Kranich

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(Weitergeleitet von Eurasicher Kranich)
Kranich
Weibchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
Familie: Kraniche (Gruidae)
Unterfamilie: Echte Kraniche (Gruinae)
Gattung: Grus
Art: Kranich
Wissenschaftlicher Name
Grus grus
Linnaeus, 1758

Verbreitungsgebiet
blau: Winter, rot: Sommer, gelb: Zugwege

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Kranich (Grus grus), der auch Grauer Kranich, Europäischer Kranich oder Eurasicher Kranich genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Kraniche (Gruidae) zur Gattung Grus. Im Englischen wird der Kranich common crane oder crane genannt. Der Kranich wurde zum Vogel des Jahres 1978 gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Kranich gehört zu den größten Kranichvögeln überhaupt und ist in Europa die größte Art dieser Vogelordnung. Er ist zum Beispiel deutlich größer als der Graureiher oder der Weißstorch. Der Kranich erreicht eine Standhöhe von 115 bis 130 Zentimeter sowie eine Flügelspannweite von 220 bis 240 Zentimeter. Weibchen sind mit 6.000 Gramm ein wenig leichter als Männchen mit einem Gewicht von bis zu 7.000 Gramm. In der Größe unterscheiden sich die Geschlechter nur geringfügig. Das Gefieder weist eine überwiegend graue bis schiefergraue Grundfärbung auf. Der Nacken und die Bereiche hinter den Augen sind weißlich gefärbt. Der Oberkopf und der obere Teil des Nackens sind dunkelgrau, wobei der Oberkopf fast schwarz gefärbt ist. Auch die Seiten der Halses und der Kehlbereich sind dunkelgrau gefärbt. Über den Augen, ist seitlich am Kopf eine rötliche Zeichnung zu erkennen. Die Schwanzfedern sind herabhängend und schwarz gefärbt. Die Schmuckfedern im Schwanzbereich fallen beim Hahn etwas prächtiger aus. Der Hals und die Extremitäten fallen wie bei allen Kranichvögeln recht lang aus. Der Schnabel erreicht eine Länge von gut zehn Zentimeter und weist eine graubraune bis gelblichbraune Färbung auf.

Stimme

Der Kranich ist ein äußerst lautstarker Vogel. Die Rufe sind unter günstigen Umständen über mehrere Kilometer hörbar. Die Töne werden in einem Resonanzraum erzeugt, der sich im Bereich der sehr langen (bis 130 Zentimeter) Speiseröhre befindet. Bei Jungvögeln ist dieser Resonanzraum noch nicht voll ausgebildet. Sie bringen anfangs nur fiepsende oder trillernde Laute hervor. Die Töne dienen hauptsächlich der Kommunikation zwischen den adulten Vögeln auf der einen Seite und auf der anderen Seite zwischen den Altvögeln und dem Nachwuchs. Vor allem während der Paarungszeit sind die Laute der Altvögel zu hören, die dann mit verschiedenen Körperbewegungen wie Flügelschlagen und Aufrichten ihres Halses einhergehen. Bei Gefahr warnen sich die Vögel ebenfalls mit Lauten. Hier kommen zumeist kurztönige Warnrufe zum Tragen.

Flug

Flugstudie
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Flugstudie

Kraniche sind ausgesprochen gute und ausdauernde Flieger. Als Zugvögel legen sie im Herbst je nach Verbreitungsgebiet und Lage des Winterquartiers zwischen 2.000 und 6.000 Kilometer zurück. Je nach Witterung legen sie dabei pro Tag eine Strecke von 100 bis mehrere hundert oder gar 1.000 Kilometer zurück. Die für Kraniche typische Flugformation ist die "V-Form". Zwischendurch legen sie hin und wieder eine Rast ein, um Energie zu tanken. Die westliche Zugroute verläuft über Deutschland. Von daher kann man Kraniche in weiten Teilen Deutschlands im Herbst beobachten.

