Evas Wüstenmaus

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Evas Wüstenmaus

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neuweltmäuse (Sigmodontinae)
Tribus: Peromyscini
Gattung: Weißfußmäuse (Peromyscus)
Art: Evas Wüstenmaus
Wissenschaftlicher Name
Peromyscus eva
Thomas, 1898

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Evas Wüstenmaus (Peromyscus eva) gehört innerhalb der Familie der Wühler (Cricetidae) zur Gattung der Weißfußmäuse (Peromyscus). Im Englischen wird diese Maus Eva's Desert Mouse genannt. Die Evas Wüstenmaus ist auch unter dem Synonym Peromyscus carmeni (Townsend, 1912) bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Evas Wüstenmaus erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 175 bis 197 (185,3) mm, eine Schwanzlänge von 97 bis 113 (104,5) mm, eine Hinterfußlänge von 17 bis 21 (19,3) mm, eine Ohrlänge von 15 bis 22 (18,1) mm, eine Schädellänge von 22,9 bis 25,1 (24,3) mm, eine Schädelbreite von 11,1 bis 12,0 (11,6) mm sowie ein Gewicht von 12,7 bis 17,5 (15,5) Gramm. Das Fell weist dorsal eine hellbraune Färbung auf, die mit feinen dunklen Linien durchsetzt ist. Ventrolateral zeigt sich eine deutliche Trennung zur cremefarbenen bis weißlichen Bauchfärbung. Die Füße sind weißlich gefärbt, die Ohren sind hellbraun gefärbt und weisen fast keine Behaarung auf. Das kräftige Gebiss besteht aus 20 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet 1/1, 0/0, 1/1, 3/3. Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses über vier Paar Zitzen. Der Kopf ist typischerweise länglich und spitz zulaufend. Im Bereich der Schnauze zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen, die der Orientierung dienen. Die großen und rundlich geformten Knopfaugen weisen eine dunkle Färbung auf und sitzen weit vorne, seitlich am Kopf. Sie ermöglichen eine gute Rundumsicht (Álvarez-Castaneda & Cortés-Calva, 2003).

Verbreitung

Evas Wüstenmäuse sind in Mexiko auf der Halbinsel Baja California endemisch. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die beiden Bundesstaaten Baja California und Baja California Sur. Die Art ist neben dem Festland auch auf der Insel Isla del Carmen verbreitet. Álvarez-Castaneda & Cortés-Calva (2003) vermuten, dass es sich hierbei um eine Unterart handelt. Die Lebensräume liegen sowohl auf Seehöhe als auch in höheren Lagen bis in Höhen von gut 1.800 Meter über NN. Evas Wüstenmäuse bewohnen zahlreiche Lebensräume. Besonders beliebt sind offnes Buschland und landwirtschaftliche Flächen, auf denen Getreide, Orangen, Tamarinden und ähnliches wachsen. Die sekundäre Vegetation in den Lebensräumen umfasst Heidekrautartige (Ericales), Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae), Kakteengewächse (Cactaceae), Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und ähnliche Gewächse. In den kühleren Monaten im Winter ziehen sich Evas Wüstenmäuse in die Erdbauten anderer Nagetiere zurück. Eigene Bauten werden nicht gegraben (Álvarez-Castaneda & Cortés-Calva, 2003).

Biozönose

Prädatoren und Parasiten

Zu den natürlichen Feinden der Evas Wüstenmaus zählen der Kojote (Canis latrans), der Graufuchs (Urocyon cinereoargenteus), der Louisianawürger (Lanius ludovicianus), der Virginia-Uhu (Bubo virginianus), die Schleiereule (Tyto alba) sowie verschiedene Schlangen (Serpentes). Unter den zahlreich nachgewiesenen Ekto- und Endoparasiten sind insbesondere Milben (Acari, Acarida) wie Hexidionis Macropus zu nennen. Auch Sporozoen (Apicomplexa) aus der Ordnung der Kokzidien (Coccidia) wie Eimera arizonensis und Eimera langebarteli konnten nachgewiesen werden (Álvarez-Castaneda & Cortés-Calva, 2003).

Eselhasen (Lepus californicus)
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Eselhasen (Lepus californicus)

Konkurrenz und Sympatrie

Evas Wüstenmäuse leben in ihrem Lebensraum in Konkurrenz oder Sympatrie zu anderen Tieren. Hier sind Weißschwanz-Antilopenziesel (Ammospermophilus leucurus), Chaetodipus arenarius, Chaetodipus rudinoris, Chaetodipus spinatus, Neotoma lepida, Merriams Kängururatten (Dipodomys merriami), Eselhasen (Lepus californicus), Peromyscus fraterculus und Audubon-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus audubonii) zu nennen (Álvarez-Castaneda & Cortés-Calva, 2003).

Ernährung

Evas Wüstenmäuse sind Allesfresser. Sie ernähren sich sowohl von tierischer als auch von pflanzlicher Kost. Zur bevorzugten Nahrung gehören neben Insekten (Insecta), Insektenlarven, Sämereien, Nüsse, Körner aller Art, Früchte und Beeren und Pilze. Saisonal schwankt die bevorzugte Nahrung zum Teil stark. Im Herbst und Winter stehen insbesondere Nüsse, Früchte und Sämereien auf dem Speiseplan, im Frühjahr und im Sommer überwiegend Insekten und andere tierische Kost.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird gegen Ende des zweiten Lebensmonates erreicht. Die Paarungszeit erstreckt sich vom Frühjahr bis in den Juli hinein. Die Geschlechter leben einzelgängerisch und treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich demnach ausschließlich das Weibchen. Das Revier eines Weibchens deckt sich in der Regel mit denen mehrerer Männchen. Nach einer Tragezeit von etwa 24 Tagen bringt ein Weibchen in ihrem Nest 4 bis 6 Jungtiere zur Welt. Die Säugezeit, der Zeitpunkt der Selbständigkeit sowie die Lebenserwartung sind nicht bekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Evas Wüstenmäuse gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. In Mexiko steht die Art nicht unter Artenschutz. In einigen Regionen ist die Art jedoch selten geworden. Dies liegt zum einen an der Einfuhr von Neozoa wie verwilderte Hauskatzen (Felis catus) und Weidevieh wie Hausziegen (Capra hircus), zum anderen an menschlichen Aktivitäten wie dem stark zunehmendem Tourismus, der Fischerei oder dem Bergbau (Álvarez-Castaneda & Cortés-Calva, 2003).

Anhang

Literatur und Quellen

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