Formosahäherling
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| Formosahäherling | |
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| Systematik | |
| Klasse: | |
| Unterklasse: | Neukiefervögel (Neornithes) |
| Ordnung: | Sperlingsvögel (Passeriformes) |
| Unterordnung: | Singvögel (Passeri) |
| Überfamilie: | Sylvioidea |
| Familie: | Grasmückenartige (Sylviidae) |
| Unterfamilie: | Garrulacinae |
| Gattung: | Liocichla |
| Art: | Formosahäherling |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Liocichla steerii | |
| Swinhoe, 1877 | |
| IUCN-Status | |
| Least Concern (LC)
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Der Formosahäherling (Liocichla steerii), auch als Omeihäherling bekannt, zählt innerhalb der Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae) zur Gattung Liocichla. Die englische Bezeichnung des Formosahäherling lautet Steere's Liocichla oder Taiwan Liocichla. Die Art wurde in zwei Spezies gesplittet: Liocichla steerii und Liocichla omeiensis. Es sind keine rezenten Unterarten bekannt, demnach ist die Art monotypisch.
Die Zuordnung zur Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae) ist umstritten. Einige Forscher sehen den Formosahäherling eher in der Familie der Timalien (Timaliidae).
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Der Formosahäherling ist ein mittelgrosser Vogel und erreicht eine Körperlänge von etwa 17 bis 19 Zentimeter sowie eine Flügelspannweite von sieben bis acht Zentimeter. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen besteht in der Größe ein deutlicher Dimorphismus. Das Männchen wirkt insgesamt größer als das Weibchen. Zusätzlich ist der markante glänzende sichelförmige gelbliche bis orangefarbene Fleck größer als bei dem Weibchen. Die Krone und der Nacken weisen eine graue bis schwärzliche Färbung auf und sind mit feinen weißlichen Streifen versehen. Die Federn der Krone sind aufrichtbar. Zwischen dem Augenwinkel und der Schnabelbasis sieht man deutlich einen glänzenden sichelförmigen gelben bis orangefarbenen Fleck. Des weiteren ist ein breiter schwarzer Überaugenstreif zu erkennen, der vereinzelt mit gelblichen Strichen versehen ist. Die Wangen sind mit olivgrünen Federn bedeckt, die wellenartig bis zum Ansatz in eine leicht gelbliche Tönung übergehen. Die Zügel sowie die Ohrdecken sind von einer olivgrünen Färbung. Der Rücken ist olivbraun getönt und die Unterseite weist eine graue Färbung auf. Der quadratförmige Schwanz ist olivfarben und man sieht ein subterminales schwarzes Band mit schmalen weißlichen Spitzen. Die Handschwingen sind kastanienfarben und die Spitzen weisen eine dunkelgraue Tönung auf. Die Armschwingen sind stromkreisförmig schwarz getönt und an den Rändern etwas gelblich. Die Kehle und die obere Brust sind aschgrau, während die Brust selbst eine stumpfe olivgrüne bis gelbliche Tönung zeigt. Die Seiten des Körpers sind ebenfalls aschgrau und der Bürzel weist eine schwärzliche Färbung auf, der mit hellen gelblichen Federspitzen abgestuft ist. In der Gefiederfärbung besteht zwischen dem Männchen und dem Weibchen kaum ein nennenswerter Dimorphismus, insbesondere was die Färbung der stumpfen olivgrünen bis gelblichen Brustfedern betrifft, sind zwischen dem Männchen und dem Weibchen in der Helligkeit, in der Intensität, in der Sättigung oder in der Farbe keine Unterschiede zu finden. Jedoch neigt das Weibchen zu einem helleren Brustgefieder, insbesondere ist dies an der langen wellenförmigen Färbung deutlich zu erkennen. Die Iris der Augen weist eine dunkelbraune Färbung auf, während der leicht nach vorn gebogene Schnabel etwas schwärzlich erscheint. Die Extremitäten sind olivbraun geschönt und enden in vier Zehen, von denen eine Zehe nach hinten zeigt und drei Zehen nach vorne zeigen. Seine widerhallenden Ruf klingen wie die chinesischen Worte "Ma Chin Lai".Lebensweise
Der Formosahäherling ist durch seine kurzen, abgerundeten Flügel kein gute Flieger. Er hüpft mit seinen langen, kräftigen Beinen in den unteren Regionen der Bäume von Ast zu Ast oder lebt am Boden. Seine Ernährung besteht überwiegend aus Insekten (Insecta), Beeren, Früchten sowie aus allerlei Sämereien, die er in kleinen Gruppen am Waldboden oder in der dichten Vegetation der Bäume aufspürt. Während der Nahrungssuche bleibt der Formosahäherling durch laute, abwechslungsreiche Rufe ständig im Kontakt. Durch die Rufe wird auch der Zusammenhalt der kleinen Gruppe gewährleistet.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Formosahäherling befindet sich nur in Taiwan und ist somit endemisch. Bevorzugter Lebensraum sind die Koniferenwälder und die Laubmischwälder, die vorwiegend die Gebirgsteigungen und die Hügel in einer Höhe von 700 bis 2.500 Meter frequentieren. Meistens hält sich der Formosahäherling im Unterholz der breitblättrigen Wälder auf. Aber er wurde auch schon in Obstgärten und an Straßenrändern gesichtet. Meistens lebt der Formosahäherling in Paaren oder in kleinen Trupps, die auch gemeinsam auf Nahrungssuche gehen.
Ernährung
Der Formosahäherling ernährt sich hauptsächlich von Insekten (Insecta). Bevorzugt werden vor allem Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Schmetterlinge (Lepidoptera) und deren Raupen. Gelegentlich verspeist der Formosahäherling auch Regenwürmer (Lumbricidae). Des weiteren gehören zu seinem Nahrungsspektrum auch Früchte, Beeren und allerlei Sämereien.
Fortpflanzung
Der Formosahäherling hat eine ziemlich lange Reproduktionszeit, die im April oder Mai beginnt und im September endet. Während der Brutsaison steckt das Männchen das Brutrevier mit seinem lauten Gesang ab. Wagen sich doch Eindringlinge in das Revier, so werden sie vehement von dem Männchen aus dem Territorium verjagt. Das Nest wird normalerweise in Sträuchern, im Bambus sowie im hohen Gras errichtet. Die Nest ist entweder napfförmig oder nach oben hin geschlossen und mit einem seitlichen Eingang versehen. Das Nest wird meistens aus Zweigen, Halmen und ähnlichen Materialien gebaut. Das Weibchen legt etwa drei bis vier ovalförmige Eier in das Nest ab. Die Eier weisen eine olivgrüne Färbung auf und sind mit braunen Punkten bedeckt. Nach dem Schlupf werden die Küken von dem Weibchen und von dem Männchen ausreichend mit Nahrung in Form von Insekten (Insecta) versorgt. Die Paarbindung zwischen den Geschlechtern hält nur während der Brutsaison.
Gefährdung und Schutz
Der Formosahäherling gehört heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd von über 20.000 bis 50.000 Quadratkilometern. Der Formosahäherling ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Formosahäherling selten oder nur spärlich vor (d.h., weniger als 10.000 Individuen in Verbindung mit passender Abnahmerate). Die globale Population wurde jedoch bisher noch nicht ermittelt. In der Roten Liste der IUCN wird der Formosahäherling als least concern (nicht gefährdet) geführt.
Anhang
Siehe auch
- Hauptartikel
Vögel (Aves)
Literatur und Quellen
- Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
- Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
- Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
- Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