Lebensweise

Der Kranich ist ein tagaktiver Vogel. Die ersten Aktivitäten entfaltet er bereits in den frühen Morgenstunden. Die meiste Zeit vom Tage wird für die Nahrungssuche aufgewandt. Lediglich beim Zug wird auch in der Nacht geflogen, ansonsten ruhen die Tiere während der Nacht. Außerhalb der Brutzeit ist der Kranich durchaus ein geselliger Vogel. An Rast- und Sammelplätzen leben zumeist größere Gruppen zusammen. Vor allem während der Zugzeit können die Gruppen einige tausend Tiere umfassen. Während der Brutzeit ziehen sich Kraniche paarweise in ihre Reviere zurück. Nichtbrüter leben während der Paarungszeit in Gruppen zusammen. In diesen Gruppen herrscht keine Hierarchie unter den Vögeln. Auch die Zusammensetzung der losen Gruppen kann sich jederzeit ändern.

Territorial sind im Grunde genommen nur brütende Paare. Dabei legen Kraniche bei der Verteidigung ihres Reviers oder des Geleges ein recht aggressives Verhalten an den Tag. Männchen wie Weibchen beteiligen sich an der Revierverteidigung. Gegnern wird im ersten Schritt nur gedroht. In letzter Konsequent, wenn ritualisierte Einschüchterungsversuche nicht fruchten, kann es aber auch zu heftigen Kämpfen kommen, bei denen Schnabelhiebe und Fußtritte ausgeteilt werden. Kraniche sind sehr standorttreu. Sie kehren jedes Jahr in die gleichen Brutgebiete zurück und nutzen in der Regel auch immer die gleichen Rast- und Sammelplätze.

Verbreitung

Brutgebiete

Die Brutgebiete erstrecken sich über Nordeuropa, Osteuropa und weite Teile des nördlichen Asiens. In Europa ist der Kranich insbesondere in Skandinavien, Dänemark, Polen, Tschechien sowie im Nordosten von Deutschland anzutreffen. Kleinere Populationen leben in England, Frankreich, Italien sowie in den Niederlanden. In Osteuropa erstreckt sich das Verbreitungsgebiet über die baltischen Staaten, Weißrussland und die Ukraine. Die asiatischen Populationen leben in den wenig besiedelten Gebieten von Russland, China und der Mongolei.

Winterquartiere

Die Winterquartiere der europäischen und der westasiatischen Populationen überwintern in Nordafrika, dem Nahen Osten, sowie in Südspanien und Südfrankreich. Die sibirischen und die ostasiatischen Populationen ziehen in den Nahen Osten, nach Indien, Pakistan sowie in den Süden Chinas oder nach Korea oder Vietnam.

Lebensraum

Typischer Lebensraum: Feuchtwiese
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Typischer Lebensraum: Feuchtwiese

Als Brut- und Nahrungsrevier kommen für den Kranich insbesondere Feuchtgebiete aller Art in Frage. Hoch- und Niedermoore, Sumpfgebiete, Verlandungszonen von flachen Seen und Teichen, Feuchtwiesen sowie lichte Auenwälder und Bruchwälder (sumpfige Wälder) werden bevorzugt besiedelt. Der Kranich ist grundsätzlich nur in den Niederungen anzutreffen, Hochlagen werden strikt gemieden. Nach Nahrung wird insbesondere auf Feuchtwiesen, in lichten Wäldern und teils auch im offenen Grünland gesucht. Auch Agrarflächen stehen vor allem nach der Ernte hoch im Kurs. Die Nistplätze liegen grundsätzlich in unmittelbarer Nähe zu einem Gewässer. Flachwasserbereiche mit Tiefen von 20 bis 30 Zentimeter scheinen den Kranichen besonders entgegenzukommen. Hier verbringen die Kraniche auch die Nachtruhe.

