Gabeldrongo

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Gabeldrongo

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Corvoidea
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Unterfamilie: Drongos (Dicrurinae)
Gattung: Drongos (Dicrurus)
Art: Gabeldrongo
Wissenschaftlicher Name
Dicrurus forficatus
(Linnaeus, 1766)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Gabeldrongo (Dicrurus forficatus) zählt innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zur Gattung der Drongos (Dicrurus). Im Englischen wird der Gabeldrongo crested drongo oder madagascar crested drongo genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Gabeldrongo erreicht eine Körperlänge von etwa 27,4 Zentimeter, eine Flügellänge von etwa 13,6 Zentimeter, eine Schwanzlänge von etwa 14,1 Zentimeter und eine Tarsuslänge von etwa 2,3 Zentimeter. Der Bereich des Oberschnabels von der Schnabelspitze bis zum Federansatz (Culmen) beträgt 2,5 Zentimeter. Das Gefieder der Erwachsenen ist insgesamt schwarz gefärbt. Die Federkiele und der tief gegabelte Schwanz sind von einer schwarzen Tönung und die äußeren Bahnen sind mit einem grünlich-schwarzen Schimmer versehen. Die Zügel sind glänzend schwarz oder blauschwarz gefärbt. Die Stirn weist ebenfalls eine blauschwarze Tönung auf. Der große Kamm ist mit glänzend schwarzen Federn, die aufgerichtet etwa 3,7 Zentimeter lang sind, besetzt. Die Unterseite weist eine glänzend stahlschwarze Färbung auf, jedoch sind der Bauch und die unteren Schwanzdecken eher dumpfer. Der Schnabel und die Beine sind schwarz geschönt.

Lebensweise

Der Gabeldrongo bewohnt subtropische und tropische Trockenwälder, subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, Trockensavannen, Plantagen sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder. Er sitzt gerne auf Telegrafendrähten, auf abgestorbenen Bäumen und auf anderen herausragenden Stellen, von dort schaut er nach jedem Insekt, das sich in der Luft oder auf dem Boden bewegt. Dabei bewegt er den Schwanz hin und her. Er öffnet und schließt ihn auch scherenartig. Manchmal verspeist der Gabeldrongo große Insekten (Insecta) nach Art eines Falken. Er hält dabei mit einem Fuß das Insekt auf dem Untergrund fest, zerteilt es dann und verzehrt das Insekt in schluckgerechten Stücken. Während der Reproduktionsphase vollführt der Gabeldrongo akrobatische Balzflüge. In dieser Zeit können sich Paare oder können sich auch Trios bilden, die dann gemeinsam Duette vortragen.
Mayotte
vergrößern
Mayotte
Die Gesänge dieser Art klingen sehr metallisch. Dabei bewegen sie ihren Kopf kräftig nach oben und nach unten. Des Weiteren führen sie mit flatternder Flugakrobatik auch gegenseitige Luftverfolgungen durch. Die Mehrzahl der Populationen ist und kann außer der Reproduktionssaison wohnhaft nomadisch leben. Der Geradschwanzdrongo ist ein geselliger Vogel, der in Gruppen außer der Paarungszeit auf Schlafbäumen die Nacht verbringt. Danach zerstreuen sich die Gruppen im Morgengrauen in ihre Territorien und begeben sich auf Nahrungssuche. Der Gabeldrongo ist sehr territorial, der vehement seine Brutplätze und seine Nahrungsplätze verteidigt. Er greift sogar größere Vögel an, wenn das Nest oder die Jungvögel bedroht werden. Der Gabeldrongo verfolgt sogar andere Vögel, um ihnen ihre Beute zu entwenden.

Unterarten

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Gabeldrongo mit seiner Unterart auf den Komoren, auf Madagaskar sowie auf Mayotte verbreitet. Der Gabeldrongo und seiner Unterart bewohnt folgende Lebensräume: Subtropische und tropische Trockenwälder, subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, Trockensavannen, Plantagen sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

Vanille-Plantage auf den Komoren
vergrößern
Vanille-Plantage auf den Komoren

Seine Nahrungsgrundlage bilden Insekten (Insecta) von fast jeder Form und Größe, auch Libellen (Odonata), Schnabelkerfen (Hemiptera), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und sogar Wespen (Vespinae) und große Hornissen (Vespa). Des Weiteren gehören zu seinem Nahrungsspektrum Ameisen (Formicidae), Käfer (Coleoptera) sowie Schmetterlinge (Lepidoptera). Auch kleine Reptilien (Reptilia) werden von ihm ebenfalls verspeist. Eine wichtige Rolle spielt der Gabeldrongo bei der Bestäubung der Pflanzen, indem er sich auch vom Blumennektar ernährt.

Fortpflanzung

Die Paarungs- und Brutzeit erstrecken sich von April bis August. Das Nest ist eine flaches tassenförmiges Gebilde, das im Verhältnis zur Größe des Vogels recht klein wirkt. Außen ist das Nest mit Zweigen, Gräsern, Blättern und Fasern konstruiert. Das Nestinnere ist mit Spinnweben ausgepolstert. Der Gabeldrongo befestigt das Nest in der Gabel eines dünnen Astes bis in fünfzehn Meter Höhe. Das Weibchen legt zwei bis drei Eier in das fertig errichtete Nest. Die Eier sind in der Färbung sehr stark variabel. Die Grundfärbung der Eier kann weiß, cremefarben, blassrosa oder gelbbraun sein. Manchmal sind die Eier mit Flecken besetzt, manchmal weisen die Eier Markierungen mit feinen Sprenkelungen auf und manchmal sind die Eier auch mit großen Flecken besetzt, die verschiedene Brauntöne aufweisen. Die Inkubation dauert ungefähr zwei Wochen. Die zwei Partner teilen sich die Pflege der Jungvögel und den Schutz des Nestes. Nach dem Schlupf werden die Küken von dem Männchen und von dem Weibchen reichlich mit Nahrung in Form von Insekten (Insecta) versorgt.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Gabeldrongo heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Gabeldrongo selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Gabeldrongo als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge