Waldfrosch

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Waldfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Überfamilie: Echte Frösche und Verwandte (Ranoidea)
Familie: Echte Frösche (Ranidae)
Gattung: Echte Frösche (Rana)
Art: Waldfrosch
Wissenschaftlicher Name
Rana sylvatica
Le Conte, 1825

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Waldfrosch (Rana sylvatica), auch Eisfrosch genannt, zählt innerhalb der Familie der Echten Frösche (Ranidae) zur Gattung Echte Frösche (Rana).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Waldfrosch erreicht eine Körperlänge von vier bis acht Zentimeter. Männchen bleiben wie bei den meisten Fröschen deutlich kleiner und leichter. Je nach Vorkommen, Lebensraum und Jahreszeit weisen die Waldfrösche eine sehr variable Färbung auf. Sie können bräunlich, gräulich, graubraun, rostbraun, graugrün oder auch braungrün gefärbt sein. Männchen sind in der Regel etwas satter gefärbt als Weibchen. Nicht selten zeigen sich dorsal auch dunkle Flecken. Aber egal wie der Waldfrosch gefärbt ist, am Tympanon (Trommelfell) ist immer ein dreieckiger, dunkler Fleck zu sehen. Von der Nasespitze über die Augen bis zu den Schultern verläuft ein dunkel gefärbter Streifen. Die seitlichen, faltigen Rückenlinien sind beim Waldfrosch deutlich ausgeprägt. Sie beginnen knapp hinter den Augen und reichen bis zu den Hinterschenkeln. Ventral ist die Haut meist gelblich bis gräulich gefärbt.

Eisfrosch

Der Trivialname Eisfrosch kommt nicht von ungefähr. In Anpassung an die kalten Lebensräume in den subarktischen Verbreitungsgebieten verfällt der Waldfrosch im Winter in eine Kältestarre. Gut ein Drittel des Körpers frieren während der Starre ein. Dabei bilden sich unter der Haut Eiskristalle. Die Atmung, der Herzschlag und auch der Blutfluss kommen während der Winterstarre nahezu zum Erliegen. Rund 35 bis 40 Prozent des Körpers frieren dabei ein. Spezielle D-Glucosewirkstoffe und Makromoleküle wie Proteine verhindern dabei das Einfrieren von wichtigen Zellen und die Exsikkose (Dehydration). Sobald es im Frühjahr wieder wärmer wird, "tauen" die Frösche wieder auf.

Verhalten

Waldfrösche sind ausgesprochen territorial und besetzen Territorien in Größen von 50 bis 100 Quadratmetern. Die Frösche leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch. Während der Paarungszeit gehen die deutlich kleineren Männchen aktiv auf Partnersuche. Dabei machen sie auf sich durch die innenliegenden Schallblasen und den damit produzierten quakenden Geräuschen aufmerksam. Im späten Herbst ziehen sich die Waldfrösche an halbwegs sichere Orte zurück, an denen sie im Winter in eine Kältestarre verfallen. Dies sind meist Schlamm an Gewässern, Laubhaufen oder ähnlich geschützte Stellen.

Verbreitung

Waldfrosch
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Waldfrosch

Der Waldfrosch lebt in den subarktischen Regionen Nordamerikas. Sie kommen insbesondere in Alaska, Kanada und den nördlichen US-Bundesstaaten wie beispielsweise Idaho, Washington, Montana, North Dakota und Michigan vor. Waldfrösche leben sowohl in der Ebene als auch im Hochland. Unter den Amphibien und Reptilien sind Waldfrösche die einzige Art, die in Nordamerika so weit im Norden leben. Natürlicher Lebensraum sind in der Regel montane Wälder, die auch stehende Gewässer wie Seen, Teiche und Tümpel aufweisen. Wenn Waldfrösche nicht gerade auf Nahrungssuche sind, halten sie sich zumeist unter Wurzeln unter Steinen oder unter Laubhaufen auf. An derartigen Stellen überwintern sie auch. Während der Paarungszeit konzentriert sich das Leben rund um stehende Gewässer.

Gefährdung, Schutz

Der Waldfrosch ist noch nicht vom Aussterben bedroht. Er lebt in zum Teil unzugänglichen Lebensräumen. Vom Menschen wird er nur wenig verfolgt. Zu seinen natürlichen Feinden zählen eine Vielzahl an Vögeln und in südlichen Verbreitungsgebieten auch Schlangen aller Art. In der Roten Liste der IUCN wird der Waldfrosch als nicht gefährdet geführt. Jedoch ist auch in den unzugänglichen Lebensräumen eine Ausbreitung der Land- und Viehwirtschaft zu beobachten. Dadurch wird der natürlichen Lebensraum immer weiter eingeschränkt.

Ernährung

Der Waldfrosch ernährt sich als Lauerjäger ausschließlich von tierischer Nahrung. Zu seiner bevorzugten Nahrung gehören Spinnentiere, Insekten wie Käfer und Wanzen sowie eine Vielzahl anderer wirbelloser Tiere. Auch die Larven von Insekten und Schnecken werden gerne gefressen. Die Larven ernähren sich anfangs überwiegend von pflanzlicher Nahrung, steigen später aber auch auf tierische Nahrung um.

Fortpflanzung

Der Waldfrosch erreicht die Geschlechtsreife mit rund zwei Jahren. Die Paarungszeit beginnt nach der Winterstarre, meist ab März und kann sich bis in den Mai erstrecken. Pro Saison kommt es dabei nur zu einer Eiablage. Die Männchen suchen während der Paarungszeit aktiv nach einem Weibchen. Nicht selten kommt es unter den Männchen zu Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit einem Weibchen. Mit ihrem Balzgesang machen die Männchen auf sich aufmerksam. Nachdem ein Weibchen erobert wurde, klammert sich das Männchen auf dem Rücken des wesentlich größeren Weibchens fest. Die eigentlich Eiablage erfolgt im Wasser. Zeitgleich geben Männchen und Weibchen den Laich und das Sperma ab. Es kommt dabei zu einer äußeren Befruchtung. Je nach Alter des Weibchens kommt es zu Laichballen mit 1.500 bis 3.000 Eiern. Die Laichballen weisen eine rundlichen Form auf und messen etwa zehn Zentimeter im Durchmesser. Die Ballen haften entweder an Wasserpflanzen oder können auch frei umherschwimmen. Die einzelnen Eier weisen eine leicht grünliche Färbung auf und sind mit einer dicken Gelschicht umgeben. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven, die sich fortan an Algen und Mikroorganismen ernähren. Die Metamorphose zum Jungfrosch ist meist nach zwei bis drei Monaten abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt verlassen die fertigen Jungfrösche ihr Gewässer. Die Jungfrösche weisen eine Länge von vier bis fünf Zentimeter auf.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert, Gisela Deckert, Günther E. Freytag: Urania Tierreich, 7 Bde., Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania, Freiburg (1991) ISBN 3332003763
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2

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