Erdbeerfröschchen

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Erdbeerfröschchen

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: Echte Frösche und Verwandte (Ranoidea)
Familie: Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae)
Gattung: Oophaga
Art: Erdbeerfröschchen
Wissenschaftlicher Name
Oophaga pumilio
Schmidt, 1857

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Erdbeerfröschchen (Oophaga pumilio) zählt innerhalb der Familie der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) zur Gattung Oophaga. Im Englischen wird das Erdbeerfröschchen strawberry poison frog, flaming poison frog oder red-and-blue poison frog genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Erdbeerfröschchen erreicht eine Körperlänge von gut 18 bis 22 Millimeter. Die Grundfärbung kann sehr variabel sein. Es gibt sowohl hellrote, orange, rote als auch rot-blau gesprenkelte und grüne Farbvariationen. Blaue Extremitäten sind dabei nicht selten. Aufgrund ihrer terrestrischen Lebensweise haben Erdbeerfröschchen keine Schwimmhäute mehr. Statt dessen verfügen sie über Hautlappen an den Zehen. Über Hautdrüsen gibt er ein giftiges Hautsekret ab, das ihn vor Fressfeinden und Pilzbefall schützt. Anders als bei den Blattsteigern (Phyllobates) verfügt das Erdbeerfröschchen hauptsächlich über den Wirkstoff Pumiliotoxin. Dieses Gift ist deutlich schwächer als das der Phyllobaten. Es löst bei Fressfeinden und auch beim Menschen Übelkeit, Erbrechen und einen brennenden Schmerz hervor. Im Blut kann das Gift zudem eine neurotoxische Wirkung entfalten. Erdbeerfröschchen produzieren dieses Gift nicht selber. Es generiert sich über die aufgenommene Nahrung. Dafür verantwortlich sind einzelne Ameisenarten.

Lebensweise

Das Männchen der Erdbeerfröschchen gilt als ausgesprochen territorial. Es verteidigt sein Revier, das eine Größe von einigen Qudratmetern aufweist, teilweise so vehement, daß es selbst oder der Eindringling zu Tode kommt. Das Männchen duldet vor allem während der Paarungszeit (Regenzeit) nur Weibchen in seinem Revier. Aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommens stehen diese Fröschchen in Anhang II unter weltweitem Schutz.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Erdbeerfröschchen erstreckt sich in Mittelamerika von Nicaragua bis Panama. Das häufigste Vorkommen ist dabei in Costa Rica zu beobachten. Die Frösche leben in küstennahen Tieflandregenwäldern und sind in Höhenlagen nicht über 1.000 Meter über NN. anzutreffen. Erdbeerfröschchen leben überwiegend im Bereich von 50 - 150 cm über dem Boden und halten sich dabei auf Blättern und anderen Pflanzenteilen auf. Es sind ein gute Kletterer, die ohne Probleme auch höher gelegende Ruhestätten erreichen können.

Ernährung

Erdbeerfröschchen sind reine Insektenfresser, die sich von Ameisen, Termiten, Käfern, Trauermücken und Fliegen in passender Größe ernähren. Hier und da werden auch Spinnen und kleinere Gliederfüßer erbeutet. Die Frösche fangen ihre Beutetiere mit Hilfe ihrer klebrigen Zunge. Die Larven (Kaulquappen) ernähren sich von den unbefruchteten Eiern, die ihnen das Muttertier in regelmäßigen Abständen in die Bromelientrichter legt. Dies kommt im Tierreich nur bei der Gattung der Oophaga vor.

Fortpflanzung

Erdbeefröschchen
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Erdbeefröschchen

Die Paarungszeit der Erdbeerfröschchen erstreckt sich in der Regel über die Regenzeit. Anders als bei anderen Froscharten betreibt diese Art eine ausgeprägte Brutpflege. Auch die Befruchtung der Eier geschieht nicht durch Umklammerung mit einhergehender gleichzeitiger Befruchtung. Das Weibchen legt ihre drei bis fünf Eier an einer geschützten Stelle ab und das Männchen befruchtet diese. Das Männchen bewacht und bewässert das Gelege in den nächsten Tagen. Nach etwa zehn bis zwölf Tagen schlüpfen die Larven, die nun vom Männchen oder dem Weibchen einzeln in ein Kleinstgewässer (z.B. wassergefüllte Bromelientrichter) transportiert werden. Die Larven werden dort vom Weibchen in regelmäßigen Abständen mit unbefruchteten Eiern (Nähreier) gefüttert. Nach rund 40 Tagen ist die Metamorphose zum Jungfrosch abgeschlossen und die Jungfrösche gehen an Land.

Weitere Synonyme

  • Dendrobates galindoi - Trapido, 1953
  • Dendrobates ignitus - Cope, 1874
  • Dendrobates pumilio - Schmidt, 1857
  • Dendrobates typographus - Keferstein, 1867

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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