Floridakröte

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Floridakröte

Systematik
Klasse: Amphibien (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Kröten (Bufonidae)
Gattung: Echte Kröten (Bufo)
Art: Floridakröte
Wissenschaftlicher Name
Bufo terrestris
Bonnaterre, 1789

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Floridakröte (Bufo terrestris) zählt innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae) zur Gattung Echte Kröten (Bufo). Die Floridakröte wird häufig mit der Art Amerikanische Kröte (Bufo americanus) und mit der Art Fowler's Kröte (Bufo fowleri) verwechselt. Beide Arten sehen der Floridakröte sehr ähnlich.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Floridakröte ist eine mittelgroße Kröte und erreicht normalerweise eine Körperlänge von 42 bis 92 Millimeter. Zwischen Männchen und Weibchen besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus. Die Körperlänge beim Männchen beträgt 42 bis 82 Millimeter. Das Weibchen wird im Durchschnitt größer als das Männchen und erreicht eine Körperlänge von 44 bis 92 Millimeter. Es wurden aber auch schon entlang an der Küste von Georgia, Florida und Südcarolina größere Exemplare gesichtet, die eine Körperlänge von 113 Millimeter aufwiesen. Der gesprenkelte Körper der Floridakröte kann zwischen einer grauen, braunen, ziegelsteinroten und einer schwarzen Färbung schwanken. Im allgemeinen ist das Weibchen heller gefärbt als das Männchen. Die Bauchseite weist allerdings bei beiden Geschlechtern eine helle Färbung auf. Die Augen der Floridakröte befinden sich gut sichtbar seitlich am Kopf. Sie sind besonders groß und hervorstehend. Die Pupillen sind oval geformt und schwarz gefärbt und mit einem goldfarbenen Augenring versehen. Des weiteren besitzt sie auf dem Kopf hohe knorrige Schädelkämme, die seitlich wie zwei Hörner aussehen. Wie alle Kröten so weist auch die Floridakröte große parotoide Drüsen auf. Die parotoiden Drüsen (externe Warzen oder Hautdrüsen) befinden sich am Ansatz der Schulter und scheiden bei Gefahr ein Bufotoxin (kardiotoxisches Steroid) aus, das vor allem für die Fleischfresser sehr unangenehme Wirkungen hervorrufen und manchmal auch mit tödlichem Ausgang enden kann. Für den Menschen ist das Gift kaum gefährlich.

Auf dem gesprenkelten Körper zeigen sich zahlreiche Warzen, die wie spitze Dornen aus der Haut ragen. Ein, zwei oder mehrere Warzen sind mit oder ohne dunkle Punkte versehen. Neben den zahlreichen Warzen befindet sich in der Mitte des Rückens ein langer heller Streifen. Das Männchen besitzt eine große runde Schallblase, die sich bei Balzrufen zu einem Ballon aufbläht. Die Balzrufe der Männchen klingen schrill und musikalisch und hören sich wie Trillern oder wie das Summen einer Drohne an. Die Balzrufe können etwa zwei bis acht Sekunden dauern und klingen so ähnlich wie bei der Amerikanischen Kröte. Allerdings tönen die Balzrufe der Floridakröte etwas rauher und liegen eine Oktave höher. Die Trillerrate beträgt ungefähr 75 Triller pro Sekunde. Das Froschkonzert der Männchen kann man während der Paarungszeit kilometerweit hören. Die Floridakröte wird mit Einsetzen der Dämmerung aktiv und am aktivsten in der Nacht. Während des Tages und auch wenn sie überwintert, gräbt sich die Floridakröte tief in den sandigen Boden ein, die Tiefe kann 30 Zentimeter betragen.

Verbreitung

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Floridakröte

Die Floridakröte tritt hauptsächlich in der atlantischen Küstenebene südöstlich von Virginia und Florida sowie in der Golf-Küstenebene im westlichen Teil von Florida und von Louisiana auf. Des weiteren kommt sie auch in der Küstenregion von Georgia sowie in Blue Ridge und Piedmont südlich von Carolina und in der Senke von Alabama vor.

Der terrestrische Lebensraum der Floridakröte ist sehr abwechslungsreich. Bevorzugt werden aber Gebiete mit sandigen Böden, in denen sich die Floridakröte eingraben kann. Des weiteren lebt sie in Kieferwälder und hält sich dort in verrottenden Baumstämmen oder in hohlen Baumstümpfen versteckt. Nicht selten sucht sie Gärten oder Parks auf. Während der Reproduktionsphase zieht die Floridakröte dann aber flache Gewässer, einschließlich Zypressenteiche und bewaldete Buchten oder überschwemmte Gebiete vor. Gelegentlich sieht man sie auch in Wasserlachen, Abzugsgräben oder in Kanälen. Dagegen werden Flüsse oder Ströme von der Floridakröte während der Paarungszeit strikt gemieden.

Gefährdung, Schutz

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Die Floridakröte ist noch nicht vom Aussterben bedroht. Vom Menschen wird sie kaum verfolgt. Im Gegenteil die Amerikanische Kröte ist bei den Gärtnern und Landwirten beliebt, da sie viele schädliche Insekten und andere wirbellose Tiere vertilgt.

Des weiteren sind die Giftstoffe, die von der Haut produziert werden, für die Medizinische Forschung sehr nützlich. In der Roten Liste der IUCN wird die Floridakröte als nicht gefährdet geführt. Jedoch ist auch in den natürlichen Lebensräumen der Floridakröte eine Ausbreitung der Land- und Viehwirtschaft sowie eine stetige Verunreinigung der Gewässer und das häufige Einsetzen von chemischen Düngern in der Landwirtschaft zu beobachten. Dadurch wird der natürliche Lebensraum für die Floridakröte immer weiter eingeschränkt.

