Elefanten

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Elefanten
Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana)

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Afrotheria
Ordnung: Rüsseltiere (Proboscidea)
Familie: Elefanten
Wissenschaftlicher Name
Elephantidae
Gray, 1821

Elefanten (Elephantidae) zählen innerhalb der Klasse der Säugetiere (Mammalia) zur Ordnung der Rüsseltiere (Proboscidea). In der Familie werden 3 rezente Arten in 2 Gattungen geführt. Sie gelten als die größten rezenten Landsäugetiere der Erde.

Die Rüsseltiere (Proboscidea), zu denen die Familie der Elefanten zählt, gehören zusammen mit den Seekühen (Sirenia), den Röhrenzähnern, den Rüsselspringern, den Schliefern (Hyracoidea) und den Tenrekartigen (Afrosoricida) zur Überordnung der Afrotheria.

Inhaltsverzeichnis

Evolution und Entwicklung

Amerikanisches Mastodon (Mammut americanum)
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Amerikanisches Mastodon (Mammut americanum)

Die Vorfahren der Elefanten, die Fast-Huftiere (Paenunglata), entwickelten sich aus den Urhuftieren, den Condylarthra. Aus den Condylarthra entwickelten sich parallel auch die Unpaarhufer (Perissodactyla) und die Paarhufer (Artiodactyla). Die Fast-Huftiere entwickelten sich vor rund 65 Millionen Jahren im Paläozän. Zu dieser Zeit spaltete sich Afrika von den anderen Kontinenten langsam ab. Die Spaltung in die heutigen 3 rezenten Ordnungen der Fast-Huftiere erfolgte im Eozän vor etwa 55 Millionen Jahren. Vor allem die Rüsseltiere (Proboscidea) waren eine sehr erfolgreiche Ordnung und breiteten sich von Afrika ausgehend sehr schnell über die gesamte Erde aus. Alle Vertreter der Rüsseltiere wiesen bereits in der frühen Entwicklung die typischen Merkmale heutiger Elefanten auf. Dies sind neben der imposanten Größe vor allem die gepolsterten Schwielensohlen, die säulenartigen Gliedmaßen sowie die veränderte Schädelstruktur.

Die 3 rezenten Arten der Elefanten sind die letzten verbliebenen Arten einer ursprünglich großen Anzahl an Arten. Viele der fossilen Arten überlebten bis ins Pleistozän. Zu den ausgestorben Genera zählen beispielsweise das Moeritherium, das Gomphotherium, das Platybelodon und die Mastodonten (Mastodontoidea). Das tapirähnliche Moeritherium lebte bis ins frühe Oligozän vor rund 34 Millionen Jahren. Aus dieser Form entwickelten sich vor 15 Millionen Jahren im mittleren Miozän die nachfolgenden rüsseltierähnlichen Vertreter. Gomphotherium lebte vom mittleren Miozän bis ins Pleistozän, also von 2,4 bis 1,8 Millionen Jahren. Platybelodon trat im späten Miozän in Erscheinung. Mastodonten, insbesondere die großen Mammuts (Mammuthus), bevölkerten bis ins späte Pleistozän die weiten Ebenen von Eurasien, Afrika und Nordamerika. Die letzten Mammuts starben wahrscheinlich vor etwa 10.000 Jahren aus.

Verwandtschaft

Verwandter der Elefanten: der Desmostylus hesperus aus der Ordnung Desmostylia
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Verwandter der Elefanten: der Desmostylus hesperus aus der Ordnung Desmostylia

Die nächsten Verwandten der Elefanten sind höchst unterschiedliche Säugerordnungen. Es sind die Seekühe (Sirenia) und die Schliefer (Hyracoidea). Dies bestätigen molekularbiologische, biochemische und anatomische Untersuchungen. Es ergibt sich daraus eine direkte Verwandtschaft mit den Seekühen. Beide Ordnungen werden daher auch als Tethytheria zusammengefasst. Den Tethytheria wird auch eine ausgestorbene Gruppe von amphibisch lebenden Tieren, die Desmostylia, zugerechnet (siehe Foto rechts). Die drei Gruppen, also Rüsseltiere, Schliefer und Seekühe weisen trotz ihres unterschiedlichen Aussehens anatomische Gemeinsamkeiten auf. Dies sind Details in der Struktur des Schädels, der Gelenke und der Plazenta. Alle Vertreter weisen zudem kurze, nagelförmige Hufe sowie den Muskulus styloglossus, einem Skelettmuskel, der zwischen Schädelbasis und Zunge verläuft und sich am Übergang zur Zunge gabelt. Die Testikel (Hoden) ruhen in einer Bauchhöhle unweit der Nieren. Die Weibchen der genannten Gruppen verfügen über 2 Zitzen, die sich zwischen den Vorderbeinen befinden. Abweichend davon verfügen Schliefer über 1 bis 2 zusätzliche Zitzenpaare am Abdomen. Die ersten Vertreter der Tethytheria haben ihren Ursprung in Afrika.

Beschreibung

Aussehen und Anatomie

Elefanten erreichen je nach Art, Unterart und Geschlecht eine Körperlänge von 240 bis 750 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 160 bis 330 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 100 bis 150 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1.800 bis 6.300 Kilogramm. Nachgewiesen ist ein Rekordgewicht eines in Gefangenschaft gehaltenen Asiatischen Elefanten von 6.700 Kilogramm. Das Rekordgewicht eines Afrikanischen Elefanten liegt bei 10.000 Kilogramm (Schulterhöhe über 400 Zentimeter). Letzterer wurde im Jahre 1955 in Angola erschossen. Die Überreste dieses Tieren werden heute im Smithsonian Institute in Washington DC ausgestellt. Die Maße der einzelnen Arten können der unten stehenden Tabelle entnommen werden.

Da Elefanten ein Leben lang wachsen, kann davon ausgegangen werden, dass das größte Tier einer Herde auch das älteste Tier ist. Zwischen den Afrikanischen und Asiatischen Elefanten zeigen sich in der Anatomie zum Teil deutliche Unterschiede. Die Unterschiede können der nachstehenden Tabelle entnommen werden. Die typische Form des Schädels, der Kiefer, der Zähne sowie des Verdauungssystems stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Evolution der Tiere und deren Größe. Der Schädel macht artabhängig zwischen 12 und 25 Prozent des Körpergewichtes aus. Die Kiefer und das Gebiss sind optimal an die bevorzugte Nahrung, derbes trockenes Gras, angepasst. Der Schädel ist im Vergleich zum Hirnvolumen überproportional groß. Der Grund liegt auf der Hand: der Schädel muss neben dem schweren Rüssel auch die bis zu 60 Kilogramm schweren Stoßzähne tragen. Der Schädel an sich ist relativ leicht, da die Schädelknochen zum Teil luftgefüllte Hohlräume aufweisen.

Je nach Art weist das Gehirngewicht einer Kuh von 3.600 bis 4.300 Gramm auf, bei den Bullen zeigt sich ein Gehirngewicht von 4.200 bis 5.400 Gramm. Die Schläfenlappen sind stark gewunden, wodurch sich die Oberfläche deutlich vergrößert. Die Gehirngröße ist eine Anpassung an die Lebensweise, da Elefanten viel Speicherplatz für Informationen benötigen. Sie müssen Artgenossen unterscheiden, sich deren Verhalten merken sowie gefährliche Orte und Situationen und auch gute Futterplätze und Wasserquellen merken können. Einige Forscher gehen sogar davon aus, dass Elefanten erkennen können, was Artgenossen fühlen. Man geht weiter davon aus, dass die Tiere über eine hohe Intelligenz verfügen. Die großen Ohren dienen nicht nur der Kommunikation untereinander. Sie werden auch zum Kühlen eingesetzt. Dies macht auch Sinn, da Elefanten aufgrund ihres großen kompakten Körpers leicht Gefahr laufen können zu überhitzen. Die Ohren sind durch zahlreiche feine Adern sehr gut durchblutet. Durch das Wedeln der Ohren oder in den Wind halten, kühlt der Wind das Blut leicht ab. Bei niedrigen Temperaturen treten die Blutgefäße der Ohren nicht nach außen, bei hohen Temperaturen dehnen sich die Blutgefäße hingegen aus und treten leicht hervor.

Der tonnenschwere Körper wird von säulenartigen Extremitäten getragen, die sich durch dicke und schwere Knochen aufweisen. Die Knochenstruktur zeigt, dass Elefanten vorne Zehengänger und hinten Halbsohlengänger sind. In aller Regel bewegen sich Elefanten eher langsam und gemächlich, ihre durchschnittliche Gehgeschwindigkeit liegt bei rund 4 km/h. Wenn es sein muss, können sie jedoch auch ausgesprochen schnell rennen und erreichen auf kurzen Strecken Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h. Die Füße der Elefanten sind sehr breit. Die einzelnen Zehen ruhen auf elastischen Sohlenkissen. Das hohe Gewicht der Tiere verteilt sich so sehr gut und hinterläßt selbst auf weichem Substrat kaum Spuren.

Unterschiede zwischen Loxodonta und Elephas

Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana) Asiatischer Elefant (Elephas maximus)
Größer und schwerer als der Asiatische Elefant Kleiner und leichter als der Afrikanische Elefant
Ohren sehr groß Ohren eher klein
Rüssel mit 2 Fingern Rüssel mit 1 Finger
Rücken ist stark gewölbt Rücken ist weniger gewölbt
Sowohl Bullen als auch Kühe verfügen über Stoßzähne Fast ausschließlich die Bullen verfügen über Stoßzähne
21 Rippenpaare 20 Rippenpaare

Rüssel

Die Oberlippe und die Nase sind stark verlängert und bilden den muskulösen Rüssel, der aus bis zu 60.000 fein koordinierten Muskeln besteht. Mit dem Rüssel nehmen Elefanten insbesondere Nahrung auf, da sie im Gegensatz zu anderen Pflanzenfressern nicht mit dem Maul den Boden erreichen. Der Rüssel kann aber auch leicht Äste abbrechen oder sogar Baumstämme umknicken. Dennoch ist der Rüssel auch zu filigranen Arbeiten in der Lage. Mit dem Rüssel können Elefanten auch einzelne Früchte oder Blätter pflücken. Ebenso wird mit dem Rüssel auch bis zu 10 Liter Wasser aufgenommen und ins Maul befördert. Aber auch der Kommunikation dient der Rüssel. Elefanten grüßen sich durch Heben oder Schwenken des Rüsseln oder drohen einander. Töne können über den Rüssel ebenfalls produziert werden. Sie dienen üblicherweise der Kommunikation. Beim Schwimmen dient der Rüssel als Schnorchel zum Atmen. Innerhalb einer Gruppe dient der Rüssel auch als Tastorgan und der Tastkommunikation.

Bezahnung

Stoßzähne eines Waldelefanten
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Stoßzähne eines Waldelefanten

Alle Arten der Fast-Huftiere weisen Besonderheiten in der Bezahnung, insbesondere der Backen- und Schneidezähne, auf. Allen Arten fehlen zudem die Eckzähne. Die oberen Schneidezähne der Elefanten haben sich zu den typischen Stoßzähnen entwickelt. Die Stoßzähne sind bereits bei der Geburt angelegt und wachsen ein Leben lang. Elefanten (und auch die Schliefer) zeichnen sich durch Querleisten auf den Molaren aus, die Molaren der Elefanten weisen hohe Höcker auf. Es ist jedoch bei den Elefanten immer nur ein Molar pro Kieferhälfte in Gebrauch. Jeder von ihnen ist größer als der vorige und nimmt somit mehr Platz im hinteren Teil des Kiefers ein. Nach und nach nutzt sich nun dieser Molar ab. An dessen Stelle wachsen dann die dahinter liegenden Molaren. In jeder Kieferhälfte sind 6 Molaren (3 Milchbackenzähne und 3 bleibende Backenzähne) angelegt. Dies entspricht der üblichen Bezahnung aller Säugetiere (Mammalia). Fällt der letzte Backenzahn aus, so wächst kein weiterer Zahn nach. Das Elfenbein der Stoßzähne besteht aus einer Mischung aus Dentin und Kalziumsalzen. Im Querschnitt eines Stoßzahns zeigen sich regelmäßige rautenförmige Muster. Diese Muster sind einzigartig und bei keinem anderen Säugetier zu finden. Die Stoßzähne dienen zum Graben im Boden oder zum Entfernen von Baumrinde. In Rivalenkämpfen dienen sie auch als Waffe. Das Gebiss bestehr aus 26 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/0, c0/0, p3/3, m3/3.

Maße und Gewicht

Werte in Klammern stellen Maximalwerte dar.

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Körperlänge Schulterhöhe Schwanzlänge Gewicht
Afrikanischer Elefant Loxodonta africana 600 - 750 cm 270 - 330 cm 100 - 150 cm 3000 - 6300 (7500) kg
Waldelefant Loxodonta cyclotis 240 - 750 cm 160 - 330 cm 100 - 150 cm 1800 - 6300 kg
Asiatischer Elefant Elephas maximus 550 - 640 cm 250 - 300 cm 120 - 150 cm 2720 - 5400 (6700) kg

Auditive, visuelle und olfaktorische Wahrnehmung

Die markanteste und häufigste Lautäußerung ist ein dunkles Kollern, dass im Rachenraum erzeugt wird. Dieser niederfrequente Ton hat eine Reichweite von mehr als einem Kilometer. Den Elefanten dienen derartige Töne der Warnung und als Kommunikation untereinander über größere Strecken. Sie orten sich aufgrund dieser tiefen Kollerlaute regelrecht. Zu sehen brauchen sie sich dabei nicht. Überhaupt ertönen diese Laute in offenem Gelände, wo sich die Tiere sehen können eher seltener. Die Kollerlaute sind so niederfrequent, dass sie vom Menschen nicht oder so gut wie nicht wahrgenommen werden können. Sowohl die Kollerlaute als auch andere Töne werden über den Rüssel verstärkt. Trompetenartige Geräusche kommen bei Aufregungen, beim Spielen oder bei einer Überraschung zum Tragen. Visuelle Botschaften übermitteln Elefanten, indem sie ihre Haltung und die Position von Schwanz, Kopf, Rüssel und Ohren verändern. Auch Gerüche, also die olfaktorische Kommunikation, spielen eine durchaus große Rolle und dienen innerhalb einer Herde der Herstellung und Festigung sozialer Kontakte. Ein weiterer Sinn, der Tastsinn, ist ebenfalls gut entwickelt und wird hauptsächlich über den Rüssel realisiert, der über eine Vielzahl an hoch sensiblen Tasthaaren verfügt. Die Tasthaare konzentrieren sich vor allem am Rüsselende im Bereich der Lippen.

Betrachtungen zur Größe

Es stellt sich die Frage, warum Elefanten solch imposanten Ausmaße erreicht haben. Der evolutionäre Erfolgt der Elefanten wird besser verständlich, wenn man die frühen Grasfresser genauer betrachtet. Die ersten größeren Grasfresser waren die frühen Unpaarhufer (Perissodactyla), die sich als Vorfahren der Pferde (Equidae) gegen Ende des Paläozän vor rund 58 Millionen Jahren entwickelten. Im Eozän vor etwa 46 Millionen Jahren wurden sie von den ersten Paarhufern (Artiodactyla) nach und nach verdrängt. Die ersten Rüsseltiere tauchten im späten Paläozän auf, die ersten Elefanten traten im späten Miozän in Erscheinung. Zu dieser Zeit hatten bereits die weiterentwickelten und sehr erfolgreichen Wiederkäuer vor allem ökologische Nischen erobert. Als Nicht-Wiederkäuer vertrugen Elefanten jedoch Pflanzen, die für Wiederkäuer nicht geeignet waren. Es tat sich jedoch eine Nahrungskonkurrenz zu den Perissodactyla auf. Das Verdauungssystem und der Stoffwechsel erlaubten es großen Tieren, auf weniger nährstoffreiche Nahrung zurückzugreifen. In genau diese Nische drangen Elefanten vor, denn sie folgten so nur dem Gesetz der natürlichen Auslese. Die nahrhaftesten Pflanzenteile wie Früchte, Blüten und Knospen wachsen für gewöhnlich nur zu bestimmten Zeiten und dann auch nur weit verteilt und mehr oder weniger hoch oben in Bäumen und Sträuchern. Derbe Pflanzen kommen hingegen weit verbreitet und in großer Menge vor. Da Elefanten auch diese Nahrung nicht verschmähten, konnten sie auf holzige Teile von Bäumen und Sträuchern zurückgreifen. Diese Nahrungsquelle wurde von keinem anderen Pflanzenfresser genutzt. Auf der anderen Seite konnten Elefanten mit zunehmender Größe auch auf Früchte und Knospen zurückgreifen. Durch diese Vielseitigkeit drangen die Tiere in eine Vielzahl von Lebensräumen vor.

