Fossa
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| Fossa | |
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| Systematik | |
| Klasse: | Säugetiere (Mammalia) |
| Unterklasse: | Höhere Säugetiere (Eutheria) |
| Ordnung: | Raubtiere (Carnivora) |
| Überfamilie: | Katzenartige (Feloidea) |
| Familie: | Schleichkatzen (Viverridae) |
| Gattung: | Cryptoprocta |
| Art: | Fossa |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Cryptoprocta ferox | |
| Linnaeus, 1758 | |
| Verbreitungsgebiet | |
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Die Fossa (Cryptoprocta ferox) gehört innerhalb der Familie der Schleichkatzen (Viverridae) zur Unterfamilie der Fossas (Cryptoproctinae), in der sie die einzige Art darstellt. Die systematische Einordnung ist allerdings bis heute noch nicht abschließend geklärt, da die Fossa Merkmale mehrerer Tierfamilien aufweist. Fossas sind eine sehr alte Tiergruppe, die schon vor 65 Millionen Jahren auf Madagaskar lebte.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Die Fossa, das größte Raubtier Madagaskars, erreicht eine Körperlänge von 65 bis 80 Zentimeter, eine Schulterhöhe von etwa 38 Zentimeter, eine Schwanzlänge von bis zu 80 Zentimeter sowie ein Gewicht von acht bis vierzehn Kilogramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Das Fell ist kurz und rostbraun bis rotbraun. Ihr Körperbau ist als schlank anzusehen, die mittellangen Beine enden in kräftige und gekrümmte Krallen. Die Krallen können eingezogen werden. Die kleinen Ohren weisen eine gerundete Form auf. Der Sehsinn der Fossa ist außerordentlich gut entwickelt. Dementsprechend sind die Augen auch recht groß ausgebildet. Auch der Hör- und Geruchssinn sind gut entwickelt und machen die Fossa zu einer erfolgreichen Jägerin. Fossas sind dämmerungs- und nachtaktive Räuber, sie führen ein Leben als Einzelgänger. Nur während der Paarungszeit finden die Geschlechter für kurze Zeit zueinander. Fossas sind ausgesprochen territorial. Über im Analbereich liegende Drüsen wird das eigene Revier an dessen Grenzen markiert. Ein Revier kann eine Größe von ein bis zwei Quadratkilometer aufweisen.
Verbreitung
Fossas leben im dichten Regenwald auf Madagaskar. Sie bevorzugen dichtes Unterholz tropischer Regenwälder, wo sie sich tagsüber verbergen. Gelegentlich sind Fossas aber auch an Waldrändern und in halboffenen Landschaften anzutreffen. Sie sind in Höhen von bis zu 2.000 Metern anzutreffen.
Gefährdung, Schutz
Die Tiere gehören bereits seit Jahrzehnten zu den stark bedrohten Arten. Nach offiziellen Angaben soll es in Freiheit nur noch 2.000 bis 2.500 Tiere geben. Hauptgrund für die Gefährdung ist die Abholzung des Regenwaldes auf Madagaskar. Fossas sind nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen streng geschützt. In der Roten Liste des IUCN wird die Art als stark gefährdet geführt. Letzte Rückzugspunkte bilden heute Nationalparks wie zum Beispiel der Masoala Nationalpark im Nordosten der Insel oder der Parc National de Bemaraha im Südwesten Madagaskars.
Prädatoren
Fossas stehen am oberen Ende der Nahrungskette. Junge Fossas werden gelegentlich von großen Raubvögeln oder Schlangen erbeutet. Erwachsene Tiere haben keine natürlichen Feinde. Hauptfeind ist jedoch der Mensch, der die Tiere wegen ihres Fleisches jagt oder ihren Lebensraum durch Abholzung der Regenwälder immer mehr einschränkt. Da die Fossa gelegentlich in der Nähe menschlicher Siedlungen Geflügel reißt, wird er von den einheimischen Landwirten und Bauern verfolgt.
Nahrung
Zum einen jagen Fossas am Boden nach Nagetieren, Reptilien und gelegentlich auch Insekten, zum anderen jagen sie aber auch im Geäst der Bäume, wo sie Halbaffen und Vögeln nachstellen. Da sie auch vor Geflügel der ansässigen Bauern nicht haltmachen, sind sie bei ihnen nicht sehr beliebt.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit erstreckt sich in den natürlichen Lebensräumen über die Monate September bis Oktober. Fossas erreichen die Geschlechtsreife mit 3 Jahren. Die Geschlechter treffen sich nur zur Paarungszeit. Während dieser Zeit kann es unter den Männchen zu erbitterten Kämpfen um ein Weibchen kommen. Dabei kommt es nicht selten zu empfindlichen Bisswunden. Nach erfolgter Paarung trennen sie sich wieder. Die Aufzucht obliegt dem Weibchen. Das Weibchen bringt nach einer Tragezeit von rund 90 bis 95 Tagen zwei bis vier Jungetiere an einem geschützten Platz, meist in einer Höhle, zur Welt. Das Geburtsgewicht der Jungtiere liegt bei etwa 100 Gramm. Sie sind anfangs noch nackt und blind. Auch Zähne haben sie noch keine. Die Säugezeit beträgt in der Regel 120 bis 140 Tage. Die Jungen bleiben in der Regel 12 bis 18 Monate bei der Mutter ehe sie eigene Wege gehen. Die Lebenserwartung liegt in Gefangenschaft bei rund 20 Jahren. Die Lebenserwartung in Freiheit ist nicht dokumentiert, sie dürfte aber deutlich darunterliegen.
Anhang
Literatur und Quellen
- David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
- Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
- Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

