Filigranfalter

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Filigranfalter

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Passionsblumenfalter (Heliconiinae)
Gattung: Cethosia
Art: Filigranfalter
Wissenschaftlicher Name
Cethosia biblis
(Drury, 1773)

Der Filigranfalter (Cethosia biblis), auch unter dem Synonym Papilio biblis sowie unter der Bezeichnung Bortenfalter bekannt, zählt innerhalb der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) zur Gattung Cethosia. Im Englischen wird der Filigranfalter red lacewing genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Filigranfalter erreicht eine Flügelspannweite von etwa 8,0 bis 9,0 Zentimeter. Die Vorderflügel sind auf der oberen Seite gezahnt und schwarz gefärbt. Der vordere Rand weist eine schmutzig olivbraune Tönung auf. Eine breite weiße Binde verläuft quer zur Mitte des äußeren Randes. Ferner zeigen sich einige schwache weiße Flecken entlang am schwarzen Rand der äußeren Kante. Neben diesen ist noch eine Reihe von schmalen gewinkelten weißen Markierungen zu erkennen. Die Hinterflügel sind tief gezahnt und weiß gefärbt. Ein weißer Saum zeigt sich entlang am äußeren Rand hier ist ebenfalls eine Reihe von gewinkelten weißen Markierungen sichtbar, ebenso auf den überliegenden Flügeln und über jeden Flügel befindet sich eine Reihe von kurzen weißen Streifen, die parallel mit der Kante des Flügels abschließen. Oberhalb dieser sind sechs runde schwarze Flecken erkennbar, ein Fleck befindet sich zwischen den einzelnen Nervenzellen. Auf den weißen Teilen der Flügel befinden sich noch sechs weitere kleinere Flecken, einige sind sehr deutlich und andere wiederum sehr schwach zu erkennen. Auf der unteren Seite sind die Vorderflügel rot gefärbt. Die rote Farbe erstreckt sich von der Basis bis fast zur Hälfte der Flügel und Richtung hintere Kante geht die rote Farbe in eine cremige Farbe über.

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Filigranfalter

Auf diesem roten Grund sind einige kurze schwarze und blaue Linien erkennbar. Die äußere Kante hat einen schwarzen Rand, worauf eckige pfeilförmige weiße Markierungen deutlich sichtbar sind. Oberhalb dieser Grenze, in der Nähe des äußeren Winkels, zeigen sich zwei ovale schwarze Flecken oder Augen, deren Iris weiß erscheint und zwischen ihnen und am schwarzen Rand platziert sich eine Reihe von kleinen, runden, schwarzen Flecken, die eng nebeneinander liegen. Die weiße Binde auf der oberen Seite ist auch auf der unteren Seite zu sehen. Mehrere weitere schwarze Flecken mit unterschiedlichen Formen zeigen sich an verschiedenen Stellen, insbesondere ist eine Gruppe in der Mitte des Flügels verteilt. Der untere Flügel ist von einer weißen Färbung und ist mit blassen cremefarbenen Wolken versehen. Aber an der Basis zeigen sich wiederum weiße, blaue, rote und schwarze Streifen und an der vorderen Kante sind diese eher blau und braun gefärbt. Am äußeren Winkel der vorderen Kante erkennt man ebenfalls eckige weiße Flecken, die eher pfeilförmig oder punktförmig erscheinen. Am Abdomen treffen zwei kleine, gebogene schwarze Linien aufeinander, die zusammen einen Bogen bilden. Über dem schwarzen Rand des Flügels ist eine Reihe von kleinen schwarzen Flecken sichtbar und über ihnen sind sechs größere Flecken von verschiedenen Formen und Größen verteilt.

Lebensweise

Als tagaktive Falter ist der Filigranfalter tagsüber auf Nahrungssuche, zum Abend hin zieht sich der Filigranfalter ins hohe Gras oder auf Büschen und Bäumen zurück und sitzen dort auf Halmen, Ästen oder Blättern. Selten ist der Filigranfalter auch in größeren geselligen Gruppen anzutreffen. Männchen sind ausgesprochen territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen und anderen Faltern. Die Flugzeit der Falter erstreckt sich über den Zeitraum von April bis September. In gemäßigten Regionen treten zwei bis vier, selten auch bis fünf Generationen auf.

