Eigentlicher Bärenmaki

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Eigentlicher Bärenmaki
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Feuchtnasenaffen (Strepsirhini)
Familie: Loris (Loridae)
Gattung: Bärenmakis (Arctocebus)
Art: Eigentlicher Bärenmaki
Wissenschaftlicher Name
Arctocebus calabarensis
(Smith, 1860)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Eigentliche Bärenmaki (Arctocebus calabarensis) zählt innerhalb der Familie der Loris (Loridae) zur Gattung der Bärenmakis (Arctocebus). Im Englischen wird diese Art Calabar Angwantibo, Golden Potto oder Angwantibo genannt (IUCN, 2014). Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Eigentliche Bärenmaki erreicht eine Körperlänge von 229 bis 305 mm, eine Schwanzlänge von 40 bis 100 mm sowie ein Gewicht von 266 bis 465 g. Der zweite Finger, also der Zeigefinger, ist deutlich reduziert. Markantes Merkmal ist das Vorhandensein einer voll entwickelten Nickhaut. Bei allen anderen Primaten - auch beim Menschen - ist die Nickhaut nur rudimentär angelegt. Das dichte und weiche Fell weist dorsal eine gelblichbraune bis orangebraune Färbung auf, ventral zeigt sich eine hellgraue bis weißliche Färbung. Auf dem Nasenrücken ist von der Nasenspitze bis zwischen die Augen ein markanter weißer Streifen zu erkennen. Die Augen sind groß, die rundlichen Ohren liegen seitlich am Kopf (Novak, 1999).

Lebensweise

Der Eigentliche Bärenmaki ist strikt nachtaktiv. Ein Indiz dafür sind die großen Augen. Die Tiere bewegen sich im Astwerk von Bäumen und Büschen eher langsam. Zu Sprüngen kommt es dabei nicht. In der Regel halten sich Eigentliche Bärenmakis in mittlerer Höhe zwischen 5 und 15 m auf. Den Waldboden betreten Bärenmakis nur um einen Baum zu wechseln. In den Ruhepausen halten sich die Tiere in dichtem Blattwerk verborgen. Zwischen einzelnen Individuen kommt es durchaus häufig zu körperlichem Kontakt. Die gegenseitige Fellpflege dient dabei der sozialen Bindung. Da sich die Reviere einzelner Tiere überlappen, kommt es so häufiger zum Kontakt untereinander. Das Revier eines Männchens überlappt sich mit 2 bis 3 Revieren der Weibchen. Die Reviergrenzen werden mit Urin markiert. Die Kommunikation untereinander erfolgt nicht nut taktil, sondern auch olfaktorisch und akustisch. Lehnt ein Tier den Kontakt zu einem anderen ab, so macht es das mit einem heiseren Knurren deutlich (Novak, 1999).

Verbreitung

Die Art ist im westlichen Äquatorial Afrika in Nigeria und im Kamerun endemisch. Die Vorkommen erstrecken sich über. Die Vorkommen erstrecken sich zwischen dem Niger River und dem Sanaga River. Die Tiere besiedeln sowohl Primär- als auch Sekundärwälder sowie Plantagen und andere adäquate landwirtschaftliche Flächen. Lebensräume mit einem dichten Unterholz, Lianen und zahlreiche Äste zum Klettern werden bevorzugt besiedelt (IUCN, 2014).

Ernährung

Eigentliche Bärenmakis ernähren sich von Insekten (Insecta) und deren Larven und Früchten. Insbesondere werden die Raupen von Schmetterlingen (Lepidoptera) und Käfer (Coleoptera) gefressen. Die Nahrungssuche erfolgt für gewöhnlich einzelgängerisch. Sind Raupen mit einer Behaarung versehen, so werden diese Haare vor dem Fressen sorgsam entfernt (Novak, 1999).

Fortpflanzung

Zu den Geburten kommt es zwischen Mitte und Ende der Trockenzeit und der beginnenden Regenzeit. Nach einer Tragezeit von 131 bis 136 Tagen bringt ein Weibchen ein Jungtier zur Welt. Die erste Zeit klammert sich das Jungtier an den Bauch der Mutter, später klettert es auch auf den Rücken. Der Nachwuchs wird im Alter von 3 bis 4 Monaten von der Muttermilch entwöhnt. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres, Männchen im Alter von 18 Monaten. Die Lebenserwartung liegt unter günstigen Umständen bei 12 bis 15 Jahren (Novak , 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Eigentliche Bärenmakis gehören heute noch nicht zu den gefährdeten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Eigentliche Bärenmakis stehen aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommens, Anhang II, unter Schutz. Der Handel mit Tieren und Produkten aus ihnen ist eingeschränkt. Die größten Gefahren gehen von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume und von der Bejagung durch den Menschen aus. Waldflächen werden vor allem zugusten von Plantagen und anderen landwirtschaftlichen Flächen gerodet (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Loris (Loridae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer Verlag, 2003, ISBN 3540436456
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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