Harlekinlori

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Harlekinlori

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Loris (Loriinae)
Gattung: Rotloris (Eos)
Art: Harlekinlori
Wissenschaftlicher Name
Eos histrio
(Müller, 1776)

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Harlekinlori (Eos histrio), auch unter dem Synonym Psittacus histrio und unter der Bezeichnung Diademlori bekannt, zählt innerhalb der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) zur Gattung der Rotloris (Eos). Im Englischen wird der Harlekinlori red-and-blue lory genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Harlekinlori erreicht eine Körperlänge von etwa 31,0 Zentimeter. Das Gefieder ist bei dem Harlekinlori überwiegend rot gefärbt. Auf dem Kopf zeigt sich eine blauer Scheitelstreif und im Gesicht erkennt man ebenfalls einen blauen Augenstreif. Des Weiteren zeigt sich ein dünner blauer Streif am Hals. Ferner sind die Flügel, die Brust sowie der Rücken teilweise mit einer blauen Färbung versehen. Die Nominatform und die zwei Unterarten sind ähnlich gefärbt. Die Nominatform Eos histrio histrio weist eine rote Stirn, einen roten Scheitel und eine Blaufärbung im Bereich der Augen auf. Der Hals, der Nacken, die Brust sowie der Bauch sind rot gefärbt und mit einem breiten rot-blauen Streifen versehen. Der Rumpf weist eine blaue Färbung auf und die Flügel sowie der Schwanz sind rot getönt und mit lila-schwarzen Schwungfedern versehen. Die Unterart Eos histrio talautensis ist durch eine größere Ausdehnung der roten Färbung auf den Flügeln charakterisiert und bei der Unterart Eos histrio challengeri zeigt sich ein viel dünneres blaues Brustband als bei der vorher genannten Unterart.

Lebensweise

Unterart Eos histrio talautensis
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Unterart Eos histrio talautensis

Laut der Roten Liste der IUCN bewohnt der Harlekinlori die subtropischen und tropischen feuchten Tieflandwälder. Der Harlekinlori ernährt sich von Früchten und Insekten. Aber auch landwirtschaftliche Flächen besucht der Harlekinlori, wo er sich von dem Nektar der Kokospalmen und von verschiedenen Früchten ernährt. Die Brutzeit findet in den Monaten von Mai bis Juni statt. Man vermutet aber, dass die Fortpflanzung auch noch in anderen Monaten erfolgt. Die Nester befinden sich meistens in Baumhöhlen. Die Trupps führen regelmäßig kurze saisonale Bewegungen durch und in einigen Fällen befinden sich die Schlafbäume auf den vorgelagerten Inseln.

Unterarten

  • Eos histrio histrio - (Müller, 1776) - Asien. Südostasien (endemisch). Indonesien (endemisch). Indonesien (Asien) (endemisch). Große Sundainseln (endemisch). Sulawesi-Archipel (endemisch). Sangihe Inseln. Silau. Sulawesi Utara Provinz.
  • Eos histrio challengeri - Salvadori, 1891 - Asien. Südostasien (endemisch). Philippinen (abgelehnt). Mindanao. Indonesien (endemisch). Indonesien (Asien) (endemisch). Große Sundainseln (endemisch). Sulawesi-Archipel (endemisch).
  • Eos histrio talautensis - Meyer & Wiglesworth, 1894 - Asien. Südostasien (endemisch). Indonesien (endemisch). Indonesien (Asien) (endemisch). Große Sundainseln (endemisch). Sulawesi-Archipel (endemisch). Talaud-Inseln (endemisch). Sulawesi Utara Provinz (endemisch).

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Art nur auf den Talaud-Inseln (fast ausschließlich auf Karakelang) von Nord-Sulawesei, Indonesien beschränkt. Weitere Populationen verschwanden im 20. Jahrhundert auf den Inseln Sangihe, Siau und Tagulandang aufgrund von eingeschleppten nicht heimischen Tieren. Im Jahr 1997 wurde die Population auf nur 5.000 bis 10.000 Vögel geschätzt und erlebt weiterhin einen raschen Rückgang. Bevorzugte Lebensräume dieser Art sind subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder und Plantagen.

Ernährung

Harlekinlori
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Harlekinlori

Harlekinloris ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Beeren, Pollen und Nektar. Ihre sehr lange und schmale Zunge ist mit sogenannten Papillen besetzt. Beim Eintauchen der Zunge in eine Blüte richten sich die Papillen auf und saugen den Nektar förmlich auf. Nachdem die Zunge zurückgezogen wurde, wird sie gegen den Gaumen gedrückt, um so an den Nektar zu kommen. Eher selten stehen auch Sämereien und Insekten (Insecta) auf dem Speiseplan.

Fortpflanzung

Der Harlekinlori erreicht die Geschlechtsreife mit rund zwei Jahren. Während der Paarungszeit nähert sich das Männchen dem Weibchen mit ausgebreitetem Schwanz und Kopfnicken. Hat sich ein Paar gefunden, so leben sie in monogamer Einehe, die ein Leben lang hält. Die Brutzeit findet in den Monaten von Mai bis Juni statt. Man vermutet aber, dass die Fortpflanzung auch noch in anderen Monaten erfolgt. Sie sind Höhlenbrüter, die in der Regel eine Höhle aussuchen. Ausgepolstert wird eine Bruthöhle mit Holzteilchen wie morsches Holz. Das Weibchen legt zwei weiße Eier in das Nest und brütet die Eier über einen Zeitraum von rund 25 bis 28 Tagen allein aus, jedoch verbringt das Männchen mit dem Weibchen viel Zeit im Nest, wenn er auch nicht direkt inkubiert. Nach etwa 21 bis 22 Tagen öffnen die Küken die Augen und auch die ersten Federn zeigen sich zu diesem Zeitpunkt und nach etwa 74 Tagen verlassen die Jungen das Nest.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN weist diese Art einen sehr kleinen Bereich (wenige Standorte sind bekannt) auf. Aufgrund des Verlustes von Lebensraum ist die Art weiterhin rückläufig. Ferner hat die Population einen raschen Rückgang erlebt, vor allem als Folge des illegalen Vogelhandels und dies wird sich voraussichtlich in der Zukunft erhöhen. Daher wird die Art laut der Roten Liste der IUCN als gefährdet geführt. Der Verlust des Lebensraumes in der Vergangenheit und der Handel sind die wichtigsten Bedrohungen. Schon im 19. Jahrhundert wurde die Art für den Vogelhandel gefangen. Jedes Jahr werden etwa 1.000 bis 2.000 Vögel auf der Insel Karakelang für den Vogelhandel gefangen (illegal). Dies wird noch durch den weitgehenden Verlust der Wälder auf der Insel Sangihe verschärft. Des Weiteren trägt der Einsatz von Insektiziden und die Übertragung von Krankheiten entflogener Käfig-Vögel, die sich dann mit den Wildpopulationen verpaaren, zum raschen Rückgang dieser Art bei. Der Harlekinlori wird auch in CITES Anhang I geführt und ist eine geschützte Art in Indonesien.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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