Bienenelfe

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Bienenelfe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Mellisugas (Mellisuga)
Art: Bienenelfe
Wissenschaftlicher Name
Mellisuga helenae
(Lembeye, 1850)

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Die Bienenelfe (Mellisuga helenae), auch unter den Synonymen Orthorhynchus helenae und Calypte helenae und unter den Bezeichnungen Kubaelfe, Hummelkolibri oder Elfenkolibri bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kolibris (Trochilidae) zur Gattung der Mellisugas (Mellisuga). Im Englischen wird die Bienenelfe bee hummingbird oder zunzuncito genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Bienenelfe ist der kleinste lebende Vogel und erreicht eine Körperlänge, einschließlich Schnabel und Schwanz, von etwa 5,0 bis 7,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 1,8 Gramm. Das Gefieder des Männchens weist eine grüne Färbung auf. Die Kehle ist feurig rot und der Ringkragen mit seinen länglichen seitlichen Federn wirkt irisierend. Der obere Brustbereich und die übrigen Partien der Unterseite sind meist gräulich weiß gefärbt. Das Männchen ist kleiner als das Weibchen. Das Weibchen weist ein bläulich-grünes Obergefieder auf, während die Unterseite eine hellgraue Färbung aufweist. Die Spitzen der Schwanzfedern sind mit weißen Flecken besetzt. Das Männchen hat einen rötlichen bis rosafarbenen Kopf, ebenso sind das Kinn und der Hals von einer rötlichen bis rosafarbenen Tönung.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Bienenelfe auf Kuba endemisch. Früher fand man die Bienenelfe auf Isla de la Juventud mit einer lückenhaften Verteilung einschließlich Habana, Sierra de Anafe, Guanahacabibes Peninsula, Zapata Swamp, Moa, Mayarí und an der Küste von Guantánamo. Die Bienenelfe hält sich vor allem in küstennahen Wäldern und an Waldrändern auf. Des Weiteren lebt die Bienenelfe in Bergtälern sowie in Sümpfen und Gärten. Obwohl die Bienenelfe früher üblich und weit verbreitet war, so ist sie jetzt selten und lokalisiert. Dies ist hauptsächlich das Ergebnis der Lebensräum-Änderung und -Zerstörung.
Bienenelfe
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Bienenelfe
Ein Großteil der natürlichen Vegetation Kubas wurde für die Rinder in Weideland umgewandelt, so verblieben nur noch 15 bis 20% Flächen in ihrem natürlichen Zustand. Die jüngste Erweiterung der Kakao-, Kaffee- und Tabak-Produktion stellt eine weitere ernste Bedrohung für die Art dar. Die Bienenelfe wird auch in CITES Anhang II geführt. Die Bienenelfe ist der kleinste Vogel der Welt und hat die Größe einer Biene. Wie alle Kolibris ist die Bienenelfe ein rascher, starker Flieger. Sie kann mit ihren Flügeln wie ein Hubschrauber schwirren. Die Bienenelfe schlägt mit den Flügeln schätzungsweise 80mal pro Sekunde so schnell, dass die Flügel für das menschliche Auge völlig verschwimmen.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Bienenelfe nur auf Kuba vor und als Durchzügler findet man die Bienenelfe auf den Bahamas. Die Bienenelfi bewohnt folgende Lebensräume: Subtropische und tropische Trockenwälder, subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, subtropische und tropische Montanwälder, subtropische und tropische feuchte Heideflächen, ländliche Gärten sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

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Bienenelfe

Die brillante, schillernde Färbung der Bienenelfe macht den Vogel zu einem kleinen Juwel. Aber das Schillern ist nicht immer sichtbar. Dies hängt immer von dem Blickwinkel einer Person ab, wie sie auf den Vogel schaut. Der Vogel weist eine sehr schlanke Körperform auf und der Schnabel ist zum Sondieren von Blumen angepasst. Die Bienenelfe ernährt sich hauptsächlich von Nektar. Mit der Zunge, die wie ein langer Schlauch geformt ist, saugt die Bienenelfe den Nektar, dabei fallen gelegentlich Insekten oder Spinnen als Nebenprodukt ab. Im Prozess der Nahrungsaufnahme nimmt der Vogel mit seinem Schnabel und mit seinem Kopf auch unbeabsichtigt die Pollen mit auf und die Bienenelfe von Blüte zu Blüte fliegt, überträgt sie diesen Pollen. Auf diese Weise spielt die Bienenelfe eine wichtige Rolle in der pflanzlichen Reproduktion. Innerhalb eines Tages kann die Bienenelfe 1.500 Blüten besuchen und bestäuben.

Fortpflanzung

Die Brutzeit erfolgt von März bis Juni. Die weibliche Bienenelfe baut ein topfförmiges Nest, das im Durchmesser 2,5 Zentimeter mißt. Das Nest wird in der Regel bei einer durchschnittlichen Höhe von 3,50 Meter auf einem dünnen Ast angelegt. Das Äußere des Nestes besteht meist aus Spinnweben, Rinde und aus Flechten und das Innere wird mit weichen Pflanzenfasern sowie mit Wolle ausgekleidet. Normalerweise wird das Nest noch mit Laub bedeckt. Das Weibchen legt zwei Eier, die nicht größer als Erbsen sind. Die Eier werden von dem Weibchen allein bebrütet. Die Inkubation dauert 21 oder 22 Tage. Nach dem Schlüpfen sind die Küken nackt und blind. Gegen Ende der ersten Lebenswoche öffnen sie erstmals ihre Augen. Ab diesem Zeitpunkt verfügen sie auch über ein Dunengefieder. Der Nachwuchs wird überwiegend mit einem Nahrungsbrei aus leicht vorverdauter Nahrung gefüttert und erreicht bereits mit drei Wochen die Flugfähigkeit.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN wird diese Art als gering gefährdet gelistet, weil es eine kleine Population aufweist, die moderat sinkend mäßig schnell ist als Folge von Waldverlust und somit Zerstörung von Lebensraum.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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