatter (Heterodon platirhinos), die sich auf Kröten spezialisiert hat. Andere Fleischfresser der Eichenkröte sind die Gewöhnliche Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis) und der Gopher-Frosch (Rana capito).

Fortpflanzung

Die Reproduktionszeit findet in den Monaten von April bis September statt, abhängig von der Ankunft der warmen schweren Regen. Während der Paarungszeit versammeln sich die Männchen in den flachen temporären Teichen oder in den Entwässerungsgräben und beginnen mit ihrem hohen und lauten Vogelgezwitscher die Weibchen anzulocken.
Eichenkröte
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Eichenkröte
Im erfolgreichen Fall klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich mit seinen langen Vorderbeinen am Körper des Weibchens fest. Das Männchen bleibt so lange in der Amplexusstellung, bis das Weibchen ihre Eier in das Wasser freigibt. Das Weibchen stößt durch Muskelkontraktion einige Eier aus. Das Männchen bemerkt diese Muskelkontraktion und gibt gleichzeitig sein Sperma ab, um die Eier zu befruchten. Das Weibchen legt 600 bis 750 Eier in kurzen gallertartigen Stäben von zwei bis sieben Zentimeter Länge mit zwei bis acht Eiern, was ebenfalls für Echte Kröten (Bufo) nicht alltäglich ist, am Gewässerboden ab. Im Falle einer Testikular-Störung haben männliche Eichenkröten einen Eierstock, der funktionell wird und dann als Weibchen fungieren.

Nach drei bis vier Tagen der Embryonalentwicklung schlüpfen die Kaulquappen. Die Körperlänge der Kaulquappen beträgt sieben bis acht Millimeter. Die Färbung des Körpers ist fast schwärzlich, dunkel oliv oder gräulich. Eine mittlere dorsale Linie kann offensichtlich sein. Die Bauchseite zeigt eine etwas hellere Färbung. Der Schwanz ist bogenförmig und weist eine Reihe eindeutiger weißer Bänder entlang des Schwanzmuskels auf. Die Augen befinden sich dorsal und über jedem Auge sowie Nasenloch zeigt sich ein schwarzer Punkt. Die Schnauze kurvt unerwartet seitlich nach unten. Die Kaulquappen leben gesellig und schwimmen meist in größeren Schwärmen umher. Sie ernähren sich hauptsächlich von Mikroorganismen und totem Material. Die Metamorphose zur Jungkröte ist nach rund zwei Monaten abgeschlossen. Zu diesen Zeitpunkt begeben sich die Jungkröten dann an Land und geben ihr amphibisches Leben auf und haben sich zu voll erwachsenen Eichenkröten entwickelt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798

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