Lebensweise

Wanderungen

Das Wanderverhalten der Afrikanischen Elefanten ist gut erforscht, die Wanderungen wurden über mehrere Jahre mittels der Radiotelemetrie verfolgt. In den letzten Jahren hat sich die Beobachtung auf Basis des Satellitenfunks durchgesetzt.
Waldelefanten auf Wanderschaft
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Waldelefanten auf Wanderschaft
Mit dieser Methode lässt sich neben der Wanderstrecke auch die genaue Position eines Tieres ermitteln. Die zurückgelegte Tagesstrecke liegt je nach Lebensraum zwischen 3 und 12 Kilometer. In kargen Regionen wie Steppen und Halbwüsten legen Elefanten größere Strecken zurück. Im Lebensraum wie lichten Wäldern mit einem guten Angebot an Nahrung und Trinkwasser ist die Tagesstrecke entsprechend kürzer. Im Schnitt liegt die Tagesstrecke bei Afrikanischen Elefanten bei rund 8 Kilometer. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bei den Wanderungen liegt bei etwa 3 bis 4 km/h. Die Schrittgeschwindigkeit erfolgt üblicherweise im Passgang. Längere Wanderungen erfolgen nicht selten in der Nacht, wenn es recht kühl ist. Auf Regenfälle in ihrer Nähe reagieren Elefanten unverzüglich, um vom einsetzenden Graswachstum zu profitieren. Die zurückgelegten Strecken können bis zu 30 Kilometer betragen. In die Nähe des Menschen, insbesondere auf landwirtschaftlichen Flächen, wagen sich Elefanten nur im Schutze der Nacht. Auf ihren Wanderungen merken sie sich sichere Regionen und meiden die Nähe des Menschen. Zwischen verschiedenen Regionen nutzen Elefanten immer die gleichen angestammten Wege. Es entstehen im Laufe der Zeit regelrechte trampelpfadähnliche Elefantenstraßen, die auch von anderen Tieren genutzt werden. Die einzelnen Streifreviere zeichnen sich mitunter durch komplexe Strukturen aus und sind über Korridore miteinander verbunden. Die Größe der Reviere unterscheidet sich nach der Lebensraumqualität. In Wäldern mit reichlich Nahrung betragen die Reviergröße nur wenige Dutzend km², in Savannen und Halbwüsten mit einem mäßigen bis schlechten Angebot an Nahrung und Wasserquellen sind Reviergrößen mit einigen Tausend bis 18.000 km² deutlich größer. Die Reiviergrößen der Indischen Elefanten liegen zwischen 160 bis 600 km².

Leben in Herden

Elefanten leben in Herden, die eine durchaus komplexe Sozialstruktur aufweisen. Das Leben in einer Herde hat für alle Mitglieder einer Gruppe Vorteile: Dazu gehört die gemeinschaftliche Verteidigung der Herde, die Unterweisung des Nachwuchses und die Paarungsmöglichkeiten. Eine Herde besteht aus mehreren Kühen sowie deren Nachwuchs. Die Kühe sind in der Regel nah miteinander verwandt, es handelt sich meist um Schwestern oder Müttern und Töchtern.
Eine Herde Waldelefanten an einem Wasserloch
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Eine Herde Waldelefanten an einem Wasserloch
Typischerweise besteht eine Herde aus 2 bis 3 Schwestern oder einer alten Kuh mit 1 bis 3 Töchtern - jeweils mit deren Nachwuchs. Erreicht ein weibliches Jungtier die Geschlechtsreife, so verbleibt es in seiner Geburtsgruppe, Männchen verlassen die Gruppe mit Erreichen der Geschlechtsreife grundsätzlich. Wird eine Herde zu groß, so spaltet sie sich in kleinere Untergruppen. Sie leben dann zwar mehr oder weniger voneinander getrennt, ziehen in der Regel jedoch weiter gemeinsam umher. Solche Verwandtschaftsgruppen können sich aus 2 bis 4 Familiengruppen zusammensetzen. Eine Herde wird immer von einer dominanten Leitkuh, der Matriarchin, angeführt. Es ist immer die älteste Kuh mit dem größten Wissen um Nahrungs- und Wasserquellen. Droht einer Herde Gefahr, so formieren sich die adulten Tiere kreisförmig um die Jungtiere. Bei einem Angriff eines Eindringlings oder Angreifers spreizen Elefanten ihre Ohren ab und geben knurrende und trompetenartige Laute von sich. Bei den meisten Eindringlingen fruchten diese Drohgebärden und sie ziehen sich zurück. Kommt es dennoch zum Kampf, so werden die Stoßzähne und der Rüssel als Waffe eingesetzt. In der Regel greift die Leitkuh bei Bedrohung als erstes an. Wurde ein Tier einer Herde verletzt, so eilen die anderen Familienmitglieder herbei und versuchen unter lautstarkem Trompeten das Tier wieder aufzurichten.

