Felsenscharbe

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Felsenscharbe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)
Familie: Kormorane (Phalacrocoracidae)
Gattung: Kormorane (Phalacrocorax)
Art: Felsenscharbe
Wissenschaftlicher Name
Phalacrocorax magellanicus
(Gmelin, 1789)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Felsenscharbe (Phalacrocorax magellanicus) zählt innerhalb der Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae) zur Gattung der Kormorane (Phalacrocorax). Im Englischen wird die Felsenscharbe rock shag oder magellan cormorant genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Die Felsenscharbe erreicht eine Körperlänge von etwa 66,0 Zentimeter und eine Flügelspannweite von etwa 90,0 Zentimeter. Die Felsenscharbe ist ein schwarz-weißer Vogel, wobei der Kopf, der Hals und die Oberseite eine schwarze Färbung aufweisen, während die Brust und die Unterseite von einer weißen Tönung sind. In einigen Bereich variiert die Gefiederfärbung von metallic-blau bis ölig-grün. Die Beine und die Füße sind rosa-fleischfarben und die Gesichtshaut rund um den Schnabel und Augen ist ziegelrot gefärbt. Im Brutkleid weisen die Vögel eine schwärzliche Färbung auf und einen nicht sehr prominenten Kamm am Hinterkopf. Des Weiteren zeigt sich ein markanter weißer Ohrpatch. Bei dieser Art besteht noch weniger ein Sexual-Dimorphismus als bei den meisten anderen Kormoran-Arten, jedoch sind die Männchen 5 bis 10 Prozent größer. Ein weiteres markantes Merkmal ist ihr bis zu fünf Zentimeter langer schwarz bis dunkelgrau gefärber Schnabel, der über eine hakenförmige Spitze verfügt. Der Hals ist insgesamt lang und ausgesprochen dünn. Zwischen den Zehen hat die Felsenscharbe Schwimmhäute, die sie zu einer hervorragenden Taucherin machen. Schwimmt die Felsenscharbe an der Wasseroberfläche, so sind in der Regel nur ihr Hals und Kopf zu sehen. Der Körper befindet sich knapp unter der Wasseroberfläche. Das Gefieder saugt sich bei Kontakt mit Wasser voll und hält den Körper unter Wasser. Die Felsenscharbe verfügt über keine Bürzeldrüse, mit der andere Wasservögel ihr Gefieder einfetten und mehr oder weniger wasserdicht machen. Nach einem Tauchgang kann man Felsenscharben an Land mit ausgebreiteten Flügeln beobachten. Meist wedeln sie dabei mit ihren Flügeln, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen.

Lebensweise

Felsenscharben in ihrem typischen Lebensraum
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Felsenscharben in ihrem typischen Lebensraum

Die Felsenscharbe ist ein mariner Kormoran und hält sich mehr an den südlichsten Küsten von Südamerika auf. Die Brutgebiete befinden sich auf Valdivia, Chile, im Süden bis zum Kap Horn und auf Tierra del Fuego sowie im Norden bis Punta Tombo in Argentinien. Im Winter hält sich die Felsenscharbe weiter im Norden auf. Einige Individuen findet man auch in Santiago an der Westküste von Chile und im Osten von Uruguay. Die Vögel brüten rund um die Küsten der Falklandinseln. Die Felsenscharbe sucht vorwiegend die Nahrung nahe der Küste und taucht oft am Rande von Seetang, wo sie kleine Fische findet, überwiegend sind es Antarktisdorsche (Nototheniidae). Die Felsenscharbe ist ein ziemlich seichter Taucher, in der Regel taucht sie etwa 5 Meter unterhalb der Oberfläche. Wenige Individuen tauchen tiefer als 10 Meter, obwohl sich die Beute vorwiegend auf dem Meeresboden aufhält. Normalerweise taucht die Felsenscharbe etwa 30 Sekunden lang. Das Brutgebiet überlappt sich stark mit dem Brutgebiet der Blauaugenscharbe (Phalacrocorax atriceps), aber sie stehen nicht in Konkurrenz bei der Nahrungssuche, da die Blauaugenscharbe (Phalacrocorax atriceps) dazu neigt, im tieferen Wasser zu tauchen und sich weiter vom Ufer weg bewegt.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Felsenscharbe in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Argentinien, Chile, Falkland Inseln (Malvinas) und Uruguay. Die Felsenscharbe lebt in folgenden Lebensräumen: Supratidale Klippen und felsige Inseln sowie supratidale Süßwasserseen.

Ernährung

Felsenscharben - Altvogel mit Jungvögel
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Felsenscharben - Altvogel mit Jungvögel

Die Felsenscharbe ernährt sich hauptsächlich von Fisch und sucht die Nahrung vorwiegend nahe der Küste. Dabei taucht die Felsenscharbe oft am Rande von Seetang, wo sie kleine Fische findet, überwiegend sind es Antarktisdorsche (Nototheniidae). Die Felsenscharbe ist ein ziemlich seichter Taucher, in der Regel taucht sie etwa 5 Meter unterhalb der Wasseroberfläche. Wenige Individuen tauchen tiefer als 10 Meter, obwohl sich die Beute vorwiegend auf dem Meeresboden aufhält. Normalerweise taucht die Felsenscharbe etwa 30 Sekunden lang.

Fortpflanzung

Felsenscharben erreichen die Geschlechtsreife mit rund zwei bis drei Jahren. Die Brutzeit beginnt je nach Verbreitungsgebiet im März oder April und zieht sich meist bis in den Juni hin. Sie sind Kolonienbrüter, die ihre Nester meist auf Felsvorsprüngen an steilen, kahlen, felsigen Klippen errichten. In den Kolonien werden auch andere Vogelarten geduldet. Die Nester werden aus Zweigen und anderen pflanzlichen Bestandteilen wie Schilf und andere Wasserpflanzen errichtet. Das Weibchen legt in der Regel drei Eier, obwohl auch Nest mit zwei bis fünf Eiern gesichtet worden. Die Eier werden über einen Zeitraum von rund 24 Tagen bebrütet. Bei Gelegeverlust sind Nachgelege durchaus die Regel. Als Nesthocker verbleiben die Küken für 47 bis 50 Tage im Nest und werden von den Eltern gefüttert. Die Flugfähigkeit wird zwar mit 60 Tagen erreicht, die Jungvögel verbleiben aber noch einige Wochen bei den Eltern. Ihr Gefieder ist überwiegend dunkelbraun bis schwarz gefärbt, an der Unterseite zeigt sich eine schwarz-weiße Musterung. Nach der ersten Mauser weisen die Jungvögel das gleiche Gefieder wie die adulten Vögel auf. Die Felsenscharbe kann ein Alter von 15 Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Felsenscharbe heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd über 20.000 Quadratkilometer. Die Felsenscharbe ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Felsenscharbe selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Felsenscharbe als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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