Zug

Die europäischen Populationen ziehen über zwei verschiedene Routen in die Winterquartiere. Die westliche Route erstreckt sich von Skandinavien über Polen und Deutschland bis nach Frankreich und Spanien bzw. nach Nordostafrika. Bekannte Rastplätze liegen im südlichen Skandinavien, im Nordosten Deutschlands, in Hessen, Ostfrankreich und Südfrankreich. Der baltisch-ungarische Zugweg erstreckt sich in Osteuropa vom östlichen Skandinavien, das Baltikum über Ungarn, Rumänien, Bulgarien bis in die Balkanstaaten und Griechenland. Von hier aus geht es dann nach Nordafrika, in die Türkei oder in den Nahen Osten. Die größten Rastplätze liegen auf dieser Route im östlichen Skandinavien, im Baltikum und in Ungarn. In Asien liegen die Routen im Bereich des Vorderen Orients und im östlichen China.

Gefährdung, Schutz

Einzelner Kranich auf Nahrunssuche
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Einzelner Kranich auf Nahrunssuche

Die Hauptbedrohung für die Kranichpopulationen geht von der Zerstörung und Beschneidung der Lebensräume aus. Der Verlust von Feuchtgebieten geht mit Entwässerungen, Dammbauten, Intensivierung der Landwirtschaft und Verstädterung sowie Flächenbränden und Überschwemmungen einher. Aber auch Störungen in den Brutgebieten und eine direkte Verfolgung sowie elektrische Freileitungen stellen Gefahren dar.

Die International Crane Foundation (ICF) arbeitet in der Kranichforschung, am Schutz von Feuchtgebieten, an der Erkundung der Vorkommen und dem Schutz, der Vermehrung und der Wiedereinbürgerung aller bedrohten Kranicharten. Die drei Hauptzentren Fortbildung, Fortpflanzung und Management geben vierteljährlich die Informationsbroschüre ICF-Bugle für Mitglieder heraus. Weiterhin veranstaltet die ICF Symposien und Tagungen. Die European Crane Working Group koordiniert den Schutz des Kranichs in Europa, insbesondere in einigen Nationen Arbeitsgruppen. Sie wird durch die Lufthansa, einige Ministerien, NABU und WWF unterstützt. Auf der Tagung European Crane Workshop werden Informationen und Erfahrungen ausgetauscht sowie die Schutzstrategien der Länder angenähert.

Im Rahmen eines internationalen Projekts werden gefangene Jungvögel einem Landescode entsprechend beringt und ergänzend teilweise mit kleinen Funksendern ausgestattet. Damit Kraniche nicht durch Hunde, Schreckschusspistolen, Feuerwerkskörper, Fahrzeuge oder andere Mittel von Landwirten vertrieben werden, finden vorbeugende Ablenkfütterungen verschiedener Varianten statt. Insbesondere das Anbieten von gehäckselten Mais aus laufender Produktion ist erfolgreich.

Der Kranich ist gemäß § 10 Abs. 2 Nr. 5 und Nr. 11 BNatSchG eine in Deutschland streng geschützte Art. Er war Vogel des Jahres 1978. In Deutschland wird er seit 1998 als nicht gefährdet eingestuft. Zum Schutz des Kranichs ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz und nach der Bundesartenschutzverordnung sowohl das Betreten der Brutgebiete als auch das Aufsuchen der Nahrungs- und Sammelplätze verboten. Ausnahmegenehmigungen für Naturschutzzwecke können von den zuständigen Behörden erteilt werden.

Der Kranich ist in ganz Europa, in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, in China, Indien und dem Iran geschützt. In den Ländern entlang der osteuropäischen und asiatischen Zugwege sind im Umfeld der Habitate des Kranichs allerdings forst- und landwirtschaftliche sowie jagdliche Aktivitäten gestattet. In den Ländern des westeuropäischen Zugwegs gibt es hingegen eindeutige gesetzliche Bestimmungen und unter Schutz gestellte Habitate.

Bestandszahlen

Die Bestandszahlen aus West- und Osteuropa gelten als gesicherte Schätzungen. Insgesamt sind und bleiben es aber auch in Europa nur Schätzungen. Eine hohe Fehlertoleranz kann nicht ausgeschlossen werden. Seit 1990 ist in Europa, insbesondere in Westeuropa, ein deutlicher Aufwärtstrend in den Bestandszahlen zu verzeichnen. In Deutschland brüten rund 4.000 bis 5.000 Paare. Die größten innerdeutschen Populationen leben im Nordosten Deutschlands, insbesiondere in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Nierdersachsen und Schleswig-Holstein. Die größte Brutdichte europaweit ist in Skandinavien zu verzeichnen.