Wie bereits erwähnt, müssen Bullen die Herde in der Pubertät, spätestens mit Erreichen der Geschlechtsreife verlassen. Meist schließen sich die subadulten Bullen kleinen Junggesellentrupps an. Die Zusammensetzung und Stärke dieser Junggesellentrupps sind variabel und ändern sich häufig. Trotz der losen Zusammensetzung scheint es auch unter den Bullen enge soziale Kontakte zu geben. Dies haben Feldforschungen in Kenia und Botswana ergeben. Ältere Bullen leben überwiegend oder ausschließlich einzelgängerisch. Nur während der 60-tägigen Musth treffen die alten Bullen auf die Herden mit den Weibchen.

Kommunikation

Elefanten nutzen zur Kommunikation untereinander eine große Bandbreite an Lauten. Ein Großteil der Laute liegt in einem Frequenzbereich, der vom Menschen nicht gehört werden kann. Ein Mensch kann lediglich Töne in einem Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hz wahrnehmen. Die tiefsten Töne der Elefanten liegen jedoch bei 5 Hz. Elefanten nutzen diese Töne zur Verständigung untereinander, sowohl in unmittelbarer Nähe zueinander als auch über weite Strecken. Die sehr niederfrequenten Töne mit bis zu 119 dB verlieren über Distanzen von bis zu 4 Kilometer nur wenig Energie. Am Abend oder in klaren Nächten erreichen die Töne aufgrund von atmosphärischen Bedingungen eine noch größere Reichweite. Die Töne sind dann auf einer Fläche von bis zu 300 km² zu hören. Am Tage erstrecken sich die Töne über lediglich 30 km². Vor allem während der Paarungszeit spielt die Kommunikation über weite Strecken eine große Rolle, da sich Kühe und Bullen die meiste Zeit aus dem Weg gehen. Eine Kuh signalisiert ihre Paarungsbereitschaft durch laute niederfrequente Töne. Diese werden von Bullen auch über weite Entfernungen wahrgenommen. In der Regel sammeln sich dann rasch mehrere paarungsbereite Bullen in der Nähe der Kuh. Da die Empfänglichkeit einer Kuh nur kurze Zeit andauert, ist für die Bullen Eile angesagt. Die Empfänglichkeit einer Kuh erstreckt sich bei den Afrikanischen Elefanten nur 2 bis 4 Tage alle fünf Jahre. Die für den Menschen nicht hörbaren Laute dienen jedoch auch anderen Zwecken. Sie sind auch bei Erregung, Trennung und Trauer zu hören und werden von anderen Mitgliedern einer Herde oder Familienverbandes beantwortet. Auch Wanderungen verschiedener Familienverbände werden so untereinander abgestimmt.

Verbreitung

Elefanten sind in Afrika südlich der Sahara und im südlichen Asien verbreitet. Der Afrikanische Elefant ist in Afrika südlich der Sahara von Zentralafrika bis in den Osten des Kontinents und südlich bis ins nördliche Südafrika verbreitet. Die Tiere sind überwiegend in Savannenlandschaften beheimatet. Der Waldelefant ist im westlichen und zentralen Afrika anzutreffen und ist vorzugsweise in dichten Wäldern und im Tieflandregelwald zu Hause. Der Asiatische Elefant ist auf dem Indischen Subkontinent, auf Sri Lanka, in Indochina sowie in Teilen Südostasiens, insbesondere in Malaysia, Thailand und zahlreichen südostasiatischen Inseln verbreitet. Sein Lebensraum erstreckt sich je nach Verbreitungsgebiet über Savannen und Buschland sowie über immergrüne Wälder. Asiatische Elefanten sind sowohl in der Ebene als auch in Höhenlagen bis in Höhen von gut 3.000 Metern anzutreffen.

Biozönose

Prädator: Löwe (Panthera leo)
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Prädator: Löwe (Panthera leo)

Prädatoren

Ausgewachsene Elefanten haben aufgrund ihrer Größe außer dem Menschen keine natürlichen Feinde. Jungtiere sind hingegen deutlich gefährdeter. Löwen (Panthera leo), Afrikanische Wildhunde (Lycaon pictus), Hyänen (Hyaenidae), Nilkrokodile (Crocodylus niloticus) und in Asien auch der Tiger (Panthera tigris) erbeuten hin und wieder ein Jungtier.

Parasitismus

Zahlreiche Ekto- und Endoparasiten sind bei Elefanten nachgewiesen. Es sind bei den Afrikanischen Elefanten 2 Arten Saugwürmer (Trematoda), mindestens 32 Arten Fadenwürmer (Nematoda), rund 21 Arten Zecken (Ixodida) und eine Art Tierläuse (Phthiraptera) bekannt. Zu den weiteren Plagegeistern gehören einige Arten der Dasselfliegen (Oestridae), Hautdasseln (Hypoderminae), Blumenfliegen (Anthomyiidae) und Sporozoen (Apicomplexa) wie die Vertreter der Babesia.

Probiose

Nahrungskonkurrent: Afrikanischer Büffel (Syncerus caffer)
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Nahrungskonkurrent: Afrikanischer Büffel (Syncerus caffer)

Elefanten leben in probiotischer (karpotischer), interspezifischer Wechselbeziehung mit verschiedenen Vogelarten, die ihnen Ektoparasiten von der Haut picken und diese so sauber und rein halten. Dazu gehören beispielsweise Vogelarten wie Madenhacker (Buphagus) und Kuhreiher (Bubulcus ibis).

Konkurrenz

In Afrika kann es zu Zusammenstößen zwischen Elefanten und Spitzmaulnashörnern (Diceros bicornis) kommen. Dabei kommt es nicht selten zu heftigen Kämpfen, die durchaus auch tödlich enden können. In ihrem Lebensraum stehen Afrikanische Elefanten zudem in Nahrungskonkurrenz zu zahlreichen anderen Pflanzenfressern. Hier sind insbesondere Afrikanische Büffel (Syncerus caffer) und auch Spitzmaulnashörner zu nennen. Zu einer Interaktion kann es in einigen Regionen auch mit den Warzenschweine (Phacochoerus) kommen, die wie die Elefanten nach Wurzeln graben.

Ernährung

Elefanten sind keine Wiederkäuer. Ihr Verdauungssystem ähnelt eher dem der Pferde (Equidae). Die Fermentation der Nahrung erfolgt im Blinddarm, dem Caecum. Der Blinddarm hat die Form einer erweiterten Tasche und liegt an der Gabelung zwischen Dickdarm und Dünndarm. Elefanten verbringen aufgrund ihres großen Appetits rund 3 Viertel ihrer aktiven Zeit mit der Nahrungssuche und -aufnahme. Ist Nahrung ausreichend vorhanden, so nehmen Elefanten hauptsächlich Gräser, eher seltener auch Blätter zu sich. In der Trockenzeit ernähren sich die Tiere überwiegend von holzigen Pflanzenteilen wie Äste und Rinde. Sind Blüten und Früchte vorhanden, so werden auch diese verzehrt. Ähnliches gilt für Wurzeln, die regelrecht ausgegraben werden. In der Nähe des Menschen fallen Elefanten nicht selten auf Agrarflächen ein und haben es hier vor allem auf Getreide und Hirse abgesehen. Aufgrund ihrer imposanten Größe verwundert es nicht, dass adulte Elefanten je nach Geschlecht und Größe zwischen 75 und 150 Kilogramm an Nahrung pro Tag zu sich nehmen. Von der aufgenommenen Nahrung wird jedoch nur rund 50 Prozent verdaut. Elefanten gelten daher als eher schlechte Nahrungsverwerter. Bei der Verdauung unterstützen Mikroorganismen der Darmflora den Verdauungsprozess. Bei Jungtieren ist die Darmflora noch nicht voll entwickelt. Daher nehmen sie zusätzlich zur normalen Nahrung auch den Kot älterer Tiere zu sich. Elefanten sind täglich auf Trinkwasser angewiesen und nehmen bis zu 160 Liter Wasser pro Tag zu sich. Diese Menge kann in 5 Minuten aufgenommen werden.

Fortpflanzung

Elefantenbaby, einen Monat alt
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Elefantenbaby, einen Monat alt

Elefantenkühe erreichen die Geschlechtsreife im Alter von gut 10 Jahren. Sie bringen unter günstigen Umständen durchschnittlich alle 4 Jahre ein Kalb zur Welt. Kühe sind zwischen dem 25. und 45. Lebensjahr am fruchtbarsten. Bullen erreichen die Geschlechtsreife meist im Alter von gut 15 Jahren. Die Paarungszeit der Afrikanischen Elefanten ist ganzjährig und somit an keiner Jahreszeit gebunden. Während der Regenzeit ist die Paarungsbereitschaft jedoch deutlich höher als in der Trockenzeit. Zu den Geburten kommt es üblicherweise zu Beginn der Regenzeit, wenn optimale Überlebenschancen herrschen.

Ausgewachsene männliche Bullen haben im Jahr bestimmte Zeiten sexueller Erregung, genannt Musth. Die Musth kann ganzjährig auftreten und hält etwa drei Monate an. Während der Musth kommt es unter den Bullen häufiger zu heftigen Kommentkämpfen, die nicht selten mit dem Tode eines Kontrahenten enden. Während der Musth nehmen Bullen deutlich weniger an Nahrung zu sich und verbrennen daher schneller vorhandene Fettreserven. Über niederfrequente Laute senden Bullen Signale aus, die über ihren Zustand informieren. Die Schläfendrüsen schwellen deutlich an und sondern ein stark riechendes Sekret ab. Zudem sondern die Bullen über ihren Penis tröpfchenweise pheromonhaltigen Urin ab. Auch an ihrer Haltung kann man Bullen in der Musth erkennen. Sie tragen ihren Kopf höher als sonst üblich und stellen ihre Ohren ab. Begleitet wird dieses Paarungsverhalten von einem dunklen, tuckernden Grollen. Man geht davon aus, dass der Zustand der Musth den Status eines Bullen erhöht und ihm hilft in Kämpfen zu bestehen. Bullen wachsen während der Musth offensichtlich über sich hinaus. Da ist es nicht verwunderlich, dass selbst ein kleinerer Buller, der sich in der Musth befindet, einen größeren Bullen besiegen kann, der sich nicht in der Musth befindet.

Spielende Jungtiere
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Spielende Jungtiere
Elefantenkühe sind nur 2 bis 4 Tage befruchtungsfähig. Der Östrus, der sich über einen Zeitraum von gut 4 Monaten erstreckt, kann aber zu beliebiger Zeit auftreten und die Jungen werden demzufolge ganzjährig geboren. Kühe geraten jedoch nur alle 4 bis 5 Jahre in Hitze. Kühe ziehen während ihrer Empfänglichkeit Bullen durch niederfrequente Rufe an. Wenn sich eine Kuh nicht mit einem Bullen paaren will, so läuft sie davon. Die Kopulation erfolgt typischerweise durch Aufreiten. Nach einer Tragezeit von 620 bis 660 (630) bringt die Elefantenkuh ein Elefantenkalb mit einem Gewicht von 120 bis 130 kg und einer Körperhöhe von einem Meter zur Welt, selten werden Zwillinge geboren. Gleich nach der Geburt versucht das Kalb instinktiv aufzustehen, um der Mutter zu folgen bzw. zu säugen. Die Geburt erfolgt im Schutze der Gruppe. Jedes Mitglied einer Herde ist um den Schutz des Neugeborenen bemüht. Andere Kühe helfen der Mutter als "Hebamme" und entfernen Embryonalhäute und ähnliches vom Neugeborenen.

Der langen Tragezeit folgt eine ausgedehnte Phase der Abhängigkeit von der Mutter. Ein Kalb wird etwa vier Jahre lang gesäugt, wobei ein Kalb mit dem Maul und nicht mit dem Rüssel die Muttermilch zwischen den Vorderbeinen liegenden Brustwarzen der Elefantenkuh zu sich nimmt. Die Kälber wachsen in den ersten Jahren rasch heran und wiegen im Alter von etwa 6 Jahren rund eine Tonne. Berührungen spielen zwischen einer Mutter und ihrem Kalb eine große Rolle. In aller Regel bleibt ein Kalb immer in unmittelbarer Nähe zu seiner Mutter. Die Kälber einer Herde spielen meist ausgelassen miteinander. Das Spiel ist für die Entwicklung sozialer Kompetenz ausgesprochen wichtig. Im juvenilen Alter werden auch schon die ersten Rivalenkämpfe geprobt und die Jungen jagen in Verfolgungsrennen Artgenossen oder auch Vögeln hinterher. Der Umgang mit dem Rüssel wird ebenfalls in den ersten Lebensjahren geübt und perfektioniert. Ab dem sechsten Lebensmonat müssen Kälber zusätzlich zur Muttermilch die erste feste Nahrung zu sich nehmen. Dabei spielt selbstverständlich der geübte Umgang mit dem Rüssel eine entscheidende Rolle. Milch bildet jedoch in den ersten beiden Lebensjahren die Hauptnahrung. Stirbt ein Muttertier in den ersten beiden Lebensjahren eines Kalbes, so folgt das Jungtier der Mutter meist in den Tod, da andere Kühe der Herde fremde Jungtiere nicht auf Kosten ihrer eigenen Kälber säugen. Das Elefantenkalb wird vor Feinden und anderen Gefahren von allen Herdenmitgliedern, die in der Regel nah miteinander verwandt sind, beschützt. Die Stoßzähne entwickeln sich zwischen dem ersten und vierten Lebensjahr. Zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr ist ein Elefant ausgewachsen und die Wachstumsrate sinkt deutlich, jedoch wächst ein Elefant ein Leben lang weiter - wenn auch sehr langsam. Sobald die Elefantenbullen ihre Geschlechtsreife erreicht haben, verlassen sie die Herde und schließen sich zu Junggesellengruppen zusammen. Töchter, die in der Herde geboren sind, bleiben ein Leben lang in ihrer Geburtsherde. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in Freiheit bei etwa 60 Jahren. In Gefangenschaft ist durchaus ein Alter von bis zu 80 Jahren möglich.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Gefährdungssituation einst und heute

Das Verhältnis von Menschen zu den Elefanten ist seit jeher zwiespältig. Auf der einen Seite werden ganze Herden von Wilderern wegen des Elfenbeins abgeschlachtet, auf der anderen Seite erwecken Elefanten aufgrund ihrer Größe im Menschen Faszination und Erfurcht. Im Grunde genommen ist der Mensch der einzige Feind der Elefanten. In der Antike waren Elefanten auch im nördlichen Afrika weit verbreitet. Doch nahmen sie aufgrund der Bejagung rasch ab und waren im Mittelalter in Nordafrika völlig ausgerottet. Durch die Besiedlung weiter Teile des östlichen und westlichen Afrikas nahmen auch hier bereits im 17. Jahrhundert die Populationen stark ab. Während der Kolonialzeit, Mitte des 19. Jahrhunderts, erreichte das Abschlachten der Elefanten einen traurigen Höhepunkt. Schnellfeuerwaffen und andere großkalibrige Waffen taten ihr übriges.

Heute stehen Elefanten in fast allen Regionen ihres Verbreitungsgebietes unter Schutz und die Bejagung spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Weit dramatischer wirkt sich heute die Vernichtung der natürlichen Lebensräume aus. Weitflächig fallen lichte Wälder und Waldsavannen zugunsten von landwirtschaftlichen Flächen und Siedlungsraum des Menschen zum Opfer. Die letzten Rückzugspunkte der Elefanten sind speziell in Afrika die großen Nationalparks. Mit der Zersiedelung der Lebensräume gehen den Elefanten vor allem die wichtigen Migrationskorridore verloren. Immer wieder geraten Elefanten mit dem Menschen in Konflikt, da sie in die Pflanzungen einfallen. Dennoch wuchsen die Populationen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder deutlich an. In einigen Regionen gab es in den 1960er Jahren bereits zu viele Elefanten. Durch die gestiegene Kaufkraft der Japaner und anderer Asiaten stieg in den 1970er die Bejagung wieder deutlich an. Vor allem für Japaner war und ist es ein Statussymbol ein Siegel als Elfenbein zu besitzen. Insbesondere sank die Gesamtpopulation von 167.000 im Jahre 1970 bis ins Jahr 1989 auf 22.000 Tiere. Die Bestände aller Afrikanischen Elefanten sank binnen eines Jahrzehnts um etwa 50 Prozent. Die Wende trat erst im Jahre 1989 ein, als weltweit der Handel mit Elfenbein und Produkten aus Elfenbein verboten wurde.

