Feldspitzmaus

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Feldspitzmaus

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Spitzmausartige (Soricomorpha)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Weißzahnspitzmäuse (Crocidurinae)
Gattung: Wimperspitzmäuse (Crocidura)
Art: Feldspitzmaus
Wissenschaftlicher Name
Crocidura leucodon
(Hermann, 1780)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon) zählt innerhalb der Familie der Spitzmäuse (Soricidae) zur Gattung der Wimperspitzmäuse (Crocidura). Im Englischen wir die Art Bicolored Shrew oder Bicoloured White-toothed Shrew genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Feldspitzmaus erreicht eine Körperlänge von 6,8 bis 8,7 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 2,9 bis 4,6 Zentimeter sowie ein Gewicht von 6 bis 14 (11,7) Gramm. Das kurze aber dichte Fell weist dorsal eine dunkle graubraune bis kastanienbraune Färbung auf. Ventral zeigt sich eine hellgraue bis leicht weißliche Färbung. Lateral geht die Färbung nicht langsam von dunkel nach hell über. Die helle Färbung des Bauches setzt sich durch eine scharf Line ab. Das Gebiss besteht aus 28 weiß gefärbten Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/1, c1/0, p1/2, m3/3. Aufgrund der weißlichen Zähne wird die Art der Unterfamilie der Weißzahnspitzmäuse (Crocidurinae) zugerechnet. Im Bereich der spitz zulaufenden Schnauze zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen. Die Ohrmuschel ist deutlich sichtbar, sie liegt nicht im Fell verborgen. Der kurze Schwanz ist nur spärlich mit Haaren besetzt. Die Körpertemperatur liegt durchschnittlich bei 35°C.

Lebensweise

Feldspitzmäuse leben meist einzelgängerisch. Bei Gruppen handelt es sich meist um ein Weibchen mit ihrem Nachwuchs. Im Winter versammeln sich nicht selten bis zu 8 Tiere in den Nestern, um sich gegenseitig zu wärmen. Die Tiere sind sowohl in der Nacht als auch am Tage aktiv. Die Hauptaktivität entfalten sie jedoch in den frühen Morgen- und Abendstunden. Gartenspitzmäuse sind territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen. Die Reviere einzelner Individuen, die eine Größe von 60 bis 400 m² aufweisen können, überlappen sich meist deutlich. Die Reviermarkierung erfolgt durch ein Sekret aus speziellen Duftdrüsen.

Verbreitung

Feldspitzmäuse sind in Mitteleuropa weit verbreitet. Im Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis zu Kaspischen Meer, im Südosten bis in den Nahen Osten. Nach Angaben der IUCN kommt die Art in Albanien, Armenien, Österreich, Aserbaidschan, Weißrussland, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, in der Tschechischen Republik, in Frankreich, Georgien, Deutschland, Griechenland, Ungarn, im Iran und Irak, in Israel, Italien, Libanon, Liechtenstein, Luxemburg, Mazedonien, Montenegro, in den Niederlanden, in Polen, Rumänien, Russland, Serbien, in der Slowakei, in Slowenien, in der Schweiz, in Syrien, in der Türkei und in der Ukraine vor. Besiedelt werden hauptsächlich semiaride Lebensräume wie Savannen, Grünland, lichte Wälder und deren Ränder, landwirtschaftliche Flächen und Gärten. In Höhenlagen ist die Feldspitzmaus bis in Höhen von bis zu 1.600 Metern über NN anzutreffen.

Prädatoren

Zu den natürlichen Hauptfeinden der Feldspitzmaus zählt insbesondere die Schleiereule (Tyto alba). Darüber hinaus stellen den Tieren auch andere Eulen (Strigiformes), Schlangen (Sepentes) sowie kleinere Raubtiere (Carnivora) aus den Familien der Marderartigen (Mustelidae) , der Katzen (Felidae) und dert Hunde (Canidae).

Ernährung

Feldspitzmäuse sind Allesfresser. Sie ernähren sich hauptsächlich von weichhäutigen Insekten (Insecta), deren Larven, aber auch Schnecken (Gastropoda), Asseln (Isopoda), Spinnentiere (Arachnida) und andere Gliederfüßer (Arthropoda) sowie Wenigborster (Oligochaeta) wie Regenwürmer (Lumbricidae). Zu einen kleinen Teil stehen auch terrestrische Wirbeltiere (Vertebrata) auf der Speisekarte.

Fortpflanzung

Feldspitzmäuse erreichen die Geschlechtsreife bereits im Alter von gut 100 Tagen, also im 4. Lebensmonat. In den meisten Regionen erstreckt sich die Paarungszeit von März bis in den September hinein. Während dieser Zeit kommt es zu 2 bis 4 Würfen. Ein Wurf besteht durchschnittlich aus 3 bis 10 (5) Jungtiere, die Tragezeit liegt bei rund 28 bis 31 (30) Tage. Die Jungen sind bei der Geburt nackt und blind, sie weisen ein Gewicht von kaum rund 0,93 Gramm auf. Die Geburt erfolgt im gut ausgepolsterten Nest des Weibchens, das sich meist in Höhlen, unter Steinen oder an ähnlich geschützten Stellen befindet. Im Alter von 13 Tagen öffnen die Jungen die Augen, mit 16 Tagen ist das erste Fell voll entwickelt. Die Entwöhnung von der Muttermilch erfolgt zu Beginn der vierten Lebenswoche, meist im Alter von 18 bis 22 (22) Tagen. Muss die Familie das Nest, aus welchen Gründen auch immer, verlassen, sucht sich die Familie einen neuen Unterschlupf. Dabei hängen sich die Jungtiere aneinandergereiht an den Schwanz der Mutter. Um die Versorgung des Nachwuchses kümmern sich aufgrund der polygamen Lebensweise ausschließlich die Weibchen. Im Alter von 6 Wochen erreichen die Jungtiere die Selbständigkeit. Die Lebenserwartung der Feldspitzmäuse liegt bei 1,5 bis 2, selten bei bis zu 3 Jahren.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Feldspitzmäuse zählen heute noch nicht zu bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. In ihrem Ökosystem spielen Feldspitzmäuse eine durchaus große Rolle, da sie als exzellenter Schädlingsbekämpfer gelten. In landwirtschaftlichen Regionen zählt die Ausbringung von Pestiziden und Insektiziden zu den größten Bedrohungen. Ansonsten geht auch von der allgemeinen Vernichtung und Zersiedelung der Lebensräume eine durchaus große Gefahr aus.

Synonyme

Die Gartenspitzmaus ist nach Wilson & Reeder, 2005, unter folgenden Synonymen bekannt: albipes (Kerr, 1792), avicennai Stroganov, 1960, hydruntina Costa, 1844, judaica Thomas, 1919, lasia Thomas, 1906, leucodus Schulze, 1897, microurus (Fatio, 1869), narentae Bolkay, 1925, persica Thomas, 1907 und volgensis Stroganov, 1960. Die aufgeführten Synonyme sind veraltet und daher ungültig. <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • [1] Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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