Typischer Lebensraum: kleinerer See
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Typischer Lebensraum: kleinerer See

Die geschätzten Bestandszahlen im einzelnen:

Vorkommen Bestand Trend
Westeuropa 70.000 Stabil bis zunehmend
Osteuropa 60.000 Stabil bis zunehmend
Westrussland 35.000 Abnehmend
Türkei 500 Abnehmend
Westsibirien 55.000 Abnehmend
Ostsibirien/Nordchina 5.000 Abnehmend
Tibet 1.000 Stabil
Gesamt etwa 226.500 Insgesamt zunehmend

Gefährdungsfaktoren

Die Zerstörung der natürlichen Lebensräume, insbesondere der Brutplätze sowie Rast-, Nahrungs- und Schlafplätze, dürfte der Hauptgrund für die Bestandsrückgänge in weiten Teilen der Verbreitungsgebiete sein. Die Zerstörung betrifft vor allem die Trockenlegung von Feucht- und Sumpfgebieten sowie von Nieder- und Hochmooren. Die Zerschneidung und Verkleinerung von offenen Lebensräumen durch Bebauung, Trockenlegung und das Errichten von Überland-Stromleitungen und Windkraftanlagen bringen die Art ebenfalls unter Druck. Aber auch die weitreichende Umweltverschmutzung und die Bejagung stellen Gefährdungsfaktoren dar. In Westeuropa sind die Populationen halbwegs gut geschützt und stabil. Dennoch besteht für die Brutplätze sowie Rast-, Nahrungs- und Schlafplätze eine schleichende Gefahr durch Störungen wie zum Beispiel eine exzessive Freizeitnutzung. Hier hat bis heute noch kein Umdenken eingesetzt. Weitere Gefahren stellt der Straßenverkehr, verwildete Katzen und Hunde und ähnliches dar.

Ernährung

Kraniche auf Nahrungssuche im Naturpark Westhavelland
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Kraniche auf Nahrungssuche im Naturpark Westhavelland

Der Kranich ist ein Allesfresser. Hülsenfrüchte, Getreidekörner, Früchte und Beeren, grüne Pflanzenanteile, Knollen und Wurzeln stellen einen Großteil seiner Nahrung dar. Er frisst aber auch Insekten und deren Larven, kleine Fische, Schnecken, Vogeleier, kleine Wirbeltiere wie Eidechsen, Mäuse und Frösche. Auf Nahrungssuche geht der Kranich am Tage. Er benötigt pro Tag zwischen 300 und 400 Gramm an Nahrung. Für diese Menge wendet der Kranich einen Großteil des Tages auf. Während der Rast auf dem Zug in die Winterquartiere werden auf Agrarflächen zumeist die Reste der letzten Ernte gefressen. Bei der Nahrungssuche schreitet der Kranich mit großen Schritten durch seinen Lebensraum und pickt Nahrung mit dem kräftigen Schnabel auf.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Kranich mit zwei bis drei Jahren. Die Paarbildung kann allerdings bereits im zweiten Lebensjahr erfolgen. Nicht brütende Paare leben in sogenannten Junggesellentrupps. Diese Gruppen sind gemischtgeschlechtlich aufgebaut. Hat sich ein Paar gefunden, so bleibt es ein Leben lang zusammen. Zur ersten Brut kommt es zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr. In den meisten Verbreitungsgebieten treffen die Brutpaare sowie die Nichtbrüter im Februar oder im März ein. Die Brutzeit kann sich dabei bis in den Juni hinein ertrecken. Brutbereite Paare begeben sich dann in ihr angestammtes Revier. Es wird gegenüber Artgenossen verteidigt. Im Verlaufe der gesamten Brutzeit wird der Kontakt zu Artgenossen gemieden. Während dieser Zeit verhalten sie sich insgesamt sehr scheu.

