Europäischer Hummer

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Europäischer Hummer

Systematik
Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
Unterordnung: Langustenartige (Palinuridea)
Familie: Hummerartige (Nephropidae)
Gattung: Hummer (Homarus)
Art: Europäischer Hummer
Wissenschaftlicher Name
Homarus gammarus
Linnaeus, 1758

Der Europäische Hummer (Homarus gammarus) zählt inerhalb der Familie der Hummerartigen (Nephropidae) zur Gattung der Hummer (Homarus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Europäische Hummer kann eine Länge von bis zu 60 cm sowie ein Gewicht von bis zu neun Kg erreichen. In freier Natur werden diese Maße allerdings selten erreicht. Der Rückenpanzer ist meist bläulich, grünlich oder violett bis schwärzlich. Die Seitenpartien und die Bauchseite sind bräunlich bis gelblich und mit dunklen Sprenkeln überzogen. Der Rückenpanzer ist glatt. Die Scheren sind sehr groß und leicht abgeflacht. Eine Schere ist jeweils deutlich größer als die andere, wobei es von Tier zu Tier unterschiedlich ist, ob es sich um die Rechte oder Linke handelt. Die Größere dient dem Hummer hauptsächlich als Verteidigungswerkzeug. Die linke, kleinere Schere dient dem Hummer zur Nahrungsgewinnung. Mit ihr zerteilt er seine Beute und führt die Beutestücke zum Maul. An der Unterseite hat der Hummer drei Paar Kieferfüße und ein Brustbeinpaar.

Der Hummer ist ein typischer Einzelgänger. In regelmäßigen Abständen häuten sich die Tiere, da der starre Panzer nicht mitwächst. In den ersten Lebensjahren kommt es bis zu neun Mal im Jahr zu einer Häutung. Im fortgeschrittenen Alter nur einmal im Jahr. Ist der Hummer ausgewachsen, so häutet er sich lediglich einmal in zwei Jahren. Nach einer Häutung ist er ungeschützt. Der neue Panzer härtet binnen drei Wochen aus. Während dieser Zeit halten sich Hummer vorzugsweise in Höhlen auf. Auch die Paarung findet während der Häutungphase der Weibchen statt, da nur solange der Pnzer des Weibchens weich ist das Samenpaket des Männchens aufgenommen werden kann. Verlorengegangene Gliedmaßen wachsen den Tieren über einen Zeitraum von mehreren Häutungen nach.


Der Europäische Hummer ist heute selten geworden. Grund dafür ist die Überfischung in seinen natürlichen Verbreitungsgebieten.

Verbreitung

Der Europäische Hummer ist in weiten Teilen in Europäischen Küstengewässern beheimatet. Von Skandinavien bis hinunter nach Spanien und Nordafrika ist er zu Hause. Auch im Mittelmeer und und in der Adria gibt es Hummerpopulationen. In Deutschland findet man den Hummer lediglich in der Nordsee vor Helgoland. Die Tiere leben im Sommer im Flachwasser und ziehen sich zur kalten Jahreszeit in Tiefen von etwa 50 Meter zurück.

Nahrung

Neben Fisch, Muscheln und anderem Meeresgetier fressen sie vor allem Aas. Da Hummer sich nur langsam fortbewegen, erbeuten sie selten schnell schwimmende Meerestiere. Es kommt auch oft zu Kannibalismus. Auf Nahrungssuche gehen sie in der Nacht.

Fortpflanzung

Hummer erreichen die Geschlechtsreife mit rund sechs Jahren. Das entspricht einer Körperlänge von etwa 18 bis 20 cm. Je nach Verbreitungsgebiet erstreckt sich die Laichzeit über die Monate Juni bis August. Je nach Größe des Weibchens legt sie durchschnittlich zwischen 10.000 und 40.000 Eier unterhalb ihres Schwanzes ab. Bei voll ausgewachsenen Weibchen kann das Gelege auch bis zu 100,000 Eiern betragen. Nach dem Schlüpfen durchlaufen die Larven dann drei Larvenphasen, in denen sie sich jeweils in das nächsten Stadium häuten. In diesen Phasen leben sie als Plankton pelagisch, d.h. in der freien Wassersäule. Nach der dritten Häutung werden sie zur sogenannten Postlarve und sinken auf den Grund. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Jungtiere nach etwa zehn bis elf Monaten. Je kälter das Wasser, desto später schlüpfen die Larven. In den ersten Lebensmonaten ernähren sich die Jungtiere von Kleinstlebewesen aller Art. Ein Hummer kann ein Alter von über 50 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Horst Füller...: "Wirbellose Tiere, Band 2". Urania-Verlag Leipzig Jena Berlin. Auflage: 1 (1994) ISBN 3-332-00502-2
  • Prof. Dr. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Prof. Dr. Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Otto Koehler, Prof. Dr. Otto Kraus, Prof. Dr. Bernhard Rensch, Prof. Dr. Peter Rietschel und Prof. Dr. Erich Thenius: Grzimeks Tierleben. Niedere Tiere. Erster Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
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