Erlen-Rindeneule

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Erlen-Rindeneule

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Überfamilie: Nachtfalter (Noctuoidea)
Familie: Eulenfalter (Noctuidae)
Unterfamilie: Acronictinae
Tribus: Acronictini
Gattung: Acronicta
Art: Erlen-Rindeneule
Wissenschaftlicher Name
Acronicta alni
(Linnæus, 1767)

Die Erlen-Rindeneule (Acronicta alni), auch Erleneule genannt, zählt innerhalb der Familie der Eulenfalter (Noctuidae) zur Gattung Acronicta. Im Englischen nennt man sie alder moth. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Erlen-Rindeneule erreicht als mittelgroßer Schmetterling eine Flügelspannweite von 35 bis 40 mm. Ihr Körper und ihre Vorderflügel sind überwiegend graubraun gefärbt und weisen eine kräftig dunkelbraune Musterung auf. Die Hinterflügel sind weißlich bis cremefarben und weisen nur eine wenig bräunliche Markierung auf. Die Flügel sind an den Rändern deutlich ausgefranst. Insgesamt sind der Körper und die Flügel leicht bis stark behaart. Die Oberschenkel der Vorderbeine sind keulenartig verdickt und behaart. Die Oberschenkel der restlichen Beinpaare sind ebenfalls behaart. Die Fühler sind feingliedrig und sehr lang. Je nach Vorkommen tritt die Erlen-Rindeneule in zwei bis drei Generationen im Jahr auf. In Mitteleuopa sind es zumeist zwei Generationen. Die Flugzeit erstreckt sich in Mitteleuropa von April oder Mai bis in den Oktober. In südlichen Gebieten sind sie von Februar bis Dezember anzutreffen. Bei massenhafter Vermehrung gilt die Erlen-Rindeneule wegen ihrer gefräßigen Raupen als Schädling.

Verbreitung

Die Erlen-Rindeneule ist in weiten Teilen Europas, insbesondere in Mitteleuropa, verbreitet. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis in den Süden Skandinaviens. Auch in Nordafrika und in weiten Teilen Vorderasiens ist sie beheimatet. Sie ist meist in Moorwäldern, in Laub- oder Mischwäldern sowie in den darin enthaltenen Lichtungen, in größeren Gärten und Parks anzutreffen.

Ernährung

Raupenstadium
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Raupenstadium

Die Erlen-Rindeneulen ernähren sich vom Nektar blütentragender Pflanzen. Sie haben dabei keine Vorliebe, sie fliegen jede Blüte an und saugen deren Nektar. Der Nektar wird in der Regel im Schwirrflug aufgenommen. Die Raupen ernähren sich phytophag, das heißt, sie fressen nur die Blätter ihrer Futterpflanzen. Dazu gehören die Blätter der Laubbaumarten Erle, Eiche, Linde, Birke und Kirsche.

Fortpflanzung

Je nach Generation erfolgt die Eiablage zu unterschiedlichen Zeiten. Das Weibchen legt ihre Eier auf verschiedene Futterpflanzen. Dazu gehören unter anderem die Laubbäume wie Erle, Eiche, Linde, Birke und Kirsche - und das zum Leidwesen der Forstwirte und Gärtner, denn bei massenhaftem Auftreten können schwere Schäden an der Belaubung der Bäume entstehen. Die Raupen sind durchweg kräftig dunkel türkisgrün gefärbt. Der Körper ist mit mehreren kräftig gelben Querbändern durchzogen. Fadenartige Fortsätze bedecken den Körper. Sie halten sich in den ersten Entwicklungsstadien unauffällig auf der Blattunterseite auf. Gegen Ende ihrer Entwicklung sind sie überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich im bodennahen Bereich. Die letzte Generation pro Jahr überwintert im Boden als Raupe. Die Verpuppung erfolgt in einem leichten Gespinst.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Bellmann, Heiko: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer.. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2003. ISBN 3440093301
  • Chinery, Michael & D. Ovenden: Pareys Buch der Insekten. Parey, Hamburg 1987. ISBN 3490141180
  • Günther, Kurt K. et al.: Insekten. Urania & Deutsch, Leipzig, Thun 1990. ISBN 387144944X
  • Reichholf-Riem, Helgard et al.: Insekten. vol. 7 Steinbachs Naturführer. Mosaik, München 1984. ISBN 3570011879
  • Rogez, Léon & A. Eydoux: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin, Würzburg 2006. ISBN 3401452541
  • Ruckstuhl, Thomas: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom, Bindlach 2002. ISBN 381121960X
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