Einfarbstar

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Einfarbstar
Männchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Parvordnung: Passerida
Überfamilie: Muscicapoidea
Familie: Stare (Sturnidae)
Tribus: Sturnini
Gattung: Stare (Sturnus)
Art: Einfarbstar
Wissenschaftlicher Name
Sturnus unicolor
Temminck, 1820

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Einfarbstar (Sturnus unicolor) zählt innerhalb der Familie der Singvögel (Passeri) zur Gattung der Stare (Sturnus).

Der Einfarbstar weist eine sehr große Ähnlichkeit in Größe und Aussehen mit dem Star (Sturnus vulgaris) auf und es besteht zwischen dem Star (Sturnus vulgaris) und dem Einfarbstar höchste Verwechslungsgefahr. Im Winter ist es besonders schwierig, beide Stare sicher voneinander zu unterscheiden. Allerdings sind zwei unterschiedliche Merkmale vorhanden. Im Winter weist der Star (Sturnus vulgaris) größere Flecken auf als der Einfarbstar, des weiteren sind im Sommer bei dem Star (Sturnus vulgaris) unter dem Schwanz deutlich helle Flecken zu erkennen, während bei dem Einfarbstar keine helle Flecken vorhanden sind. Außerdem sind bei dem Einfarbstar auf Hals und Brust längere Körperfedern sichtbar als bei dem Star (Sturnus vulgaris). Zu erwähnen sei auch hier noch die Amsel (Turdus merula), die aber insgesamt nicht gefleckt ist und auch einen längeren Schwanz aufweist als der Einfarbstar.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Gegenstück des Stars (Sturnus vulgaris) auf der Iberischen Halbinsel ist der sehr ähnliche und ganz offensichtlich nah verwandte Einfarbstar. Im Sommer scheinen die Vögel in den Gruppen, die Dächer alter Gebäude in Spanien zieren oder auf die Felder zur Nahrungssuche fliegen, doch etwas anders auszusehen und bescheidene Merkmale ihrer Art zu zeigen. Im Winter kommen auch Stare (Sturnus vulgaris) nach Spanien und beginnen zunehmend südlich der Pyrenäen zu brüten. Dadurch erhöhen sich die Probleme der sicheren Bestimmung. Der Einfarbstar erreicht eine Körperlänge von etwa 21 bis 23 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 37 bis 42 Zentimeter sowie ein Gewicht von etwa 75 bis 90 Gramm. Aus der Ferne wirkt der Vogel einfarbig schwarz. Er hat aber einen deutlicheren metallisch purpurfarbenen Glanz als der Star (Sturnus vulgaris). Das Männchen des Einfarbstars zeigt sich im Sommer in einem schönen Federkleid. Der Körper ist insgesamt schwarz und je nach Lichteinfall purpurfarben glänzend mit einem öligen Schimmer, im Winter sind die Farben etwas matter. Des weiteren sind auf dem Hals und auf der Brust lange, lockere spitze Federn zu erkennen. Der Schnabel des Männchens weist eine gelbliche Färbung mit blauer Basis auf. Die Extremitäten sind rosarot geschönt und enden in vier Zehen, von denen eine Zehe nach hinten zeigt und drei Zehen nach vorn. Bei dem Weibchen sieht man eine helle Schnabelbasis. Im Flug ist bei dem Altvogel ein rotbrauner Anflug an den Flügelspitzen deutlich gegen das Licht zu sehen. Die Jungvögel sind auf dem Rücken und auf den Flügeln einfarbig braun getönt, während auf der Unterseite einzelne kleine dunkle Flecken erscheinen. In der Mauser entwickelt sich bei den Jungvögeln allmählich das Alterskleid und nehmen die Färbung und das Aussehen der Altvögel an.

Einfarbstar - Männchen
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Einfarbstar - Männchen

Der Flug des Einfarbstars ist wie bei dem Star (Sturnus vulgaris) geradlinig und flexibel, allerdings wirkt die Flugweise ein wenig massiger, breitflügeliger und geringfügig langsamer. Die Schwärme des Einfarbstars können plötzliche Flugmanöver, insbesondere bei räuberischen Angriffen, unternehmen. Die Integrität "der Masse" Vogel ist dann erstaunlich. Die Strategie dieser Art basiert deutlich auf die Anzahl der Schwärme und innerhalb des Schwarmes. Die Rufe sind bei dem Star (Sturnus vulgaris) kurz schwirrend wie etwa "tjürr, scharf "kjätt" und heiser quäkend wie etwa "stääb". Die ausgeflogenen Jungvögel rufen heiser. Der Gesang wird oft im Chor vorgetragen und besteht aus Pfeiftönen, klickenden, knackenden und krächzenden Lauten mit Nachahmungen von Vogelstimmen und Geräuschen, unter Flügelzittern und Sträuben des Kehlgefieders. Der Einfarbstar kann unter günstigen Umständen in der Natur ein Alter von bis zu fünf Jahren erreichen.