Seit dem Verbot des Elfenbeinhandels ist der Konflikt zwischen Elefanten und der wachsenden Bevölkerung in den Vordergrund getreten. Vor allem die Bauern betrachten Elefanten als Schädlinge. Nur wenige Eingeborenenstämme wie die Massai tolerieren Elefanten. Um das Überleben der Elefanten zu sichern, ist es erforderlich die einheimische Bevölkerung in den Prozess einzubinden. Die Menschen müssen begreifen, dass Elefanten lebendig mehr wert sind als tot und sie zur afrikanischen Natur und der Kultur gehören. Der Schutz der Elefanten ist mit einem großen Aufwand an Zeit und Geld verbunden. Auf der anderen Seite spielen Elefanten in ihrem Lebensraum eine sehr wichtige Rolle als Samenverbreiter oder auch als Gräber von Wasserlöchern, von denen auch andere Tierarten profitieren. Ihr Kot dient als Dünger und Nahrung von zahlreichen Insekten.

Den Asiatischen Elefanten geht es ähnlich ihren afrikanischen Verwandten. Man geht davon aus, dass in freier Wildbahn zwischen 37.000 und 57.000 (285.000 bis 300.000 beim Afrikanischen Elefanten) Tiere leben. Neben dieser Anzahl an frei lebenden Elefanten fristen in Asien rund 15.000 Tiere ein Leben als Arbeitselefanten in Gefangenschaft. Bereits zur Kolonialzeit wurden Asiatische Elefanten als Arbeitstiere eingesetzt. Meist werden Elefanten in der Holzwirtschaft eingesetzt. Sie können tonnenschwere Lasten auch in unzugänglichen Waldregionen transportieren. Mittlerweile ist der Wirtschaftzweig nur noch wenig profitabel und die Anzahl der Arbeitselefanten ist in den letzten Jahren gesunken. Im großen Stil werden die Tiere zu Rodungsarbeiten heute noch in Myanmar (Birma) eingesetzt. Ähnlich den afrikanischen Vertretern sind Asiatische Elefanten heute durch die Wilderei und den Verlust der natürlichen Lebensräume bedroht. Durch die Wilderei sind nur die Bullen bedroht, da Kühe in der Regel keine Stoßzähne aufweisen. In der Nähe des Menschen kommt es auch in Asien immer wieder zu Konflikten zwischen Elefanten und dem Menschen. Man schätzt, dass pro Jahr etwa 300 Menschen durch Elefanten getötet werden.

In der Roten Liste der IUCN wird der Asiatische Elefant als stark gefährdet (EN, Endangered) geführt, der Afrikanische Elefant gilt als gefährdet (VU, Vulnerable).

Aktuelle Meldungen

Im Mai 2008 hat die südafrikanische Regierung Elefanten zum Abschuß freigegeben. Die Regierung begründet ihren Schritt mit der deutlichen Zunahme lokaler Populationen. Es sollen stellenweise ganze Herden gekeult werden. Dabei werden sowohl Bullen als auch Kühe und Jungtiere getötet. Die Jagd erfolgt in der Regel mit großkalibrigen Waffen vom Hubschrauber aus. Tier- und Naturschutzverbände gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren zwischen 400 und 1.000 Elefanten jährlich gekeult werden sollen. <1>


Auf dem Elefantenhof in Platschow, Mecklenburg-Vorpommern, führte man einen Versuch mit der Afrikanischen Elefantenkuh Mala durch, indem man sie zu einem großen Spiegel aus Folie führte, um zu sehen, ob sie sich selbst darin erkennt. Am Anfang war das Ergebnis ziemlich ernüchternd. Denn sie lief mit gespreizten Ohren auf ihr Spiegelbild zu. Auch mit dem Rüssel versuchte sie ihr Spiegelbild anzugreifen. Erst nach mehrmaligen Versuchen, lies die Aggression langsam nach und sie verweilte lange vor ihrem Spiegelbild, als ob sie sich langsam in dem Spiegel erkannte. Um dies herauszubekommen, heftete der Elefanten-Dompteur Sonni Frankello eine künstliche Banane auf dem Kopf und führte die Afrikanische Elefantenkuh Mala wieder vor den Spiegel. Gespannt beobachtete er die Reaktion der Afrikanischen Elefantenkuh. Sie stand wieder lange vor dem Spiegel und hob dann langsam den Rüssel in Richtung Banane und ergriff die Banane, die auf ihrem Kopf angeheftet ist. Der Dompteur stellte also mit Erstaunen fest, dass die Afrikanische Elefantenkuh Mala sich selbst im Spiegel erkannt hat. Der Elefanten-Dompteur Sonni Frankello gilt als einer der besten Elefanten-Dompteure der Welt und wurde im Jahr 2010 in Monaco ausgezeichnet.

Systematik der Elefanten

Systematik nach Wilson & Reeder, 2005. Familie: Elefanten (Elephantidae)

Gattung: Loxodonta
Art Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana)
Art Waldelefant (Loxodonta cyclotis)
Gattung: Elephas
Art Asiatischer Elefant (Elephas maximus)
Unterart: Ceylonelefant (Elephas maximus maximus)
Unterart: Sumatraelefant (Elephas maximus sumatranus)
Unterart: Malayaelefant (Elephas maximus hirsutus)

Anhang

Lesenswerte Einzelartikel

Literatur und Quellen

Weblinks

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