Prädatoren

Zu den natürlichen Fleischfressern der Floridakröte gehören zahlreiche Schlangen wie die Östliche Hakennasennatter (Heterodon platirhinos) und die Südliche Hakennasennatter (Heterodon simus) sowie die Rotbauchige Schwimmnatter (Nerodia erythrogaster), die Südliche Schwimmnatter (Nerodia fasciata) und die Östliche Indigonatter (Drymarchon corais couperi). Allerdings gestaltet sich das Verschlingen der Floridakröte für die Fleischfresser äußerst schwierig, da sie neben den Giftdrüsen eine weitere Verteidigungstaktik aufweisen kann, indem sie ihren Körper wie einen Ballon mit Luft aufblasen kann.

Zu den Parasiten der Floridakröte gehört unter anderem der Fadenwurm Cosmocercoides dukae, der eine Körperlänge von drei bis vier Millimeter erreichen und für die Floridakröte sehr unangenehm werden kann.

Die Eier sowie die Larven von der Floridakröte werden von zahlreichen Fleischfressern nicht verschmäht. Darunter zählen der Zweizehen-Aalmolch (Amphiuma means) sowie der Kleine Armmolch (Siren intermedia) und einige Libellen (Odonata) sowie die Riesenwanzen (Belostomatidae).

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Ernährung

Als dämmerungs- und nachtaktiver Jäger ernährt sich die Floridakröte räuberisch. Sie frißt dabei alles was in ihr Maul paßt. Sie vertilgt eine Vielzahl von schädlichen Insekten und ernährt sich von anderen wirbellosen Tieren, einschließlich Käfer, Ohrwürmer, Ameisen, Schaben, Maulwurfsgrillen und Schnecken. Sie macht ihre Beute über die Bewegung der potentiellen Mahlzeit aus. Tiere, die sich regungslos verhalten, können nicht ausgemacht werden. Da die Floridakröte nicht zu den schnellsten Jägern gehört, muß sie die Beute relativ nah herankommen lassen, bevor sie das Beutetier mit ihrer hervorschnellenden klebrigen Zunge ergreifen kann. Beutetiere werden grundsätzlich im Ganzen verschlungen. Die Floridakröte vertilgt eine Vielzahl von Insekten und frißt sich somit große Fettreserven an, da sie während der Paarungszeit kaum Nahrung zu sich nimmt. Die Larven ernähren sich von Algen, totem organischem Material sowie von Kleinstlebewesen.

Fortpflanzung

Die Reproduktionszeit beginnt im März und hält bis zum späten Mai an, jedoch kann sich die Fortpflanzung gelegentlich bis zum September hinziehen. Zu dieser Zeit kommen die Floridakröten aus ihren Verstecken um sich zu paaren. Sie bevorzugen dann für ihre Reproduktion flaches Gewässer wie Zypressenteiche, bewaldete Buchen, Abzugsgräben und Kanäle sowie überschwemmte Gebiete. Flüsse und Ströme werden strikt gemieden. Hat ein Männchen ein Weibchen gefunden, so klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich mit seinen Vorderbeinen am Körper des Weibchens fest. Nach einigen Tagen kommt es im Wasser zur Eiablage. Das Weibchen stößt Stränge von Eiern durch Muskelkontraktion aus. Das Männchen bemerkt diese Muskelkontraktion und gibt gleichzeitig sein Sperma ab, um die Eier zu befruchten. Der Durchmesser der Eier beträgt etwa ein bis zwei Millimeter. Die Eier liegen zweireihig dicht an dicht in dem Strang und sind in einer gallertartigen Masse eingebunden. Damit die Laichstränge nicht abtreiben, werden die Laichstränge von beiden Geschlechtern in einer gemeinsamen Arbeit an Ästen oder ähnlichem befestigt. Die Anzahl der Eier varriiert stark mit dem Alter des Weibchens. Meist werden einige Tausend Eier (2500 bis 4000) in mehreren Schüben abgelegt.

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Je nach Temperatur des Wassers schlüpfen die Kaulquappen nach ungefähr zwei bis vier Tagen der Embryonalentwicklung. Die Kaulquappen weisen eine durchschnittliche Länge von etwa sieben bis elf Millimeter auf. Sie sind dunkelblau bis fast schwarz gefärbt und mit einem goldfarbenen Streifen versehen. Die Haut des Körpers ist glatt. Der Körper ist kurz und oval geformt. Der Schwanz ist länglich ausgebildet und weist eine obere und untere Flosse auf. Wie die adulte Floridakröte, so besitzen auch die Kaulquappen defensive Chemikalien in ihrer Haut. Die Kaulquappen leben gesellig und schwimmen meist in größeren Schwärmen umher. Dabei halten sie sich wegen der Wärme meist in den oberen Wasserschichten auf. Sie ernähren sich hauptsächlich von Algen und totem organischem Material sowie von Kleinstlebewesen und verschmähen dabei selbst Aas nicht. Auch tote Artgenossen bleiben nicht verschont. Die Metamorphose zur juvenilen Kröte ist nach rund 30 bis 60 Tagen abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt begeben sich die Jungkröten dann an Land und haben somit ihr amphibisches Leben abgeschlossen. Ihre Färbung ist die der adulten Floridakröte ähnlich. Die Lebenserwartung einer Floridakröte beträgt etwa zehn Jahre.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798

Links

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