Evarcha jucunda

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Evarcha jucunda

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Evarcha
Art: Evarcha jucunda
Wissenschaftlicher Name
Evarcha jucunda
(Lucas, 1846)

Die Art Evarcha jucunda, auch unter dem Synonym Evarcha mitratus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Evarcha.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Diese Art ist eine mittelgroße Spinne und erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 bis 8 Millimeter. Beide Geschlechter zeigen, speziell bei dem Männchen, ein recht unterschiedliches Erscheinungsbild. Der Körper ist stark behaart und weist einen ovalen, spitz zulaufenden Hinterleib auf. Das Rückenschild ist fast vierkantig und die stark behaarten Beine sind sehr kräftig entwickelt. Patella und Tibia des dritten Beinpaares sind nicht länger als die des zweiten Beinpaares. Die schwarzen, glänzenden hinteren Mittelaugen sind trotz starker Behaarung deutlich zu erkennen. <2>

Das Prosoma (PS) des Männchens zeigt dorsal eine dunkelbraune Färbung und ist mit einem weiß behaarten Rand besetzt. Der Augenbereich weist eine schwarze Färbung auf und ist mit einem breiten weißen Haarband versehen, das sich halbkreisförmig von den vorderen Lateralaugen und unter den hinteren Lateralaugen bis zur nach hinten abfallenden Kante durchzieht. Der Foveabereich ist hell und mit dunkelbrauner Behaarung besetzt. Vor der Fovea ist manchmal ein Haardreieck aus hellen Haaren erkennbar. Der Clypeus (CL) ist spärlich schwarz-weiß beborstet. GAB rotbraun und schwarz. Das Sternum (ST) ist hellbraun und weist einen schwarzen Rand auf, der schwarz-weiß behaart ist. Die Labien (LA), die Maxillen (MX) und die Cheliceren (CH) sind von einer rotbraunen Färbung, die distal etwas heller erscheint. Das Opisthosoma (OS) ist dorsal hell und zeigt eine sehr variable dunkle Strichzeichnung sowie eine Winkelzeichnung, die immer mit einer weiß-schwarzen Äquatorialbande versehen ist. Ventral ist das Opisthosoma (OS) dunkelbraun und manchmal zeigen sich wenige helle Punktreihen. Die Spinnwarzen weisen eine braune Färbung auf. Das erste und zweite Beinpaar (BP I und II) sind einheitlich braun getönt und das Femur (FE)erscheint basal manchmal heller. Das dritte und vierte Beinpaar (BP III und IV) weisen eine braune Färbung auf und sind mit einer heller Ringelung gezeichnet. Die Tarsen II bis IV (TA II-IV) sind heller gefärbt und weisen eine schwarze Scopulabehaarung auf. Die Pedipalpen (PP) zeigen sich mit einem schwach abgesetzten Embolus (EM) und mit einer dreieckig zugespitzten Apophyse. <2>

Das Prosoma des Weibchens ist dorsal ähnlich gefärbt wie bei dem Männchen. Der Foveabereich weist jedoch keine dichte schwarze Behaarung auf. Der Clypeus (CL) und die Gesichtsaugenringe sind dicht weiß behaart. Das Sternum (ST), die Labien (LA) sowie die Maxillen (MX) weisen eine hellgelbe Färbung auf und sind mit einem dunklen Rand versehen, während die Cheliceren eine rotbraune Färbung aufweisen. Das Opisthosoma (OS) ist dorsal hell getönt. In der vorderen Hälfte zeigt sich eine dunkle Netzzeichnung und in der hinteren Hälfte eine dunkle mediane Winkelzeichnung. Ventral ist das Opisthosoma (OS) etwas heller getönt und zusätzlich mit einem dunklen Mittelstrich versehen. Die Beine zeigen eine helle Färbung mit einer dunklen Ringelung. <2>

Lebensweise

Wie alle Springspinnen baut auch diese Art keine Fangnetze, sondern lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute, die sie im günstigen Augenblick dann blitzschnell aus dem Hinterhalt anspringt. Die Spinne lebt im mediterranen Raum und hält sich vorwiegend an Laubbäumen und Nadelbäumen auf. Gelegentlich findet man die Spinne auch zwischen Sandkörnern oder unter Pflanzenteilen. Des Weiteren hält sich die Spinne auch an sehr trockenen, schwach bewachsenen Stellen mit steinigem oder sandigem Untergrund auf, zum Beispiel in Felssteppen, im trockenen Geröll sowie auf Dünen und in Sandheiden. Die adulten Tiere findet man von Mai bis August.

Verbreitung

Zum weiten Verbreitungsgebiet dieser Spinnenart gehören unter anderem Algerien, Belgien, Korsika, Kreta, Kroatien, Äthopien, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Italien, Mazedonien, Malta, Rumänien, Sardinien, Serbien, Sizilien, Slowenien, Spanien, Syrien, Tunesien sowie Türkei. Des Weiteren kommt die Spinne noch in folgenden Regionen vor: Afrika, Dalmatien, Himalaya sowie auf den Pyrenäen. Sie hält sich gerne an warmen besonnten Stellen in den verschiedensten Biotopen auf. Häufig findet man die Spinne an Laub- und Nadelbäumen. Im Jahre 2005 wurde diese Art auch das erste Mal in Deutschland nachgewiesen. <3>

Ernährung

Wie alle Springspinnen ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie auch die Jagd, so ist auch das Balz- und Paarungsverhalten stark auf den Sehsinn geprägt. Das Männchen folgt dem Weibchen in seinen Schlupfwinkel und vollzieht dort die Paarung. Das Männchen bringt mit seinen Pedipalpen die Samenpakete an das Begattungsorgan des Weibchens. Danach verläßt das Männchen seine Partnerin und kümmert sich auch nicht um die Aufzucht. In einem Gespinst legt das Weibchen ihren Kokon ab und betreut ihn bis zum Schlüpfen der Jungspinnen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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