Erd-Wolfspinne

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Erd-Wolfspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)
Gattung: Trochosa
Art: Erd-Wolfspinne
Wissenschaftlicher Name
Trochosa terricola
(Thorell, 1856)

Die Erd-Wolfspinne (Trochosa terricola) zählt innerhalb der Familie der Wolfspinnen (Lycosidae) zur Gattung Trochosa. Das Männchen ähnelt dem Weibchen von Trochosa ruricola, jedoch ist das Herzmal etwas dunkler und nicht so auffällig. Eine weitere Art, Trochosa spinipalpis, ist ebenfalls weit verbreitet, jedoch selten anzutreffen und kaum von der Erd-Wolfspinne zu unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die sehr große, kräftige Erd-Wolfspinne erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 9 bis 10 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 10 bis 14 Millimeter. Die Grundfärbung ist ein leicht rötliches Braun. Auf dem Vorderkörper ist die gattungstypische Zeichnung meist sehr deutlich ausgebildet. Der Hinterkörper trägt vorn eine nur schwach dunkel umrandete, innen etwa der Grundfarbe entsprechende Spießfleckzeichnung, dahinter undeutliche Winkelflecke und helle Punktpaare. Bei dem Männchen sind, wie bei allen Trochosa-Arten, Tibien und Metatarsen der Vorderbeine schwarz gefärbt. Der männliche Taster trägt an der Spitze keine Kralle. Bei dem Weibchen ist das Rückenschild dunkelbraun bis schwarz und mit einem hellbraunen Mittelband versehen, das sich zum Kopfende hin keulenförmig erweitert und in dieser Erweiterung zwei schwarze Streifen trägt. Die Seitenbänder sind hellbraun und wellig, jedoch nur undeutlich zu erkennen. Der Hinterleib ist rötlichbraun und mit einer zarten Zeichnung versehen. Das Herzmal ist nur undeutlich zu erkennen. Am deutlichsten sichtbar sind die vom helleren Mittelband ausgehenden hellbraunen bis beigefarbenen Schrägstreifen, die sich im mittleren Teil des Hinterleibes zu hellen Punkten vereinigen. Die Beine sind rötlichbraun und mit einer dünnen Ringelung an den Schenkeln versehen. Die reifen Männchen sind im Herbst und im Frühjahr und die Weibchen ganzjährig anzutreffen.

Lebensweise

Die Erd-Wolfspinne erinnert im Habitus sehr an die Alopecosa-Arten. Sie führt offenbar eine vorwiegend nächtliche Lebensweise. Gelegentlich sieht man sie zwar auch tagsüber umherlaufen, häufiger findet man die Erd-Wolfspinne aber unter Steinen, wo sie sich in einer länglichen, flachen Höhle aufhält und an deren Eingang sie auf Beute lauert. In dieser Höhle findet auch meist im Juni die Eiablage statt. Die Männchen bekommt man verhältnismäßig selten zu Gesicht, meist sieht man nur Weibchen.

Verbreitung

Die Erd-Wolfspinne hält sich an mäßig feuchten bis relativ trockenen, vorwiegend halbschattigen Orten, etwa auf Waldlichtungen, an Waldrändern und auch auf Trockenrasen auf. In Mitteleuropa ist die Erd-Wolfspinne überall sehr häufig anzutreffen. Sie ist die häufigste Art dieser Gattung.

Ernährung

Die Erd-Wolfspinne ist ein Lauerjägerin, die an exponierter Stelle auf ein Beutetier wartet. Kommt ein Insekt (Insecta) in erreichbarer Nähe vorbei, so schießt sie schnell hervor und überwältigt das Insekt (Insecta). Das Opfer wird an Ort und Stelle verspeist. Für ihre Jagd nutzt sie keine Netze. Zudem jagt sie nur auf dem Erdboden.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit dieser Art beginnt meist im zeitigen April. Das Männchen nähert sich dabei dem wesentlich größeren Weibchen und bewegt dabei seine Taster auf und ab. Das paarungsbereite Weibchen verhält sich dabei passiv und abwartend. Das Männchen kann nun das Weibchen besteigen und führt seine Bulben in die Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) des Weibchens ein und injiziert so das Sperma. Dieser Vorgang kann durchaus einige Stunden dauern. Danach verläßt das Männchen seine Partnerin und kümmert sich auch nicht um die Aufzucht. Die Eier werden in einen weißen Kokon abgelegt und an die Spinnwarzen geheftet. Das Weibchen trägt diesen Kokon immer mit sich. Meist schlüpfen die Jungspinnen im Juni. Das Weibchen ist ihrem Nachwuchs beim Verlassen des Kokons behilflich. Sie lockert hierzu das Gespinst an der Seitennaht und erleichtert so ihren Jungen den Ausstieg. Die Jungspinnen ersteigen sofort den Rücken ihrer Mutter und lassen sich anschließend bis zur nächsten Häutung tragen. In der ersten Zeit ernähren sie sich vom Eidotter. Selbständig sind sie meist nach der ersten Häutung.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
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