Verbreitung

Departement Aude
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Departement Aude

Der Einfarbstar brütet in Spanien, Portugal und im äußersten Süden Frankreichs, auf Korsika, Sardinien und auf Sizilien. Die einzige französische Population dieser Mittelmeerart befindet sich im Departement Aude (liegt an der westlichen Mittelmeerküste nördlich vor den Pyrenäen), den Ostpyrenäen und auf Korsika. Die Art ist dort an der Nordgrenze der Repartionsfläche zu finden. Diese Fläche dehnt sich auf die ganze Iberische Halbinsel, auf den Nordwesten Nordafrikas sowie Sardinien und Sizilien aus. Er ist ein Jahresvogel und lebt in ähnlichen Lebensräumen wie der Star (Sturnus vulgaris), ist aber öfter an alten Gebäuden in Städten und Dörfern sowie an Felsen zu finden. Des weiteren kommt er auch in Parkanlagen und Gärten vor.

Seine Nahrung sucht der Einfarbstar meist auf benachbartem Agrarland und im Winter ist auch ein Zusammenschluss mit den Staren zu beobachten. Aufgrund der biologischen und ethologischen Ähnlichkeiten könnte dies zu einem neuen Spezifizierungsphänomen führen. Im übrigen ziehen einige Autoren den Einfarbstar als eine Unterart des Stars (Sturnus vulgaris) in Betracht.

Ernährung

Das Nahrungsspektrum des Einfarbstars ist wie bei dem Star (Sturnus vulgaris) sehr vielfältig. So ernährt sich der Einfarbstar von zahlreichen Insekten (Insecta) sowie von wirbellosen Kleintieren wie zum Beispiel Tauwurm (Lumbricus terrestris). Des weiteren sucht er auch auf dem Boden nach Samen, Beeren und kleineren Weichfrüchten.

Fortpflanzung

Einfarbstar - Juvenil
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Einfarbstar - Juvenil

Die Paarungszeit und die Brutsaison finden in den Monaten von April bis Juni statt. Während dieser Zeit kommt es zu einer Jahresbrut, manchmal auch zu einer zweiten Jahresbrut. Der Einfarbstar ist ein Höhlenbrüter, der sein Nest in einem Hohlraum eines Baumes oder in Zwischenräumen einer Mauer errichtet. Das lockere Nest, das aus Gras und Halmen zusammengehalten wird, ist innen mit kleinen Reisern, Moos, Wolle, feinen Haaren und Federn ausgepolstert. Der Nestbau wird in kleinen Kolonien durchgeführt. Das Weibchen legt vier bis sieben Eier ins Nest, die sie allein während fast 14 Tage lang wärmt. Nach dem Schlupf werden die Küken von dem Männchen und dem Weibchen reichlich mit Nahrung in Form von allerlei kleinen Insekten (Insecta) versorgt. Die Jungvögel sind auf dem Rücken und auf den Flügeln einfarbig braun getönt, während auf der Unterseite einzelne kleine dunkle Flecken zu erkennen sind. In der Mauser entwickelt sich bei den Jungvögeln allmählich das Alterskleid. Sie ähneln dann in Färbung und Aussehen den Altvögeln. Nach etwa drei Wochen sind die Jungvögel flügge und verlassen das Nest. Die Lebenserwartung des Einfarbstars beträgt unter günstigen Umständen in der Natur bis zu fünf Jahren.

Einfarbstare auf Nahrungssuche
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Einfarbstare auf Nahrungssuche

Gefährdung und Schutz

Der Einfarbstar ist ein seltener Nestbauer in Frankreich (außerhalb Korsikas) geworden. In den frühen neunziger Jahren wurden weniger als 300 Paare gezählt. Trotzdem ist der Bestand noch gesichert und der Einfarbstar wird in der Roten Liste der IUCN als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Literatur und Quellen

  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307

Links

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