Erdwolf

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Erdwolf

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Hyänen (Hyaenidae)
Unterfamilie: Protelinae
Gattung: Proteles
Art: Erdwolf
Wissenschaftlicher Name
Proteles cristatus
Sparrman, 1783

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Erdwolf (Proteles cristatus) zählt innerhalb der Familie der Hyänen (Hyaenidae) zur Gattung Proteles.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Erdwolf erreicht eine Körperlänge von 80 bis 105 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 45 bis 55 Zentimeter, eine Schwanzlänge von gut 25 bis 30 Zentimeter sowie ein Gewicht von 9 bis 14 Kilogramm. Die Geschlechter weisen keinen nennenswerten Dimorphismus auf. Je nach Verbreitungsgebiet weist die Fallfärbung eine leicht abweichende Färbung auf. Es ist hellbraun, graubraun oder gelblichbraun gefärbt. Der Rücken weist für die Art charakteristische dunkelbraune bis schwarze Querstreifen auf, die sich bis zu den Flanken und den hinteren Schenkeln erstrecken. Ventral ist das Fell deutlich heller, meist hellgrau bis weißlich gefärbt. Die langgezogene Schnauze ist nackt und weist eine dunkelgraue bis fast schwarze Färbung auf. Das Fell im Kopfbereich ist überwiegend gräulich gefärbt. Die trichterartigen Ohren sind spitz zulaufend und innen und außen mit Fell versehen. Markantes Merkmal ist die Mähne, die sich vom Nacken bis zum Schwanzansatz zieht. Vor allem bei Erregung oder Gefahr stellt der Erdwolf seine Mähne auf. Obwohl der Erdwolf überwiegend Insekten frisst, sind seine Kiefer äußerst kräftig ausgebildet. Die Eckzähne sind dabei stark verlängert, jedoch sind die Backenzähne nur mäßig entwickelt. Die Zunge ist lang und mit klebrigem Schleim bedeckt. Dies ist eine Anpassung an seine Lieblingsbeute. Er ernährt sich vorwiegend von Termiten. Wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu den eigentlichen Hyänen, ist die Tatsache, dass seine Pfoten an den Vorderbeinen in fünf Zehen enden. Bei den Hyänen enden die Pfoten in vier Zehen.

Verhalten

Erdwölfe leben in kleinen, sozial ausgerichteten Familiengruppen. Sie sind sowohl tag- als auch nachtaktiv. Während ihrer Ruhephasen halten sich die Tiere in ihren Bauten auf. Vor allem die Männchen legen ein territoriales Verhalten an den Tag und schützen das Revier der Familie vehement. Aber auch das Weibchen beteiligt sich an der Verteidigung des Reviers. Ein Revier umfasst in der Regel zwei bis vier Quadratkilometer. Die Reviergrenzen werden durch ein Sekret aus Analdrüsen markiert. Innerhalb des Reviers ist der Bau der zentrale Punkt. In der Nähe ihrer Behausung befindet sich immer ein Kot- und Urinplatz, den die Familie regelmäßig aufsucht. Kot und Urin werden stets mit Sand abgedeckt. Auch wenn eine Familie durch einen engen Zusammenhalt geprägt ist, so gehen Männchen und Weibchen getrennt auf Nahrungssuche. Allenfalls die Jungtiere begleiten die Elternteile bei der Nahrungssuche. Die Sinne des Erdwolfes sind gut ausgeprägt. Die Verständigung untereinander geschieht unter anderem durch Lautäußerungen.

Verbreitung

Der Erdwolf kommt in zwei voneinander getrennt lebenden Populationen im südlichen und südöstlichen bis östlichen Afrika vor. Er ist insbesondere in Angola, Botswana, Äthiopien, Kenia, Lesotho, Mosambique, Namibia, Somalia, Südafrika, Sudan, Swaziland, Tansania, Uganda, Sambia und Simbabwe anzutreffen. Offene Savannen und Baum- und Strauchsteppen sind die natürlichen Lebensräume des Erdwolfes. Wälder und reine Wüsten werden strikt gemieden.

Ernährung

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Der Erdwolf ernährt sich fast ausschließlich von Insekten. Zu seiner Leibspeise gehören unter anderem Ameisen und Termiten. Mit seiner klebrigen Zunge kann er diese kleinen Insekten mühelos in großer Zahl aufnehmen. Ein Erdwolf kann in einer Nacht zwischen 250.000 und 300.000 Termiten fressen. Gelegentlich werden auch kleinere Gliederfüßer gefressen.

Fortpflanzung

Der Erdwolf erreicht die Geschlechtsreife mit etwa 18 bis 24 Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten von Juni bis Juli. Pro Jahr kommt es lediglich zu einem Wurf. Erdwölfe leben in einer monogamen Einehe, die in der Regel ein Leben lang hält. Nach einer Tragezeit von 90 Tagen bringt das Weibchen in ihrem Bau zwischen zwei und vier, selten auch mehr Welpen zu Welt. Die Jungen sind bei der Geburt noch nackt und blind. Die ersten fünf Wochen verbleiben sie ausschließlich im elterlichen Erdbau. Die Säugezeit erstreckt sich über gut vier Monate. Aber bereits einige Wochen vorher begleiten die Jungtiere die Eltern bei der Nahrungssuche und nehmen selbständig Ameisen oder Termiten auf. Die Aufzucht der Jungen erfolgt im wesentlichen durch beide Elternteile. Die Jungtiere sind mit einem Jahr selbständig und verlassen den Familienverband. Die Lebenserwartung liegt in Gefangenschaft bei zehn bis dreizehn Jahren. In Freiheit dürfte das erreichbare Alter kaum mehr als zehn Jahre betragen.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hyänen (Hyaenidae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Links

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