Felsenmeerschweinchen
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| Felsenmeerschweinchen | |
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| Systematik | |
| Ordnung: | Nagetiere (Rodentia) |
| Unterordnung: | Stachelschweinverwandte (Hystricognatha) |
| Teilordnung: | Hystricognathi |
| Überfamilie: | Meerschweinchenartige (Cavioidea) |
| Familie: | |
| Unterfamilie: | Pampashasen (Dolichotinae) |
| Gattung: | Felsenmeerschweinchen (Kerodon) |
| Art: | Felsenmeerschweinchen |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Kerodon rupestris | |
| Wied-Neuwied, 1820 | |
| IUCN-Status | |
| Least Concern (LC)
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Das Felsenmeerschweinchen (Kerodon rupestris), dass auch Moko oder Bergmeerschweinchen genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Meerschweinchen (Caviidae) zur Gattung der Felsenmeerschweinchen (Kerodon). Im Englischen wird dieses Meerschweinchen Rock Cavy genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Das Felsenmeerschweinchen erreicht eine Körperlänge von 20 bis 22 Zentimeter sowie ein Gewicht von knapp einem Kilogramm. Ein Dimorphismus ist zwischen den Geschlechtern nicht erkennbar. Das dichte Fell weist dorsal eine graubraune bis rötlichbraune Färbung auf, ventral ist das Fell cremefarben mit einem leicht gelblichen Touch. Eine ähnlich helle Färbung zeigt sich auch im Kehlbereich. Der Kopf ist leicht länglich, die Augen sitzen etwa in der Mitte, weit oben am Schädel. Deutlich dahinter liegen die recht großen, rundlichen Ohren. Im Bereich der stumpf endenden Schnauze zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen, die der Orientierung dienen. Die markant langen Beine enden in Zehen, die mit kleinen Nägeln versehen sind. Die Nägel dienen im wesentlichen der Fellpflege. Das kräftige Gebiss verfügt über 20 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet 1/1, 0/0, 1/1, 3/3.
Lebensweise
Felsenmeerschweinchen sind ausgesprochen gesellig und leben in kleinen Familiengruppen. Ein Gruppe besteht für gewöhnlich aus einem Pärchen und dem noch nicht geschlechtsreifen Nachwuchs, der durchaus aus mehreren Würfen stammen kann. Felsenmeerschweinchen sind tag- und dämmerungstaktiv. Zu dieser Zeit gehen sie auch auf Nahrungssuche. Da die Tiere eher Haftbeeren an den Zehenenden besitzen und nur kleine Krallen, sind sie nicht in der Lage selbst zu graben und bewohnen deshalb Felsspalten. Sie gelten als ausgezeichnete Kletterer, erhöhte Aussichtspunkte in Form von Felsen werden immer gerne aufgesucht, um die nähere Umgebung in Augenschein zu nehmen. Die Kommunikation erfolgt über ein reichhaltiges Vokabular. Quitschende, pfeifende oder zwitschernde Geräusche sind dabei die Regel. Felsenmeerschweinchen bewohnen ein Revier von ein bis zwei Hektar Größe. Vor allem das Kernrevier wird gegenüber Artgenossen erbittert verteidigt.
Verbreitung
Felsenmeerschweinchen sind im östlichen Brasilien weit verbreitet. Die Tiere sind insbesondere in den Bundesstaaten Bahia, Piauí, Pernambuco und Ceará sowie einigen angrenzenden Bundesstaaten anzutreffen. Felsenmeerschweinchen bewohnen vorzugsweise aride und semiaride Landschaften. Felsiges und steiniges Hügelland wird dabei bevorzugt besiedelt.
Prädatoren
Zu den natürlichen Fleischfresser der Felsenmeerschweinchen gehören neben nachtaktiven Greifvögeln (Falconiformes) vor allem der Großgrison (Galictis vittata). Der Großgrison stellt den Tieren bis in ihre Erdbauten nach. Den meisten Fleischfressern in ihrem Verbreitungsgebiet entgehen sie durch die nachtaktive Lebensweise. <1>
Ernährung
Felsenmeerschweinchen ernähren sich rein pflanzlich. Sie fressen neben Gäsern und Kräutern vor allem junge Triebe von Büschen und Bäumen, frische Blätter, Sämereien und Früchte.
Fortpflanzung
Felsenmeerschweinchen erreichen die Geschlechtsreife mit gut zwei bis drei Monaten.Männliche Nachkommen werden nur bis zu ihrer Geschlechtsreife geduldet, danach verlassen sie den inneren Teil des Revieres.Die Paarungszeit erstreckt sich in den subtropischen Verbreitungsgebieten meist über das ganze Jahr. Die Spitze der Geburten fällt jedoch in das Frühjahr und den Sommer. Felsenmeerschweinchen leben in einer polygamen Beziehung, also ein Männchen lebt in einer Gruppe mit mehreren weiblichen Tieren zusammen.Nach einer Tragezeit von gut 55 bis 60 Tagen bringt ein Weibchen im Schnitt ein bis drei Jungtiere zur Welt. Der Nachwuchs ist bei der Geburt voll entwickelt, kann sehen und laufen. Die Jungtiere wachsen jedoch schnell heran.Ausschließlich das Weibchen kümmert sich um den Nachwuchs, der Vater ist nur wenig involviert. Die Säugezeit erstreckt sich über einen Zeitraum von etwa vier Wochen.Die Lebenserwartung im Freiland liegt bei drei bis vier Jahren, in Gefangenschaft auch bis acht Jahre.
Ökologie, Gefährdung und Schutz
In Brasilien gelten Felsenmeerschweinchen als beliebte Haustiere, sie lassen sich ausgesprochen leicht zähmen. Auf der anderen Seite wird jedoch auch das Fleisch geschätzt und soll wohlschmeckend sein. Trotz der zum Teil starken Bejagung gehören Felsenmeerschweinchen noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet geführt (LC, Least Concern).
Anhang
Siehe auch
- Hauptartikel: Familie der
Meerschweinchen (Caviidae)
Literatur und Quellen
- David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
- Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
- [1] ↑ Eric Yensen & Teresa Tarifa, Galictis vittata, The American Society of Mammalogists, 2003

