Färberfrosch

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Färberfrosch
Farbvariante

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: Echte Frösche und Verwandte (Diplasiocoela)
Familie: Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae)
Gattung: Baumsteiger (Dendrobates)
Art: Färberfrosch
Wissenschaftlicher Name
Dendrobates tinctorius
(Cuvier, 1797)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Färberfrosch (Dendrobates tinctorius) gehört innerhalb der Familie der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) zur Gattung der Baumsteiger (Dendrobates). Im Englischen wird der Färberfrosch dyeing dart frog genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Färberfrosch erreicht eine Körperlänge von 40,0 bis 60,0 Millimeter. Weibchen werden dabei etwas größer als Männchen. Die Grundfärbung ist hellblau. Die gelbe Bänderung, die sich in zwei Streifen auf der dorsalen Seite erstreckt, kann teilweise durch schwarze Flecken unterbrochen sein. Die beiden Bänder treffen sich meist in der Mitte des Rückens und im Kopfbereich. Die Extremitäten weisen eine bläuliche Färbung auf und es zeigen sich gelbliche und schwarze kleine Punkte. Das Tympanum, also das Trommelfell, liegt hinter den Augen.

Lebensweise

Der Färberfrosch ist tagaktiv und hält sich immer in der Nähe eines Kleinstgewässers auf. Er lebt zwar hauptsächlich terrestrisch, er ist aber dennoch ein guter Kletterer und sucht oft höher gelegene Plätze zum Ausruhen auf. Aufgrund seiner Giftigkeit hat der Färberfrosch kaum Fressfeinde. Über Hautdrüsen gibt er ein giftiges Hautsekret ab, das ihn vor Fressfeinden und Pilzbefall schützt. Eingeborene nutzen dieses Gift für ihre Pfeile bei der Jagd auf Tiere. Der Färberfrosch ist zwar nicht akut vom Aussterben bedroht, dennoch steht er aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommen, Anhang II, unter weltweitem Schutz.

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über den feuchtwarmen tropischen Regenwald von Französisch-Guyana. Kleinere Populationen leben auch im nordöstlichem Brasilien. Sie leben in Höhen von bis zu 800 Metern und halten sich immer in der Nähe von Wasser auf. Man trifft sie in der niedrigen Vegetation bis in Höhen von einem oder zwei Meter an. Aufgrund ihrer schwarzen Zeichnung sind sie hier sehr schwer auffindbar.

Ernährung

Färberfrosch - Farbvariante
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Färberfrosch - Farbvariante

Färberfrösche sind überwiegend Insektenfresser, die sich von Ameisen, Termiten, Käfern und Fliegen in passender Größe ernähren. Hier und da werden auch Spinnen und kleinere Gliederfüßer erbeutet. Die Frösche fangen ihre Beutetiere mit Hilfe ihrer klebrigen Zunge. Die Larven und Jungfrösche ernähren sich zudem auch von Plankton und Kleinstlebewesen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Färberfrosch mit etwa zwölf bis achtzehn Monaten. Das Weibchen legt an geschützter Stelle zwischen acht und zehn Eier ab, die dann durch äußere Befruchtung vom Männchen besamt werden. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Larven. Sie werden dann vom Männchen in ein Kleinstgewässer getragen. Nach 70 bis 80 Tagen ist die Metamorphose zum Jungfrosch abgeschlossen. Als Larven ernähren sie sich hauptsächlich von Plankton und anderen Mikroorganismen. Der Färberfrosch kann ein Alter von elf bis zwölf Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Färberfrosch heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Färberfrosch selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Auch wenn die Art noch nicht bedroht ist, so gehören doch zu den Hauptgefahren die Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere durch Trockenlegung von Habitaten sowie die allgemeine Umwelt- und Wasserverschmutzung.

Weitere Synonyme

  • Rana tinctoria - Cuvier, 1797
  • Calamita tinctorius - Schneider, 1799,
  • Dendrobates tinctorius var daudini - Steindachner, 1864
  • Dendrobates machadoi - Bokermann, 1958
  • Dendrobates azureus - Hoogmoed, 1969

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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