Eulenschwalm

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Eulenschwalm

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Schwalmartige (Caprimulgiformes)
Familie: Eulenschwalme (Podargidae)
Gattung: Eulenschwalme (Podargus)
Art: Eulenschwalm
Wissenschaftlicher Name
Podargus strigoides
(John L. Latham, 1802)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Eulenschwalm (Podargus strigoides), auch unter dem Synonym Caprimulgus strigoides und unter der Bezeichnung Rieseneulenschwalm genannt, zählt innerhalb der Familie der Eulenschwalme (Podargidae) zur Gattung der Eulenschwalme (Podargus). Zur Familie der Eulenschwalme gehören fünfzehn Arten, die insbesondere in Australien, Malaysia, Indonesien und auf den Philippinen verbreitet sind. Im Englischen wird der Eulenschwalm tawny frogmouth genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Eulenschwalm erreicht je nach Verbreitungsgebiet eine Körperlänge von 35 bis 50 cm sowie ein Gewicht von 500 bis 600 Gramm. Vögel in südlichen Verbreitungsgebieten werden dabei deutlich größer als die nördlichen Arten. Das eulenhafte Aussehen wird abgerundet durch ein graubraunes bis silbergraues Gefieder, daß leicht marmoriert und gebändert ist. Ihre Augen weisen eine gelbliche bis orangene Färbung auf. Der ungewöhnlich breite Schnabel ist hervorragend für die Aufnahme von Insekten im Flug geeignet. Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind kaum ersichtlich, so daß eine Bestimmung recht schwierig ist.

Lebensweise

Eulenschwalme sind sehr standorttreu, die ihre Reviere zum Teil über Jahre bewohnen. Die Vögel leben paarweise oder in kleinen Familienverbänden. Ihre Krallen sind nicht so kräftig gebaut und weniger stark gebogen wie bei Eulen. Daher können sie auch keine Jagd auf größere Tiere machen. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv. Den Tag über verbringen sie unbeweglich in ihren Schlafbäumen. Ihre Gefieder ermöglicht ihnen dabei eine vorzügliche Tarnung.

Unterarten

Verbreitung

Eulenschwalme haben ein sehr weites Verbreitungsgebiet. Sie sind in ganz Australien und auf Tasmanien anzutreffen. Abgesehen von baumlosen Wüsten und dichtem Regenwald besiedeln sie eine Vielzahl von Habitaten. Sie bevorzugen allerdings offenes Waldland und bewaldete Flußläufe.

Ernährung

Auf Nahrungssuche gehen Eulenschwalme in der späten Dämmerung oder in den frühen Morgenstunden. Zu ihrer bevorzugten Nahrung gehören Insekten aller Art. Von einer Ansitzwarte aus erbeuten die Eulenschwalme sie in kurzen Flügen am Boden oder im Geäst der Bäume. Beutetiere werden grundsätzlich im Ganzen verschlungen. Sie sind auch in der Lage langsam fliegende Insekten wie Motten im Fluge zu erbeuten. Hier und da fressen sie auch kleine Reptilien, Amphibien und die Brut von anderen Vögeln.

Fortpflanzung

Eulenschwalme leben in Dauereinehe. In trockenen Gegenden beginnt die Paarungszeit nach der Regenzeit, ansonsten erstreckt sie sich über den Zeitraum von August bis Dezember. In den südlichen Verbreitungsgebieten kann es zu zwei Bruten im Jahr kommen. Die eigentliche Paarung wird in der Dunkelheit vollzogen und wurde bisher nur sehr selten beobachtet. Ihre einfachen Nester bauen sie aus Reisig in Astgabeln in mittlerer Höhe. Das Weibchen legt zwischen zwei und drei weiße Eier, die eine Größe von ungefähr 46 x 33 mm aufweisen. Beide Partner bebrüten die Eier über einen Zeitraum von gut 17 Tagen, wobei das Weibchen hauptsächlich tagsüber, das Männchen überwiegend nachts brütet. Die geschlüpfte Brut wird über einen Zeitraum von etwa 40 Tagen von beiden Elternteile überwiegend mit Insekten gefüttert.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Eulenschwalm heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Eulenschwalm selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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