Eumops auripendulus

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Eumops auripendulus
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Bulldoggfledermäuse (Molossidae)
Gattung: Eumops
Art: Eumops auripendulus
Wissenschaftlicher Name
Eumops auripendulus
(Shaw, 1800)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Eumops auripendulus zählt innerhalb der Familie der Bulldoggfledermäuse (Molossidae) zur Gattung Eumops. Im Englischen wird die Art Black Bonneted Bat genannt. Es sind 2 Unterarten bekannt (Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2002).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Eumops auripendulus ähnelt Eumops perotis. Beide Arten unterscheiden sich jedoch in der Zahnmorphologie. Eumops auripendulus hat zudem eine dunklere Fellfärbung, einen spitzeren Tragus, einen kürzeren Schädel sowie proportinal gesehen einen schmaleren Warzenfortsatz. Von Eumops glaucinus unterscheidet sich die Art im Aufbau der Jochbeinbögen sowie in der blasseren Fellfärbung und der Größe des Tragus (Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2002).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Eumops auripendulus ist eine mittelgroße Art und erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Körperlänge von 75 bis 93 mm, eine Schwanzlänge von 43 bis 54 mm, eine Schädellänge von 24,7 bis 27,2 mm, eine Condylobasallänge von 22,8 bis 25,0 mm, eine Gaumenlänge von 10,9 bis 12,1 mm, eine Jochbeinbreite von 14,1 bis 15,4 mm, eine Hirnschädelhöhe von 8,5 bis 9,2 mm, eine Hirnschädelbreite von 10,7 bis 11,1 mm sowie ein Gewicht von 26 bis 37,8 g. Das weiche und dichte Fell ist dorsal dunkel rotbraun bis schwarzbraun gefärbt, ventral zeigt sich eine deutlich blassere Färbung. Die relativ großen Ohren und auch die Flugmembranen sind dunkel gefärbt. Der Tragus ist recht klein, spitz und proportional zu anderen Arten der Gattung kleiner. Die stumpf endende Schnauze ist fast unbehaart, die Nasenlöcher sind nach vorne gerichtet. Der Schädel ist relativ lang, der Scheitelkamm ist mäßig entwickelt. Das Gebiss besteht aus 30 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/2, c1/1, p2/2, m3/3. Die oberen Schneidezähne sind stark gebogen. Männchen verfügen über einen gut entwickelten Kehlsack. Dieser ist bei den Weibchen nur rudimentär angelegt (Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2002).

Allgemeines

Eumops auripendulus ist ein reiner Insektenfresser. Die Nahrungssuche erfolgt meist in dichten Wäldern. In weiten Teilen des Verbreitungsgebietes ist die Art anfällig für Tollwut. Der Virus wurde zahlreich im Hirngewebe nachgewiesen. Nachgewiesen sind auch Trypanosomen (Trypanosoma) wie Schizotrypanum, insbesondere Trypanosoma cruzi. Zu den bekanntesten Ektoparasiten gehören Milben (Acari, Acarida) wie Chiroptonyssus haematophagus, Chiroptonyssus venezolanus und Liponissus hematophagus (Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2002).

Über die Lebensweise, das Fortpflanzungsverhalten und die Ernährung ist nichts bekannt.

Unterarten

  • Eumops auripendulus auripendulus - Shaw, 1800
  • Eumops auripendulus major - Eger, 1974

Verbreitung und Lebensraum

Eumops auripendulus ist in Mittelamerika und weiten Teilen Südamerikas verbreitet. Die Vorkommen erstrecken sich von Oaxaca und Yucatán im südlichen Mexiko bis in den Norden von Argentinien. Im Einzelnen ist die Art in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Französisch-Guayana, Guatemala, Guyana, Honduras, Jamaika, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Surinam, Trinidad und Tobago sowie in Venezuela verbreitet. Eumops auripendulus besiedelt dichte Wälder, Küstenwälder und lokal auch menschliche Strukturen. Die Art lebt auf Seehöhe und ist im Hochland bis in Höhen von gut 1.800 m über NN (insbesondere in Peru) anzutreffen (IUCN, 2014; Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2002).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Eumops auripendulus zählt heute noch nicht zu den bedrohten Fledermausarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. In einigen Regionen ist jedoch ein Rückgang der Populationen zu beobachten. Der Hauptgrund für den Rückgang liegt wahrscheinlich in der Vernichtung der natürlichen Lebensräume (IUCN, 2014).

Synonyme

Eumops auripendulus ist unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind Vespertilio auripendulus Shaw, 1800, Molossus amplexi-caudatus E. Geoffroy-Saint-Hilaire, 1805, Dysopes longimanus Wagner, 1843, Dysopes leucopleura Wagner, 1843, Molossus nasutus J. A. Allen, 1897, Promops milleri J. A. Allen, 1900, Promops barbatus J. A. Allen, 1904, Eumops abrasus Miller, 1906 und Eumops auripendulus Goodwin, 1960 (Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2002).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge