Flachland-Strumpfbandnatter

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Flachland-Strumpfbandnatter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Gattung: Strumpfbandnattern (Thamnophis)
Art: Flachland-Strumpfbandnatter
Wissenschaftlicher Name
Thamnophis radix
Baird & Girard, 1853

Die Flachland-Strumpfbandnatter (Thamnophis radix), die auch Prärie-Strumpfbandnatter genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Strumpfbandnattern (Thamnophis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Flachland-Strumpfbandnatter erreicht eine Länge von 45 bis 100 cm, wobei Männchen deutlich kleiner bleiben als Weibchen. Die Grundfärbung variiert zwischen braun und olivbraun. Der Rücken weist einen breiten Rückenstreifen auf, der gelblich bis orange gefärbt ist. An den Flanken sind auf der 3. bis 4. Schuppenreihe gelbliche Streifen zu sehen. Zwischen den Flanken und dem Rückenstreifen, sind je nach Verbreitungsgebieht gelbe Punkte bis hin zu Schachbrettmuster auf schwarzem Grund mehr oder weniger ausgeprägt. Die Bauchseite ist einfarbig dunkelbraun. Je nach Verbreitungsgebiet treten Farbvariationen auf. Der schlanke Kopf setzt sich nur sehr wenig vom Körper ab, ist aber schwarz gefärbt. Die großen Augen liegen weit vorn am Kopf. Die tagaktive Flachland-Strumpfbandnatter hält während der kalten Jahreszeit eine mehrmonatige Winterruhe. Hierzu werden oft Nagerbauten genutzt. Es kann bei dieser Art zur Massenüberwinterung in über Jahrzehnte genutzten Höhlen kommen. Dort überwintern Tausende von Thamnophis radix.

Verbreitung

Die Natternart ist in weiten Teilen Kanadas und der USA verbreitet. Das nördliche Verbreitungsgebiet reicht bis nach Alberta in Kanada. In den USA reicht das Verbreitungsgebiet von Montana, Wyoming und Colorado bis zu den Rocky Mountains und ins nördliche Mexico. Östlich von Wisconsin, Illinois und Indiana. Sie bevorzugt feuchte Lebensräume wie Wiesen, Sümpfe und Moore mit Gewässern unterschiedlichen Typs. Das können durchaus auch schnell fliessende und tiefe Gewässer sein. Sie ist aber auch in menschlichen Siedlungen anzutreffen. In Höhenlagen ist sie von 120 - 2300 m ü. NN. anzutreffen. Während der Ruhezeit hält sich die Flachland-Strumpfbandnatter vorzugsweise in Höhlen oder unter Baumstämmen manchmal zu Tausenden auf.

Nahrung

Das Nahrungsspektrum bei Thamnophis radix ist erstaunlich weit. Sie frisst von Fischen über Amphibien, Larven und im Adultstadium über Nacktschnecken, Regenwürmer, Egel und sogar Nagernachwuchs. Wobei Jungschlangen vorwiegend Regenwürmer bevorzugen. Alttiere werden fast wild, wenn sie Nacktschnecken gereicht bekommen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen diese Nattern mit ein bis zwei Jahren. Die Paarungszeit beginnt nach der Winterruhe. Es kommt bei Massenüberwinterung auch zu Massenpaarungen, die werden in den USA "Mating balls" genannt. Wie alle Strumpfbandnattern, so ist auch die Flachland-Strumpfbandnatter eine lebendgebährende (ovovivipar) Schlangenart. Nach einer Trächtigkeit von rund 90 Tagen bringt das Weibchen zwischen 20 und 60 Jungschlangen zur Welt. Das Weibchen wirft die Jungen in einer durchsichtigen Eihülle, die die Jungen sogleich durchstoßen müssen ( Erstickungstod). Je nach Wurfgröße haben die Jungschlangen eine Schlupflänge von 15 bis 20 cm. Die Färbung gleicht schon der der Alttiere. Eine Flachland-Strumpfbandnatter kann ein Alter von etwa zehn Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Dieter Schmidt: Nattern faszinierend & exotisch, Gräfe & Unzer, Auflage 1 (Februar 2005), ISBN 3774269475
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