Balz

Während der eigentlichen Balz kommt es zu den charakteristischen Kranichtänzen. Zu diesen aufwändigen Tänzen beider Geschlechter kommt es in der Morgenddämmerung. Bei den Tänzen kommt es mit ausgebreiteten Flügeln und nickenden Köpfen zu hüpfenden Bewegungen und lautstarken, trompetenartigen Ausrufen. Zu dieser Zerenomie zählt auch das gegenseitige Gefiederputzen. Die Balz erstreckt sich für gewöhnlich über mehrere Tage an deren Ende es zur Kopulation kommt. Im folgendem wird mit dem Bau des Nestes begonnen.

Brutplatz und Neststandort

Als Brutreviere kommen insbesondere Hoch- und Niedermoore, Sumpfgebiete, Verlandungszonen von flachen Seen und Teichen, Feuchtwiesen sowie lichten Auenwäldern und Bruchwäldern (sumpfige Wälder) in Frage. Beliebte Brutgebiete sind in jedem Fall Bruchwälder, da diese für den Menschen und Fressfeinen kaum heimgesucht werden. Die Nester entstehen grundsätzlich im Flachwasser und bestehen aus Pflanzenteilen. Gelegentlich werden aber auch kleine Inselchen in Flachwasserzonen als Brutplatz genutzt. Ein Nest kann dabei einen Durchmesser von bis zu 100 Zentimeter aufweisen. Am Bau des Nestes sind beide Geschlechter beteiligt. Die Mulde des Nestes liegt im Schnitt 20 Zentimeter oberhalb der Wasseroberfläche.

Gelege

Die Eiablage erfolgt in der Regel im März. Sie kann sich bis Mitte April erstrecken. Das Weibchen legt in das fertiggestellte Nest zwei, selten auch drei hellbraune bis grünlichbraune Eier, die eine olivbraune Sprenkelung aufweisen. Die Eier werden im Abstand von gut zwei bis drei Tagen gelegt. Sie weisen eine durchschnittliche Länge von 100 Millimeter und eine Breite von 60 Millimeter auf. Das Gewicht liegt im Schnitt bei 170 bis 185 Gramm. Die Größe der Eier kann je nach Verbreitungsgebiet und Alter der Vögel leicht variieren. Je nach Witterung und Verbreitungsgebiet erstreckt sich das Bebrüten der Eier über einen Zeitraum von 28 bis 31 Tagen. Die Brut beginnt mit Ablage des ersten Eies. Das Brutgeschäft wird dabei von beiden Geschlechtern übernommen. Der Schlupf der Jungen erfolgt im eintägigen Abstand.

Aufzucht der Jungen

Die geschlüpften Küken gelten als Nestflüchter, die bereits am zweiten Tag ihr Nest verlassen und den Eltern folgen. Mit Hilfe des Eizahns haben sich die Küken aus dem Ei befreit. Der Eizahn fällt kurz nach dem Schlupf ab. Die erste Nahrung stellt der Eidotter dar, der in den ersten zwei Tagen gefressen wird. Sie wiegen bereits beim Schlupf bis zu 150 Gramm. In der ersten Zeit werden die Küken von beiden Eltern mit Nahrung versorgt. Die Nahrung wird dabei mit dem Schnabel übergeben und setzt sich im wesentlichen aus Insekten und deren Larven sowie Würmern und Schnecken zusammen. Später suchen die Jungtiere ihre Nahrung selbständig, werden dabei aber von den Eltern geführt. Die proteinhaltige Nahrung lässt die Jungtiere schnell wachsen. Mit rund 65 bis 75 Tagen haben sie bereits die Flugfähigkeit erreicht. Ab diesem Zeitpunkt ziehen die Eltern mit ihren Jungen auch zu weiter entfernten Nahrungsplätzen. Einige Wochen später schließen sich die Altvögel mit ihrem flugfähigen Nachwuchs den Nichtbrütergemeinschaften an. Hier sammeln sie sich für den bevorstehenden Zug in die Winterquartiere. Die Lebenserwatung in Freiheit liegt unter günstigen Umständen bei 25 bis 30 Jahren. In Gefangenschaft kann auch ein Alter von bis zu 40 Jahren erreicht werden.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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