Feldmaus

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Feldmaus

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Wühlmäuse (Arvicolinae)
Tribus: Arvicolini
Gattung: Feldmäuse (Microtus)
Untergattung: Feldmäuse (Microtus)
Art: Feldmaus
Wissenschaftlicher Name
Microtus arvalis
Pallas, 1778

Verbreitungsgebiet

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Feldmaus (Microtus arvalis) zählt innerhalb der Familie der Wühler (Cricetidae) zur Gattung der Feldmäuse (Microtus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Feldmaus erreicht eine Körperlänge von 10 bis 12 cm, eine Schwanzlänge von etwa 40 mm sowie ein Gewicht von 20 bis 25 g. Der Körper weist eine gedrungene Form auf. Das Fell ist kurz und sehr weich. Dorsal ist es bräunlich bis graubraun gefärbt, ventral weist es eine deutlich hellere Färbung auf. Die rundlichen Ohren sind recht klein und ragen nur wenig aus dem Fell heraus. Die Innenseiten der Ohren sind behaart. Die knopfartigen Augen liegen weit vorn am Kopf. Die Beine sind relativ kurz, die Zehen enden in kräftige Krallen, die bestens zum Graben geeignet sind. Die Feldmaus lebt in geselligen Familiengruppen. Abgesehen von der Nahrungssuche halten sich die Tiere überwiegend in ihrem Bau auf. Hier sind sie zumindest vor den meisten Fressfeinden in Sicherheit.

Verbreitung

Die Feldmaus ist insbesondere im gemäßigten Mitteleuropa verbreitet. In Südeuropa kommt sie nur in nördlichen Landesteilen von Spanien, Italien und Griechenland vor. Die Feldmaus ist auf Weiden und Wiesen mit kurzer Vegetation anzutreffen. Aber auch im Kulturland wie Äcker, Getreidefelder, Feldraine und Gärten sind die Tiere regelmäßig heimisch. In Wäldern fehlt die Art, sie kommt hier allenfalls an dessen Rändern vor. Während des Winters zieht sich die Feldmaus in ihren durch oben aufliegende verrottende Pflanzenteile schützenden Bau zurück.

Prädatoren

Die Feldmaus hat in ihrem Lebensraum zahlreiche Fressfeinde. Dazu gehören insbesondere Raubvögel wie die Waldohreule (Asio otus), der Mäusebussard (Buteo buteo) und der Turmfalke (Falco tinnunculus) sowie bodengebundene Räuber wie der Rotfuchs (Vulpes vulpes) oder auch marderartige Räuber wie das Hermelin (Mustela erminea) und der Europäische Iltis (Mustela putorius).

Ernährung

Die Feldmaus ernährt sich von Sämereien, Getreidekörnern, Wurzeln, Gräsern und Kräutern. Gelegentlich werden aber auch Gliederfüßer aller Art gefressen.

Fortpflanzung

Mit bereits zwei bis drei Wochen kann die Feldmaus die Geschlechtsreife erreichen. Dies ist allerdings nur unter günstigen Umständen gegeben. In der Regel ist die Feldmaus im Frühjahr nach der Geburt geschlechtsreif. Die Paarungszeit erstreckt sich über die Monate März bis Oktober. Dies ist zumindest für Mitteleuropa der Fall. In Südeuropa ist eine Fortpflanzung ganzjährig möglich. Die Geburt erfolgt im schützenden Bau unter der Erde. Über Gänge sind die Wohn- und Geburtskessel zugänglich. Die Nester sind mit weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Das Weibchen bringt nach einer Tragezeit von etwa 20 bis 22 Tagen fünf bis zehn, selten auch bis fünfzehn Jungtiere zur Welt. In einer Saison kann es zu bis zu vier Würfen kommen. Die Jungtiere sind anfangs noch nackt und blind. Die Säugezeit beträgt etwa zehn bis vierzehn Tage.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Unterfamilie der Wühlmäuse (Arvicolinae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X
  • Prof. Dr. Gottfried Amann und Diplom-Forstwirtin Claudia Summerer. Säugetiere und Kaltblüter des Waldes. Taschenbildbuch der beachtenswertesten Würmer, Schnecken, Gliederfüßer (ohne Kerfe), Lurche, Kriechtiere, Fledermäuse, Insektenfresser, Nager, Raubtiere und Paarhufer des mitteleuropäischen Waldes mit Textteil über deren Bau und Leben. Melsungen: Neumann-Neudamm, 1987. ISBN 3-7888-0511-0
  • Helga Hofmann. Tiere in Natur und Garten. Bestimmen - Kennenlernen - Schützen. Große und kleine Säugetiere Europas. Bestimmen mit dem Kennfarben-Code. Ratgeber: Tierschutz-Praxis. Naturführer: Buchgemeinschaft Gräfe und Unzer GmbH München, 1993. Buch-Nr. 089045

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