Unterarten

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Filigranfalter
  • Cethosia biblis adantonia - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis alceste - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis amboinensis - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis andamanica - Stichel
  • Cethosia biblis atia - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis biblis - (Drury, 1773)
  • Cethosia biblis buruana - Holland
  • Cethosia biblis ceramensis - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis floresiana - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis hainana - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis insularis - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis javana - Felder
  • Cethosia biblis liacura - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis logani - Distant, 1881
  • Cethosia biblis narmada - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis narmadoides - de Nicéville
  • Cethosia biblis nicobarica - Felder
  • Cethosia biblis perakana - Fruhstorfer, 1902
  • Cethosia biblis permanggilensis - Eliot, 1978
  • Cethosia biblis phanaroia - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis picta - Felder
  • Cethosia biblis sandakana - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis sumbana - Pagenstecher
  • Cethosia biblis tagalorum - Fruhstorfer
  • Cethosia biblis tambora - Doherty
  • Cethosia biblis togiana - Fruhstorfer

Verbreitung

Filigranfalter
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Filigranfalter

Zum Verbreitungsgebiet des Filigranfalters zählen unter anderem Indien, China, Malaysia, Indonesien und die Philippinen.

Ernährung

Die fertigen Falter ernähren sich ausschließlich vom Nektar blütentragender Pflanzen sowie von anderen Pflanzensäften. Zur Nahrungsaufnahme wird der Saugrüssel ausgerollt in eine Blüte getaucht. Wie bereits erwähnt, hat sich der Saugrüssel im Laufe der Evolution aus den verlängerten Außenladen der Unterkiefer gebildet. Im Ruhezustand ist der Saugrüssel zu einer Spirale unterhalb des Kopfes aufgerollt. Der Filigranfalter besucht bevorzugt die Sonnenwenden (Heliotropium) und Wandelröschen (Lantana camara). Die Raupen verfügen über kräftige Mundwerkzeuge. Unabläßlich sind die Raupen mit Fressen beschäftigt. Unmittelbar nach dem Schlupf ernähren sich die Raupen zunächst vom Dottervorrat des Eies. Kurze Zeit später beginnt sie mit dem Fressen. Die Entwicklung der Raupen erfolgt an Passionsblumen (Passiflora).

Fortpflanzung

Die Geschlechtspartner suchen und finden sich am Tag. Die Kopulation, also die Begattung, bei der das Männchen seinen Samen zur Befruchtung der Eizellen durch die weibliche Geschlechtsöffnung einführt, erfolgt nur während der Nacht. Das Weibchen legt die Eier alle auf einen Fleck an der Unterseite eines Blattes ab. Sie kann zwischen 50 und 100 Eier legen. Die Eier entwickeln sich etwa vierzehn Tage lang bis zum Schlupf der Raupen. Das Männchen verteidigt die Eier während dessen, soweit es ihm möglich ist. Es bewacht die Anflugwege zu den Blättern. Wird das Männchen gestört, umkreist das Männchen den Eindringling und gibt knisternde Geräusche mit den Flügeln von sich, um den Feind zu verwirren und zu verjagen. Nach mehreren Tagen schlüpfen die Raupen und nach mehreren Häutungen verpuppen sie sich. Zur Verpuppung ziehen sich die Raupen in einzelne Verstecke unter Blättern, beispielsweise unterhalb der Stielbasis eines Blattes zurück. Dort legen sie dann um sich herum einen graubraunen Kokon an. In diesem Kokon findet die vollkommene Metamorphose (Holometabolismus) von der Raupe zum Falter statt. Die Raupen lösen sich durch abgesonderte Verdauungssäfte nahezu vollständig auf, einige Zellen bleiben intakt. Aus diesen übrigen Zellen entwickelt sich nun der Imago, also der ausgewachsene Filigranfalter. Die benötigte Energie wird aus den vorverdauten Resten der Raupe bezogen. Der Prozess der Zellzersetzung wird Histolyse, die Neuentstehung der Zellen Histogenese genannt. Nach etwa 20 Tagen schlüpfen daraus die fertigen Falter.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dr. Franz Bachmaier, Dr. Wolfgang Dierl, Dr. Eberhard Ernst, Prof. Dr. Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Hubert Markl, Dr. Werner Rathmayer, Prof. Dr. Peter Rietschel, Prof. Dr. Friedrich Schaller, Dr. Richard Zur Strassen, Dr. Heinz Wundt, Dr. Dr. Fritz Zumpt: Grzimeks Tierleben. Enzyklopädie des Tierreichs. Insekten. Zweiter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München, Oktober 1993 ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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