Fuchsfalke

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Fuchsfalke
Fuchsfalke bei der Jagd

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Falkenartige (Falconidae)
Unterfamilie: Eigentliche Falken (Falconinae)
Gattung: Falken (Falco)
Art: Fuchsfalke
Wissenschaftlicher Name
Falco alopex
(Heuglin, 1861)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Fuchsfalke (Falco alopex) zählt innerhalb der Familie der Falkenartigen (Falconidae) zur Gattung der Falken (Falco). Im Englischen wird der Fuchsfalke fox kestrel genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Fuchsfalke ist ein mittelgroßer, schlanker Greifvogel mit langen, schmalen Flügeln und Schwanz. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 32 bis 38 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 76 bis 88 Zentimeter. Das Gewicht beträgt etwa 250 bis 300 Gramm, wobei das Männchen leichter und kleiner ist als das Weibchen. Das Obergefieder weist eine dunkel rotbraune Färbung auf, während die Unterseite mit schwarzen Streifen versehen ist. Der Schwanz ist mit schmalen schwarzen Binden besetzt und die Schwungfedern sind dunkel gefärbt. Die Flügelunterseiten erscheinen im Gegensatz zum dunkleren Körper eher blass. Die Iris der Augen weist eine gelbbraune Tönung auf. Der Fuchsfalke hat eine hohen kreischenden Ruf, in der Regel ist er jedoch außerhalb der Brutzeit kaum zu hören.

Lebensweise

Der Fuchsfalke ist ein Teilzieher und ein intra-afrikanischer Migrant, der zwischen der Regenzeit und Trockenzeit in der Sahelzone und im Nordosten Afrikas wechselt. In Westafrika kommt es in den nördlichen Gebieten während Regenzeit zu Wanderungen. Von Oktober bis Mai migriert der Fuchsfalke in der Trockenzeit bis in den Süden zu den Brutgebieten. Der Fuchsfalke bevorzugt Halbwüsten und Savannen in der Sahelzone und im Nordosten Afrikas. Er hält sich aber auch im Süden in feuchteren Savannen auf und in Guinea ist er ein Migrant, wo er bis nach Ostafrika ins Grasland zieht. In Uganda beschränkt er sich auf Gebiete, die aus Buschland und Akazien-Savannen bestehen, vor allem hält er sich dort auf Felsklippen und in Bergregionen auf. Im Sudan ist er ebenfalls in Bergregionen mit Klippen und Felsvorsprüngen zu finden, jedoch tritt der Fuchsfalke dort isoliert auf. In Togo und in Ghana ist der Fuchsfalke in Bereichen mit Böschungen und felsigen Hügeln zu finden.

Verbreitung

Fuchsfalke bei der Jagd
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Fuchsfalke bei der Jagd

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Fuchsfalke in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Benin, Burkina Faso, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Demokratische Republik Kongo, Côte d'Ivoire, Eritrea, Äthiopien, Ghana, Guinea, Kenia, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone, Sudan, Vereinigte Republik Tansania, Togo und Uganda. Als Durchzügler hält sich der Fuchsfalke in Dschibuti und Gambia auf. Der Fuchsfalke lebt in trockenen Savannen, in Bergregionen (landeinwärts Klippen, Berge). Des Weiteren ist der Fuchsfalke auch in heißen Wüsten zu finden.

Ernährung

Der Fuchsfalke ernährt sich hauptsächlich von kleinen Wirbeltieren, die er mit einem Sturzflug auf dem Boden fängt. Zu seinem Nahrungsspektrum zählen unter anderem Insekten (Insecta), Eidechsen (Lacertidae), kleine Säugetiere (Mammalia) und Vögel (Aves) wie die Sonnenlerche (Galerida modesta). Der Fuchsfalke schwebt selten, wenn er auf Nahrungssuche ist. Bei der Nahrungssuche im Grasland wurde in der Nähe eines Feuers beobachtet, wie neun Individuen um die Ränder des Feuers herumflogen und in einem Sturzflug die fliehenden Insekten erbeuteten. Die Insekten wurden mit den Fängen gegriffen und während des Segelfluges verzehrt.

Fortpflanzung

Fuchsfalke bei der Jagd
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Fuchsfalke bei der Jagd

Zur Paarungs- und Brutzeit bildet der Fuchsfalke eine monogame Einehe, die wahrscheinlich ein Leben lang hält. Der Horst befindet sich meist auf einen Felsvorsprung oder sogar in einer Felsspalte. Der Fuchfalke brütet manchmal in lockeren Kolonien von bis zu 20 Brutpaaren. Je nach Verbreitungsgebiet ist die Paarungs- und Brutzeit unterschiedlich. Das Gelege besteht aus 2 oder 3 Eiern. Die Eier werden über einen Zeitraum von etwa 26 bis 31 Tagen hauptsächlich vom Weibchen bebrütet. Die Küken werden ständig in den ersten Tage vom Weibchen gehudert. Während dieser Zeit jagt das Männchen in der näheren Umgebung größere Beutetiere, die er dem Weibchen an den Horst bringt. Danach versorgen beide Elternteile die Jugendlichen mit reichlich Nahrung. Nach etwa 30 Tagen sind dann die Jungfalken flügge und verlassen unabhängig von den Eltern das Nest.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Fuchsfalke heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Fuchsfalke selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Fuchsfalke als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X


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