Europäische Eidechsennatter

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Europäische Eidechsennatter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Psammophiinae
Gattung: Eidechsennattern (Malpolon)
Art: Europäische Eidechsennatter
Wissenschaftlicher Name
Malpolon monspessulanus
Hermann, 1804

Die Europäische Eidechsennatter (Malpolon monspessulanus) zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Eidechsennattern (Malpolon).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Europäische Eidechsennatter erreicht eine Körperlänge von bis zu 150 Zentimeter. Einzelne Exemplare können auch eine Länge von gut 200 Zentimeter erreichen. Der Körperbau ist schlank, aber durchaus kräftig. Die Europäische Eidechsennatter gehört zu den Giftschlangen. Mit ihren Gift, das aus Zähnen im hinteren Gebissbereich übertragen wird, töten sie Kleinsäuger, Reptilien und Vögel. Auch dem Menschen kann das Gift gefährlich werden. Da die Giftzähne jedoch weit hinten liegen, kommt es selten zu Bissunfällen mit Vergiftungserscheinungen. Symptome sind unter anderem lokale Schmerzen, Schwellungen und Verfärbzungen der Haut.

Der Kopf weist eine auffällig dreieckige Form auf. Die hervortretenden Hornschilde über den Augen sind charakteristisch. Europäische Eidechsennattern sind äußerst variabel gefärbt. Je nach Verbreitungsgebiet, Unterart und Lebensraum kann die Schlangen eine olivgrüne, rötliche, schwärzliche bis gräuliche oder braune Grundfärbung aufweisen. In wüstenartigen Regionen sind die Tiere zumeist gräulich bis schwärzlich gefärbt. Jungtiere weisen dorsal sattelartige Flecken auf, die mit zunehmendem Alter verschwinden. Die großen Augen mit den runden Pupillen weisen auf die Tagaktivität hin. Während der kalten Jahreszeit hält die Europäische Eidechsennatter eine mehrmonatige Winterruhe.

Unterarten

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Europäischen Eidechsennatter liegt in Südeuropa rund um das Mittelmeer. Die Nominalform Malpolon monspessulanus monspessulanus ist dabei im westlichen Mittelmeerraum zu finden. Sie kommt auf der Iberischen Halbinsel, in Südfrankreich, Italien und Nordwestafrika vor. Das Verbreitungsgebiet der östlichen Unterart Malpolon monspessulanus insignitus erstreckt sich über den Balkan und reicht bis in den Nahen Osten. Die Europäische Eidechsennatter bevorzugt warme und trockene Habitate. Bevorzugte Lebensräume sind Waldränder, Ruinen, Geröll- und Steinfelder und in der Nähe menschlicher Siedlungen auch alte Gemäuer. In Höhenlagen ist sie bi in Mittelgebirgslagen von knapp über 2.000 Metern anzutreffen.

Ernährung

Die Europäische Eidechsennatter ernährt sich hauptsächlich von Kleinsäuger, Reptilien und Vögeln. Jungtiere gehen zumeist auf die Jagd nach Echsen und Schlangen. Bei der Jagd orientiert sich die Europäische Eidechsennatter optisch. Sie reagiert nur auf Bewegungen, frisst folglich kein Aas. Die Beute wird entweder lebendig verschlungen oder vorher mit einem Giftbiss getötet.

Fortpflanzung

Männliche Europäische Eidechsennattern erreichen die Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren. Weibchen erst ein Jahr später mit vier bis fünf Jahren. Die Paarungszeit beginnt kurz nach der Winterruhe, für gewöhnlich Ende April oder im Mai. Nach einer Trächtigkeit von sechs bis acht Wochen legt das Weibchen zwischen fünf und dünfzehn, selten auch bis zwanzig Eier an geschützter Stelle ab. Beliebte Eiablageplätze sind beispielsweise sind sandige, sonnenbeschienene Plätze. Nach einer temperaturabhängigen Inkubationszeit von acht bis zehn Wochen schlüpfen die Jungschlangen. Sie weisen eine Länge von 20 bis 35 Zentimeter auf. Am oder in der Nähe des Schlupfplatzes erfolgt auch die Überwinterung. Die Europäische Eidechsennatter kann unter günstigen Umständen ein Alter von über 15 Jahren erreichen, in Gefangenschaft auch durchaus mehr.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Claus-Peter Hutter: Schützt die Reptilien. Das Standardwerk zum Schutz der Schlangen, Eidechsen und anderer Reptilien. Weitbrecht-Verlag in K. Thienemanns Verlag, Stuttgart und Wien, 1994 ISBN 3522304608
  • Dr. Wolf-Eberhard Engelmann, Jürgen Fritzsche, Dr. sc. Rainer Günther, Dipl.-Biol. Fritz Jürgen Obst: Lurche und Kriechtiere Europas (Beobachten und Bestimmen). Neumann Verlag GmbH, Radebeul, 1993 ISBN 3-7402-0094-4
  • Dr. Josef Blab, Hannelore Vogel: Amphibien und Reptilien erkennen und schützen. Alle mitteleuropäischen Arten. Biologie, Bestand, Schutzmaßnahmen. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich, 1996 ISBN 3-405-14936-3
  • Ralf Blauscheck: Amphibien und Reptilien Deutschlands. Landbuch-Verlag GmbH, Hannover, 1985 ISBN 3784203175
  • Das Tierreich nach Brehm. Buch und Bildverlag
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