Farn-Stabschrecke

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Farnstabschrecke
Weibchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Gespenstschrecken (Phasmatodea)
Familie: Diapheromeridae
Unterfamilie: Diapheromerinae
Tribus: Oreophoetini
Gattung: Oreophoetes
Art: Farn-Stabschrecke
Wissenschaftlicher Name
Oreophoetes peruana
Saussure, 1868

Verbreitungsgebiet

Die Farn-Stabschrecke (Oreophoetes peruana) zählt innerhalb der Familie Diapheromeridae zur Gattung Oreophoetes. Im Englischen wird diese Art Peruvian Fern stick insect genannt. Das erste Mal wissenschaftlich beschrieben wurde die Farn-Stabschrecke von Henri Louis Frédéric de Saussure im Jahre 1868. Sie wird von der Phasmid Study Group unter der Nummer 84 geführt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Farn-Stabschrecke erreicht eine Körpergröße von 60 bis 80 Millimetern. Die Nymphen haben beim Schlupf eine Körpergröße von zirka 10 Millimeter. Die Grundfärbung ist bunt leuchtend und dient als Warntracht für Feinde. Die Fühler sind sehr lang, bei den Männchen in etwa so lang wie der ganze Körper, bei den Weibchen in etwa die Hälfte der Körperlänge. Am Kopf besitzt diese Art vier schwarze Flecken oben und zwei an der Kopfseite. Bei den Weibchen gibt es zwei verschiedene Farbvarianten, dabei sind die Gelenke, der Kopf und das Abdomenende entweder gelb oder orange. Die Farn-Stabschrecke ist flügellos und besitzt wie jede Gespenstschrecke drei Beinpaare.

Die Lebensweise der Farn-Stabschrecke ist sehr ruhig, sie ist sehr verträglich mit anderen Arten und ist nachtaktiv. Am Tag versteckt sie sich in Farnpflanzen. Das vorhandene Wehrsekret wird nicht gegen Artgenossen verwendet, sondern lediglich gegen Fressfeinde.

Verbreitung

Die Farn-Stabschrecke ist lediglich in Peru und Ecuador endemisch. Dort bewohnt sie den Unterwuchs der Bergwälder und verbringt den ganzen Tag auf ihrer Futterpflanze. Trotz ihrer auffälligen Färbung, wird sie kaum angegriffen, da diese Färbung auf ihre Ungenießbarkeit hinweist. Darum kann die Farn-Stabschrecke ohne Angst davor entdeckt zu werden auf der Pflanze sitzen.

Ernährung

Die Farn-Stabschrecke ist im Gegensatz zu vielen anderen Gespenstschrecken (Phasmatodea) ein wahrer Futterspezialist. Sie ernährt sich ausschließlich von verschiedenen Farnen, dabei ist es aber egal, ob es ein exotischer Farn aus dem Ausland, oder unser heimischer Wurmfarn (Dryopteris) ist. Falls im Winter auf Farne aus dem Gartencenter oder Baumarkt zurückgegriffen wird, muss darauf geachtet werden, dass diese nicht gespritzt sind. Darum ist es unbedingt, erforderlich entweder einen ungespritzten Farn zu verwenden, oder den gekauften ganz zurückschneiden, da die frischen Triebe anschließend keine Pestizide mehr besitzen. Falls das missachtet wird, sterben die Farn-Stabschrecken höchstwahrscheinlich an den Pestiziden.

Fortpflanzung und Geschlechtsunterschied

Männchen
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Männchen

Eine Woche nach der Imaginalhäutung werden beide Geschlechter der Farn-Stabschrecke paarungsbereit. Sobald sich ein Paar gefunden hat, steigt das kleinere Männchen auf das Weibchen und die Kopulation beginnt. Die gesamte Paarung dauert bis zu 24 Stunden, anschließend steigt das Männchen wieder vom Rücken des Weibchens herunter. Nach zwei bis sieben Tagen beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Im Abstand von zirka einem bis zwei Tage legt das Weibchen jeweils ein bis zwei Eier. Diese haben eine Größe von bis zu 3 Millimetern, sind rundlich bis oval und besitzen braune und schwarze Flecken.

