Eumops hansae

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Eumops hansae
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Bulldoggfledermäuse (Molossidae)
Gattung: Eumops
Art: Eumops hansae
Wissenschaftlicher Name
Eumops hansae
Sanborn, 1932

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Eumops hansae zählt innerhalb der Familie der Bulldoggfledermäuse (Molossidae) zur Gattung Eumops. Im Englischen wird die Art Sanborn's Bonneted Bat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Das Artepitheton hansae bezieht sich auf die Typlokalität Colonia Hansa, Brasilien (Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2001).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Eumops hansae ähnelt stark Eumops bonariensis. Eumops hansae hat jedoch eine dunklere Fellfärbung. Die Schädel ähneln sich ebenfalls, der von Eumops hansae ist jedoch etwas größer und der Gaumen ist länger (Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2001).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Eumops hansae ist eine relativ kleine Art innerhalb der Gattung. Das Fell weist dorsal eine schwarzbraune Grundärbung auf, ventral ist die Fellfärbung deutlich blasser. Zwischen den Geschlechtern zeigt sich ein deutlicher Dimorphismus. Männchen erreichen eine Körperlänge von durchschnittlich 75 mm, eine Schwanzlänge von 41 mm, eine Hinterfußlänge von 8,5 mm, eine Ohrlänge von 20 mm, eine Unterarmlänge von 39 bis 41,2 mm, eine Schädellänge von 18,2 bis 20,9 mm, eine Condylobasallänge von 17,3 bis 19,8 mm, eine Jochbeinbreite von 11,3 bis 12,1 mm, eine Hirnschädelhöhe von 7,0 mm sowie ein Gewicht von 14,7 g. Weibchen erreichen eine Körperlänge von durchschnittlich 71 mm, eine Schwanzlänge von 30 mm, eine Hinterfußlänge von 9,0 mm, eine Ohrlänge von 17 mm, eine Unterarmlänge von 38 bis 37,8 mm, eine Schädellänge von 18,2 bis 18,9 mm, eine Condylobasallänge von 17,3 bis 17,9 mm, eine Jochbeinbreite von 10,8 mm, eine Hirnschädelhöhe von 6,1 mm sowie ein Gewicht von 13,2 bis 17,3 g. Die Flügelspitzen sind schmal. Das Gebiss besteht aus 30 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i2/1, c1/1, p2/2, m3/3 (Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2001).

Über die Lebensweise und das Fortpflanzungsverhalten ist nichts bekannt.

Verbreitung und Lebensraum

Eumops hansae ist in Mittel-und Südamerika verbreitet. Die Vorkommen erstrecken sich über Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Französisch-Guayana, Guyana, Honduras, Mexiko, Panama, Peru und Venezuela. Die Art besiedelt das Flachland und ist in Höhenlagen bis in Höhen von 320 m über NN. Eumops hansae lebt in geschlossenen Wäldern des tropischen Regenwäldes sowie in Wäldern nahe der Küste. Die Ruheplätze liegen meist in Baumhöhlen alter Bäume (Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2001; IUCN, 2014).

Biozönose

Sympatrie

Eumops hansae teilt sich seinen Lebensraum, zum Teil die Nahrungsressourcen und die Schlafplätze in den Kolonien mit zahlreichen anderen Arten. Hier sind insbesondere Blattnasen (Phyllostomidae) wie die Jamaica Fruchtfledermaus (Artibeus jamaicensis), Artibeus lituratus, die Brillenblattnase (Carollia perspicillata), Carollia subrufa, Choeroniscus godmani, Micronycteris minuta, Mimon bennettii, Sturnira lilium, Uroderma bilobatum, Vampyressa pusilla, Vampyrum Spektrum und Lonchophylla robusta, Glattnasen (Vespertilionidae) wie Eptesicus furinalis, Glossophaga commissarisi, Glossophaga soricina, Rhogeessa tumida und Eptesicus furinalis, Bulldoggfledermäuse (Molossidae) wie Cynomops greenhalli, die Kleine Bulldoggfledermaus (Molossus molossus) und Cynomops abrasus, Kinnblattfledermäuse (Mormoopidae) wie Pteronotus davyi sowie Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae) wie die Große Sackflügelfledermaus (Saccopteryx bilineata) zu nennen (Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2001).

Ernährung

Eumops hansae ist hauptsächlich ein Insektenfresser. Zur bevorzugten Nahrung gehören Geradflügler (Orthoptera) wie Grillen (Gryllidae). Die hat eine Magenanalyse an einem Exemplar erbeben. Welche Nahrung noch verzehrt wird ist unbekannt (Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2001).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Eumops hansae zählt heute noch nicht zu den bedrohten Fledermausarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. In einigen Regionen ist jedoch ein Rückgang der Populationen zu beobachten. Der Hauptgrund für den Rückgang liegt wahrscheinlich in der Vernichtung der natürlichen Lebensräume (Best, Hunt, McWilliams & Smith, 2001; IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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