Die Weibchen werden mit 75 bis 80 Millimeter ein wenig größer als die Männchen, die eine Körpergröße von 65 bis 70 Millimeter erreichen. Die Färbung der Weibchen fällt sehr bunt aus, die Grundfärbung ist schwarz und am Rand sind gelbliche bis weiße Längsstreifen. Der Kopf und das Abdomenende sind meist orange und besitzen kleine schwarze Flecken. Alle Gelenke an den schwarzen Beinen weisen ebenfalls eine orange Färbung auf. Die zarteren Männchen besitzen eine leuchtend rote oder orange Grundfärbung, diese tritt aber erst nach der Imaginalhäutung auf. Vorher sind sie genau so gefärbt wie die Weibchen und sind kaum zu unterscheiden. Lediglich eine keulenartige Verdickung am Abdomenende unterscheidet das Männchen vom Weibchen, dieses Merkmal erkennt man schon nach der dritten Häutung. Erst kurz vor der Imaginalhäutung schimmert die rote Farbe der nächsten Haut durch die alte Haut. Beide Geschlechter besitzen auf dem langen und dünnen Körper keine Flügel und haben sehr lange Antennen. Außerdem können beide Geschlechter ein sichtbares weißes und stechend riechendes Wehrsekret versprühen, welches gegen Feinde verwendet wird.

Lebenserwartung

Häutung einer Nymphe
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Häutung einer Nymphe

Beide Geschlechter der Farn-Stabschrecke benötigen etwa 4 Monate bis zur Imaginalhäutung, nach 2 Wochen beginnen die Weibchen mit der Eiablage und leben dann weitere 5 Monate. Die Männchen erreichen nach der Imaginalhäutung ein Alter von bis zu 4 Monaten. Insgesamt beträgt die Lebenserwartung der Weibchen 9 Monate, die der Männchen 8 Monate.

Prädatoren

Mögliche Feinde der Farn-Stabschrecken sind Vögel (Aves), Amphibien (Amphibia), besonders Froschlurche (Anuren) oder Reptilien (Reptilia), die in ihrem Verbreitungsgebiet vorkommen. Meist werden sie jedoch nicht angegriffen, da ihre auffällige Warntracht den Feinden zeigt, dass sie ungenießbar sind. Falls sie trotzdem angegriffen werden, können sie sich gut mit einem Wehrsekret zur Wehr setzen. Dieses Sekret wird aus zwei großen Drüsen aus dem vordersten Körpersegment, dem sogenannten Prothorax, in Tropfenform oder in einem dünnen und schnellen Strahl freigegeben. Das Sekret ist milchig und unangenehm riechend. Außerdem können die Farn-Stabschrecken die Freigabe des Sekrets steuern und aus den beiden Drüsen abwechselnd oder gleichzeitig freigeben. Der Strahl wird meist nach hinten gespritzt und ist mit dem freien menschlichen Auge nicht zu sehen. Die Inhaltsstoffe des Wehrsekrets sind Wasser und Chinolin, das beim Verdunsten des Wassers kurz als öliger Film auftritt.

Synonyme

Die Farnstabschrecke wurde von Henri Louis Frédéric de Saussure im Jahre 1868 als Bacteria peruana beschrieben, erst im Jahre 1904 wurde sie von James Abram Garfield Rehn in die Gattung Oreophoetes eingeordnet. Die Art selbst besitzt ansonsten keine anderen Synonyme, die Unterart Oreophoetes peruana peruana ist jedoch unter den Synonymen Bacunculus festae, Bacunculus festuca und Bacunculus gramen bekannt gewesen, bis sie den heutigen Namen bekam.

Unterarten

Haltung und Zucht

Haltung

Subadultes Männchen, die rote Grundfärbung schimmert schon durch
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Subadultes Männchen, die rote Grundfärbung schimmert schon durch

Für eine artgerechte Haltung dieser Art empfiehlt sich ein Terrarium mit den Maßen 25x25x40 Zentimetern. Da eine Luftfeuchtigkeit von 80% geboten werden muss, empfiehlt es sich, dass die Unterkunft aus Glas besteht und möglichst geschlossen ist. Trotzdem sollte ein Lüftungsgitter oben und unten vorhanden sein, da die Art auch gerne mehr Lüftung bevorzugt. Neben den Farnpflanzen, die als Futter dienen, muss keine zusätzliche Einrichtung vorhanden sein. Man könnte eventuell noch einige Kletteräste hinzugeben, da sich diese Art in ihrem Verbreitungsgebiet aber eher in Bodennähe aufhält ist dies kein Muss. Als Bodengrund eigenen sich Sand, Erde oder eine Mischung aus beidem. Falls Eier aus dem Terrarium abgesammelt werden, wäre Küchenpapier praktischer. Auf den Boden können Springschwänze (Collembola) gesetzt werden, da diese Kot, Pflanzenreste und Schimmel beseitigen. Um die Luftfeuchtigkeit besser zu speichern, kann man auch Moos ins Terrarium hinein geben, da dieses die Luftfeuchtigkeit besser speichert. Auch kann eine flache Wasserschale auf den Boden gestellt werden, dabei muss aber darauf geachtet werden, dass die Tiere nicht ertrinken.

Am Tag sollten Temperaturen zwischen 18 bis 22°C liegen, in der Nacht können sie auf 15°C sinken. Temperaturen über 25°C dürfen nicht zustande kommen, daher empfiehlt es sich auf eine Lampe zu verzichten. Am besten zur Haltung ist daher Zimmertemperatur. Die Luftfeuchtigkeit sollte am Tag zwischen 70% und 80% liegen, in der Nacht kann sie auf 90% erhöht werden. Daher sollte man jeden Tag ins Terrarium sprühen. Am besten sind dazu die Nachmittage geeignet, da am Vormittag oder am Abend die Häutungen stattfinden. Nymphen reagieren ziemlich schlecht darauf, wenn man nicht sprüht. Wird einen Tag mal nicht gesprüht, die Nymphe häutet sich aber in den nächsten Stunden und die Luftfeuchtigkeit liegt unter dem Optimalwert, bleiben die Nymphen bei der nächsten Häutung stecken. Das bedeutet dann meist den Tod der Tiere, von daher darf bei dieser Art nie vergessen werden zu sprühen.

Zucht

Nachdem die beiden Geschlechter eine Woche nach der Imaginalhäutung paarungsbereit werden, steigt das Männchen auf den Rücken des Weibchens und paart sich. Nach etwa einem Tag steigt das Männchen wieder herunter. Nach bis zu einer Woche nach der Paarung beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Dabei werden fast jeden Tag ein bis zwei Eier gelegt. Die Eier können entweder im Terrarium belassen werden, oder sie werden herausgesammelt. Beim Heraussammeln der Eier ist Vorsicht geboten, da die Eier sehr dünnwandig sind. Bei einer Zeitigung von 18°C bis 22°C schlüpfen die Nymphen nach zirka 4 Monaten. Als Bodengrund sollte Erde, Sand oder Kokoshumus verwendet werden, der immer feucht sein muß. Auch sollte die Luftfeuchtigkeit bis zu 90% erreichen.

Beim Schlupf sind die Nymphen etwa 10 Millimeter groß. Schon von Beginn an haben die Nymphen die typische Warntracht wie die adulten Weibchen, auch können sie schon das Wehrsekret versprühen. Die Aufzucht kann im gleichen Terrarium mit den Imagines oder in einem kleineren separaten Behälter erfolgen. Von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit her ändert sich nichts, bei 15°C bis 22°C und zirka 80% Luftfeuchtigkeit beginnen die Nymphen bald zu Fressen. Mit jeder Häutung wachsen die Nymphen, die Warntracht bleibt aber im Großen und Ganzen gleich. Kurz vor der Imaginalhäutung schimmert jedoch das leuchtende Rot der Männchen schon durch die alte Haut. Bis beide Geschlechter adult sind, benötigen die Weibchen 4 Monate und 7 Häutungen, anschließend leben sie noch 5 Monate. Die Männchen benötigen ebenfalls 4 Monate, jedoch nur 6 Häutungen bis zum adulten Stadium. Nach der Imaginalhäutung leben sie weitere 4 Monate.

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

Links

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